: Regenbogenflagge weg - stattdessen Hakenkreuz

29.07.2023 | 14:09 Uhr
Die Regenbogenflagge am Neubrandenburger Bahnhof wurde schon öfter gestohlen. Jetzt haben Unbekannte sie durch eine Hakenkreuzfahne ersetzt. Der Staatsschutz ermittelt.
Zeichen für Vielfalt und Toleranz: Regenbogenflagge (Archiv)Quelle: dpa
Unbekannte haben am Bahnhof Neubrandenburg in der Nacht eine Regenbogenflagge gestohlen und stattdessen eine verbotene Hakenkreuzfahne gehisst. Nun ermittle der Staatsschutz, sagte eine Polizeisprecherin.
Ein Passant entdeckte den Vorfall am Morgen und rief die Polizei, die die Flagge mit dem NS-Symbol sicherstellte. Es werde wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Symbole ermittelt.

Regenbogenflagge schon öfter gestohlen

Am Bahnhof Neubrandenburg hängen in der Regel drei Flaggen, unter anderem die von Mecklenburg-Vorpommern und die Regenbogenflagge als Zeichen der Vielfalt und Toleranz. Diese wurde in der Vergangenheit allerdings schon mehrfach dort gestohlen und wieder ersetzt.
Die Landesregierung hatte Ende vergangenen Jahres eine neue Verordnung erlassen, die das Hissen der Regenbogenfahne ohne Ausnahmegenehmigung ermöglich.

Innenminister: Hissen der Hakenkreuzfahne ist menschenverachtend

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) äußerte sich empört über die Tat. "Das Hakenkreuz steht für die schlimmsten Verbrechen an der Menschlichkeit, die je von deutschem Boden ausgegangen sind - sie zu hissen ist nicht nur eine Straftat, sondern menschenverachtend und klar verfassungsfeindlich."
Der SPD-Politiker fügte hinzu:
Wer sie hisst, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft, will die freiheitlich-demokratische Grundordnung bekämpfen und verhöhnt in unerträglicher Weise die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Christian Pegel, Innenminister Mecklenburg-Vorpommern (SPD)

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Quelle: dpa

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