: US-Minister schockt mit Fließband-Vergleich

28.02.2023 | 07:02 Uhr
Nachdem Recherchen der "New York Times", die illegale Ausbeutung von Migrantenkindern durch amerikanische Unternehmen nahelegten, steht die US-Regierung unter Druck.
Zahlreiche Menschen aus Süd- und Mittelamerika wollen über die US-Grenze zu Mexiko in die USA einreisen.Quelle: dpa
Die US-Regierung steht nach einem Bericht über eine massive Zunahme illegaler Ausbeutung von Migrantenkindern durch amerikanische Unternehmen unter Druck.
Die "New York Times" machte nach Recherchen mehr als 100 Minderjährige - davon einige erst zwölf Jahre alt - ausfindig, die angaben, bei kleinen und großen Firmen im ganzen Land Nachtschichten und gefährliche Jobs übernehmen zu müssen.
Vor allem aus Mexiko wollen immer mehr Menschen in die USA einwandern:

US-Gesundheits- und Sozialminister im Fokus

Ein Problem ist die Entwicklung vor allem für Gesundheits- und Sozialminister Xavier Becerra, der seine Belegschaft in einer von der Zeitung enthüllten Videobotschaft drängte, an der Südgrenze aufgegriffene Migrantenkinder schneller aus Unterkünften des Bundes zu entlassen - und dabei offenbar die Fließbandarbeit bei Autobauern als gutes Beispiel bemühte.
"Wenn Henry Ford das in seinen Fabriken gesehen hätte, wäre er nie berühmt und reich geworden", sagte Becerra bei einer Online-Sitzung mit Untergebenen in der Aufnahme, die vom vergangenen Sommer stammt.
Dies ist nicht die Art und Weise, wie man ein Fließband betreibt.
Xavier Becerra, US-Gesundheits- und Sozialminister
Er verstehe zwar, dass "Kinder keine Geräte" seien, ergänzte der Minister. "Aber das können wir viel besser hinbekommen."

Biden hat "volles Vertrauen"

Kritiker werfen der Regierung von Präsident Joe Biden nun vor, Kinder zu schnell aus Unterkünften sowie staatlicher Obhut zu entlassen und sie damit in eine Lage zu bringen, in der sie anfälliger dafür seien, Opfer von Kinderarbeit zu werden.
Auf eine Reporterfragen nach der Zukunft Becerras im Lichte des neuen Berichts der "New York Times" entgegnete Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre am Montag (Ortszeit), dass Biden nach wie vor "volles Vertrauen" in seinen Gesundheits- und Sozialminister habe. Natürlich sei der Präsident der Ansicht, dass man beim Umgang mit Migranten nicht so vorgehen sollte wie bei einem Fließband, und auch Becerra sehe das so.
Quelle: AP

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