: Post darf Briefporto nicht vorzeitig erhöhen

07.08.2023 | 11:59 Uhr
Das Porto für Briefe ist in den letzten Jahren angestiegen - die Post wollte eigentlich 2024 die nächste Erhöhung vorzeitig vornehmen. Die Bundesnetzagentur hat das nun abgelehnt.
Nach der Ablehnung der Porto-Erhöhung durch die Bundesnetzagentur könnte die Post gegen die Entscheidung klagen.Quelle: dpa
Die Deutsche Post darf das Briefporto nicht vorzeitig erhöhen. Ein entsprechender Antrag sei abgelehnt worden, teilte die Bundesnetzagentur am heutigen Montag in Bonn mit. Behördenchef Klaus Müller sagte:
Die Post konnte die Steigerung der Stückkosten im Briefbereich nicht hinreichend nachweisen.
Klaus Müller, Chef der Netzagentur
Den vorgelegten Daten zufolge reichten die Briefpreise aus, um die Stückkosten zu decken. "Im regulierten Briefbereich wird ein Gewinn erwirtschaftet."

Noch nie gab es so viele Beschwerden über die Deutsche Post, obwohl sie immer weniger Briefe befördern muss. Wir gehen drei zentralen Gründen für die Probleme auf den Grund.

20.12.2022 | 10:42 min

Post wollte Preise wegen gestiegener Kosten erhöhen

Der Konzern hatte das Schreiben im Mai eingereicht, um das Porto schon 2024 erhöhen zu dürfen und damit ein Jahr früher als vorgesehen. Den Antrag hatte die Post im Mai mit höheren Kosten begründet, etwa für Personal und Energie.
"Angesichts drastisch gestiegener Kosten durch Inflation, höhere Energiepreise und den sehr hohen Tarifabschluss 2023 sowie unerwartet stark abnehmende Briefmengen führt an einer Erhöhung des Portos kein Weg vorbei", hatte Post-Vorstandsmitglied Nikola Hagleitner im Mai erklärt.
Der Konzern, der DHL heißt und nur noch im nationalen Briefgeschäft als Deutsche Post auftritt, kann gegen die Entscheidung klagen. Post-Aktien gaben am Morgen leicht nach und notierten bei 44,12 Euro.

Wie viel kostet das Porto für Briefe und Postkarten?

  • Normale Postkarte: 0,70 Euro
  • Standard-Brief: 0,85 Euro (bis 20 Gramm)
  • Kompakt-Brief: 1,00 Euro (bis 50 Gramm)
  • Groß-Brief: 1,60 Euro (bis 500 Gramm)
  • Maxi-Brief: 2,75 Euro (bis 1.000 Gramm)
  • DHL-Päckchen: ab 3,99 Euro (bis 2.000 Gramm)

Quelle: Deutsche Post

Bei Firmenkunden kann Post an Preisschraube drehen

Das Porto erhöht sich in der Regel alle drei Jahre. 2012 kostete ein Standardbrief im Inland noch 55 Cent, heute sind es 85 Cent. Die letzte Erhöhung war im Januar 2022 um fünf Cent, andere Sendungsarten verteuerten sich ebenfalls. Das Unternehmen darf das Porto nicht auf eigene Faust ändern, sondern ist hierbei auf die Zustimmung der Bundesnetzagentur angewiesen.
Das Porto, für das der Regulierer zuständig ist, gilt für die Sendungen, die in Briefkästen eingeworfen oder in Filialen abgegeben wurden, also vor allem von Privatkunden. Die Preise für Geschäftspost - ob Werbung oder Versicherungsschreiben - sind frei verhandelbar.

Briefe und Pakete sicher verschicken

10.07.2023 | 03:27 min

Post erhöhte Porto zuletzt 2022

Im Internetzeitalter sinkt die Briefmenge seit Jahren, weil die Menschen immer stärker auf digitale Kommunikation setzen. 2017 beförderte die Post in Deutschland laut Zahlen der Bundesnetzagentur 12,9 Milliarden Sendungen im Briefbereich, fünf Jahre später waren es nur noch zehn Milliarden - ein Minus von 22 Prozent.
Weil die Sendungsmenge schrumpft, steigt der Kostendruck auf den Transport und die Zustellung. Daher darf die Post regelmäßig an der Preisschraube drehen, zuletzt im Januar 2022 mit Gültigkeit bis Ende 2024.
Quelle: dpa, AFP, Reuters

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