: Lloyd Austin an Prostatakrebs erkrankt

10.01.2024 | 01:29 Uhr
Tagelang wurde über den Gesundheitszustand des US-Verteidigungsministers gerätselt. Nun hat er seine Erkrankung öffentlich gemacht. Auch Joe Biden erfuhr erst kurz vorher davon.

US-Verteidigungsminister Austin ist an Prostatakrebs erkrankt. Über Austins Zustand herrschte knapp einen Monat Ungewissheit – selbst Präsident Biden war lange nicht informiert.

10.01.2024 | 00:21 min
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin ist nach Angaben des Pentagon an Prostatakrebs erkrankt - worüber das Weiße Haus allerdings erst einen Monat nach der Diagnose unterrichtet wurde.
"Das ist nicht die Art und Weise, wie das geschehen soll", sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Dienstag mit Blick auf die Informationspolitik des Pentagon-Chefs. Dieser hatte kurz zuvor seine Prostatakrebserkrankung öffentlich gemacht.
US-Präsident Joe Biden erfuhr nach Angaben des Weißen Hauses erst rund einen Monat nach der Anfang Dezember erstellten Diagnose davon. Die tagelange Ungewissheit über Austins Erkrankung hatte scharfe Kritik der oppositionellen Republikaner ausgelöst.

Grund für Krankenhausaufenthalt lange unklar

Tagelang wurde in den USA über den Gesundheitszustand des Ministers gerätselt, nachdem am Freitag der weiter andauernde Krankenhausaufenthalt des 70-Jährigen bekannt wurde.
Erst am Dienstag ließ Austin mitteilen, dass bei ihm Anfang Dezember Prostatakrebs diagnostiziert wurde. Kurz vor Weihnachten unterzog er sich deswegen einem Eingriff. Schließlich sei es am Neujahrstag zu Komplikationen gekommen, teilte die zuständige Klinik mit.
Austin musste zwischenzeitlich auf der Intensivstation behandelt werden.

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Weißes Haus ändert seinen Ton

Das Weiße Haus hatte sich zunächst hinter Austin gestellt und dessen Leistungen als Pentagon-Chef gepriesen. Für die Informationspolitik entschuldigte sich Austin am Wochenende. Allerdings machte er auch dabei keine Angaben dazu, warum er überhaupt im Krankenhaus sei.
Nun kam die Wende mit Bekanntwerden der Diagnose: Biden sei erst am Dienstagmorgen darüber informiert worden, dass bei Austin Prostatakrebs diagnostiziert worden sei, ließ das Weiße Haus wissen.
Damit hat der Demokrat nur wenige Stunden vor der Öffentlichkeit davon erfahren. Das sei nicht "optimal", teilte das Weiße Haus mit.

Republikaner fordern Rücktritt

Schon als bekannt wurde, dass Austin seinen Krankenhausaufenthalt mehrere Tage geheim gehalten hatte, forderten politische Gegner Austins Rücktritt.

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Vier republikanische Kongressmitglieder wandten sich mit einem Schreiben an Biden. Es sei "gefährlich, rücksichtslos und mehr als besorgniserregend", dass ein Verteidigungsminister bei einem operativen Eingriff nicht dem Protokoll folge. "Wenn er nicht zurücktritt, sollte er sofort entlassen werden."
Soweit wollte das Weiße Haus am Dienstag nicht gehen. Auf die Frage, ob Biden plane, bis zum Ende seiner Amtszeit Anfang des kommenden Jahres an Austin festzuhalten, sagte Kirby: "Ja." Biden wünsche ihm nun gute Besserung.
Das Pentagon teilte mit, dass Austin aus dem Krankenhaus heraus seinen Ausgaben voll nachkomme.

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Austin weiter in Klinik

Wann der Minister aus dem Krankenhaus entlassen wird, blieb offen. Austin mache Fortschritte und es sei "eine vollständige Genesung" zu erwarten, teilte die behandelnde Klinik mit. Mittlerweile sei die Infektion abgeklungen. Dies könne aber ein langer Prozess sein.
Mit Blick auf die Diagnose Prostatakrebs hieß es, die Erkrankung sei früh erkannt worden und die Prognose für eine Heilung "exzellent".
Quelle: dpa, AFP, Reuters

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