: Wie viel Bildschirmzeit ist okay?

22.09.2023 | 13:29 Uhr
Wie lange sollten Kinder und Jugendliche vor dem Bildschirm sitzen? Eine Frage, die viele Eltern umtreiben dürfte. Experten geben Empfehlungen, aufgeschlüsselt nach Altersgruppen.
Für immer mehr Kinder und Jugendliche gehören Tablet, Smartphone und Co. zum Alltag.Quelle: dpa
Ab in den Schrank mit der Konsole und eine Sanduhr neben das Tablet: Mit konkreten Tipps wollen Fachleute Eltern helfen, die Bildschirmzeit ihrer Kinder zu begrenzen.
Für Kinder und Jugendliche sei es umso besser, je weniger Zeit sie vor Bildschirmen verbringen, heißt es in einer Leitlinie die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und mit Beteiligung der Uni Witten/Herdecke entstanden ist. Darin geht es darum, einer Suchtentwicklung bei Kindern und Jugendlichen vorzubeugen.

Empfehlungen nach Altersgruppen

Die empfohlene gesamte Bildschirmzeit vom Fernsehen über das Zocken am Computer bis zur Internetnutzung per Smartphone:

Unter 3 Jahren

Die Allerkleinsten sollten von jeglicher passiven und aktiven Nutzung von Bildschirmmedien ferngehalten werden, wie die Autoren schreiben. Das bedeutet, dass vor ihren Augen zum Beispiel möglichst auch die Eltern nicht ständig aufs Handy schauen sollten.

3 bis 6 Jahre

Geraten wird zu höchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen zum Heranführen an solche Medien. Das Kind soll dabei nicht allein gelassen werden. Die Nutzung einer Sand- oder Stoppuhr könne helfen zu begreifen, wie schnell die Zeit vor dem Bildschirm verfliegt.

6 bis 9 Jahre

Es werden höchstens 30 bis 45 Minuten an einzelnen Tagen, außerhalb der Hausaufgaben am Bildschirm.

9 bis 12 Jahre

Bei beaufsichtigtem Internetzugang werden höchstens 45 bis 60 Minuten in der Freizeit vor einem Bildschirm empfohlen.

12 bis 16 Jahre

Es werden maximal ein bis zwei Stunden täglich in der Freizeit und spätestens bis 21:00 Uhr empfohlen - weiterhin mit inhaltlicher Begleitung und beschränktem Internetzugang.

16 bis 18 Jahre

Die Zeit sollte durch Regeln festgelegt werden. Als ein Orientierungswert werden zwei Stunden Nutzung in der Freizeit pro Tag angegeben.
Kinder unter neun Jahren sollten laut Leitlinie weder eine eigene Spielkonsole noch einen freien Internetzugang bekommen. Wer eine eigene Konsole besitze, verbringe im Schnitt doppelt so viel Zeit mit Computerspielen wie Kinder ohne. Die Autoren raten zum Aufbewahren des Geräts in einem abgeschlossenen Schrank, um als Eltern über die Nutzung bestimmen zu können.
Ein eigenes Smartphone wird frühestens ab 9 Jahren, besser frühestens ab 12 Jahren empfohlen, wobei der Internetzugang eingeschränkt sein soll. Ab 16 Jahren könne er uneingeschränkt sein.

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Experten: Auf Qualität der Inhalte achten

Die Fachleute empfehlen insbesondere bei kleineren Kindern, die Zeiten am Smartphone, Tablet oder TV mit "qualitativ hochwertigen Inhalten" zu verbringen. Eltern sollten wenn möglich dabei sein und hinterher mit dem Nachwuchs über das Gesehene sprechen.
Bildschirmmedien sollten auch nicht als Belohnung, Strafe oder zum Beruhigen genutzt werden, hieß es. Während der Mahlzeiten wird dazu geraten, die Geräte ganz beiseite zu legen.
Zum Thema Unterricht und Bildung heißt es: "Eltern und Lehrer*innen sollen informiert und unterstützt werden, auf digitalen Fernunterricht wann immer möglich zu verzichten."

Statt sich berieseln zu lassen, sollen Kinder in der Schule möglichst oft selbst aktiv werden. Ausgerechnet Videospiele haben großes Potential, den Unterricht zu verbessern.

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Quelle: dpa

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