: Ifo senkt Wachstumsprognose für 2024

24.01.2024 | 12:10 Uhr
Das Ifo-Institut korrigiert seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten. Grund: Der Sparkurs der Regierung nach dem Haushaltsurteil.
Haushaltskrise: Ifo-Institut senkt WachstumsprognoseQuelle: dpa
Das Münchner Ifo-Institut hat vor dem Hintergrund der Haushaltskrise seine eigene Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr gesenkt. Die Forschenden gehen nun für 2024 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,7 Prozent aus - Mitte Dezember hatten sie noch 0,9 Prozent prognostiziert.
Grund seien die im Zuge des Verfassungsgerichtsurteils zum Haushalt vereinbarten Einsparungen, erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Mittwoch.

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr geschrumpft. Das Statistische Bundesamt gibt an: Das Bruttoinlandsprodukt sank 2023 um 0,3 Prozent.

15.01.2024 | 01:32 min

Einsparungen von 19 Milliarden Euro: Ifo-Institut revidiert Wachstumsprognose

"Mit dem nun im Haushaltsausschuss vereinbarten Bundeshaushalt wurden nach unserer Schätzung zusätzliche Einsparungen in Höhe von knapp 19 Milliarden Euro beschlossen", fuhr Wollmershäuser fort. Unternehmen und Haushalte würden dadurch stärker belastet und die Staatsausgaben gekürzt. Der Umfang entspreche ungefähr dem, was das Institut im Dezember in seinem Risikoszenario für 2024 geschätzt habe.
Auch die konjunkturellen Auswirkungen dürften sich in dieser Größenordnung bewegen.
Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser
Das Bundesverfassungsgericht hatte Mitte November geurteilt, dass die Bundesregierung 60 Milliarden Euro an nicht genutzten Kreditermächtigungen für den Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht rückwirkend in den Klima- und Transformationsfonds verschieben durfte. Auch ein weiterer Topf, der Wirtschaftsstabilisierungsfonds, wurde in der Folge aufgelöst. Daraufhin wurde eine Neubewertung des Haushalts für 2024 nötig, die Einschnitte in Milliardenhöhe vorsieht.
Quelle: AFP

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