: Zehntausende Opfer - aber keine genaue Zahl

22.02.2024 | 08:33 Uhr
Zehntausende Menschen sind seit Beginn des Ukraine-Kriegs getötet worden - wie viele genau, ist unklar. Russische und ukrainische Stellen halten sich mit Informationen zurück.
Zehntausende Tote im Ukraine-Krieg: Angehörige in der Region Dnipropetrovsk trauernQuelle: Reuters
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 sind Zehntausende Soldaten und Zivilisten getötet worden. Die genaue Zahl lässt sich schwer feststellen - beide Seiten geben wenig Informationen zu ihren eigenen Verlusten preis, um die Moral der Truppe und die Unterstützung der Öffentlichkeit nicht zu gefährden.

UN: Zahl der toten Zivilisten zu niedrig angegeben

Annähernd zuverlässige Zahlen zu den zivilen Opfern gibt es nicht. Auch das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte sieht seine bisher bestätigten, offiziellen Zahlen als zu niedrig an: Mitte Januar gab es bekannt, dass es den Tod von 10.382 Menschen in der Ukraine bestätigen könne, die nicht dem Militär angehörten. Weitere 19.659 Zivilisten seien seit Beginn der russischen Invasion verletzt worden.

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Die tatsächlichen Zahlen seien aber sehr wahrscheinlich höher. 2023 war die Zahl der zivilen Kriegsopfer erst rückläufig gewesen, im Dezember 2023 und Januar 2024 deutlich nach oben gegangen.

Weitere Tausende Tote in Mariupol vermutet

Die ukrainische Polizei hat in den von ihr kontrollierten Gebieten fast 10.000 Tote und 11.000 Verletzte in der Zivilbevölkerung registriert. Etwa 7.000 Menschen wurden den Angaben vom 31. Januar zufolge vermisst.
Aber die ukrainischen Behörden gehen davon aus, dass Tausende weitere Zivilisten - bis zu 25.000 - allein im ersten Kriegsjahr bei der Belagerung der Hafenstadt Mariupol getötet wurden, die dann von russischen Streitkräften besetzt wurde.

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Militärs halten Zahlen unter Verschluss

Die Armee auf beiden Seiten hält die Zahlen ihrer eigenen Opfer unter Verschluss. Die letzten wurden Mitte 2022 bekanntgegeben und mussten schon damals mit Vorsicht betrachtet werden.
Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte im September 2022, dass 5.937 russische Soldaten ums Leben gekommen seien. Nach Angaben aus Kiew waren bis August 2022 etwa 9.000 ukrainische Soldaten getötet worden.

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Geheimdienste mit Schätzungen

Seither kommen Schätzungen zu Opferzahlen oft von ausländischen Geheimdiensten. Im August 2023 zitierte die "New York Times" US-Beamte, die die militärischen Verluste der Ukraine auf 70.000 Tote und zwischen 100.000 und 200.000 Verletzte bezifferten. Auf russischer Seite wurden demnach laut derselben Quelle 120.000 Soldaten getötet und 170.000 bis 180.000 verletzt.

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Schoigu sagte im Dezember 2023, dass 383.000 ukrainische Soldaten seit Kriegsbeginn getötet oder verletzt worden seien. Am 29. Januar nannte James Heappey, Staatsminister für die britischen Streitkräfte, die Zahl von mehr als 350.000 Toten und Verletzten auf russischer Seite.
Am 20. Februar schätzte die ukrainische Armee, sie habe seit der Invasion mehr als 405.000 russische Soldaten getötet oder verletzt.
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Quelle: AFP

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