: Frachter abgeschleppt: Wie es nun weitergeht

31.07.2023 | 15:53 Uhr
Der riskante Transport ist geglückt: Der brennende Frachter "Fremantle Highway" ist an seinem neuen vorläufigen Ankerplatz angekommen. Was jetzt geplant ist.

Es war ein riskanter Transport. Die brennende "Fremantle Highway" wurde nördlich vor Schiermonnikoog geschleppt. Laut niederländischer Behörden ein sicherer und geschützter Ankerplatz.

31.07.2023 | 01:46 min
Bergungsspezialisten haben vor der niederländischen Küste den risikovollen Transport des brennenden Frachtschiffes "Fremantle Highway" zu einem neuen, weniger gefährlichen Liegeplatz abgeschlossen. Das teilte die Wasserbehörde in Den Haag mit.
Der neue Ankerplatz des rund 200 Meter langen Schiffs liegt rund 16 Kilometer vor der Wattenmeerinsel Schiermonnikoog.

"Das Allerwichtigste ist, dass der Mantel des Frachters kühl bleibt und nicht auseinanderbricht, " so Korrespondent Ulf Röller. Man versuche, dass das Feuer an Bord ausbrennt.

31.07.2023 | 02:48 min

Frachter soll nun ausbrennen

Der neue Ankerplatz soll sicherer sein, weniger dicht beim Schiffsverkehr und auch geschützter vor Wind. Das Schiff lag bisher genau zwischen zwei sehr stark befahrenen Schifffahrtsrouten von und nach Deutschland - wie ein brennender, mit Öl beladener Lkw auf dem Grünstreifen zwischen zwei Autobahnen.
An dem neuen Liegeplatz soll der Frachter weiterhin von zwei Schleppern stabil in Position gehalten werden. Sobald die Situation an Bord es zulasse, soll er in einen Hafen verlegt werden. Welcher das ist, sei noch nicht bekannt, berichtet ZDF-Korrespondent Ulf Röller aus Schiermonnikoog:
Man lässt den Frachter ausbrennen. Dann gibt es eine Inspektion und man guckt, was noch zu tun ist und in welchem Zustand er ist. Aufgrund dieser Analyse wird dann entschieden, wo sein Endhafen sein wird.
Ulf Röller, ZDF-Korrespondent
Auf der niederländischen Insel locke der Frachter, der je nach Wetterlage von der Küste aus zu sehen ist, Schaulustige an: "Der Frachter ist ein bisschen zur Attraktion geworden", so Röller.

Der brennende Autofrachter konnte zu einem sicheren Ankerplatz geschleppt werden. Wie es mit dem Frachter weitergeht, erklärt ZDF-Korrespondent Ulf Röller.

31.07.2023 | 01:32 min

Riskante Abschleppen-Aktion in der Nordsee

Seit Sonntagabend hatten zwei Schlepper die "Fremantle Highway" in Richtung Osten weggeschleppt. Zuvor der Frachter vor der Insel Terschelling.
Es war ein riskantes Unterfangen: Das Schiff mit rund 3.800 Autos an Bord brennt noch immer, und die Gefahr einer Umweltverschmutzung bleibt. Die Behörde hatte jedoch versichert, dass das Schiff ständig beobachtet und seine Stabilität kontrolliert werde. Mehrere Schiffe begleiteten den Frachter, darunter auch ein Spezialschiff, das Öl räumen kann.
Spezialisten hatten den Autofrachter vorher kontrolliert und festgestellt, dass er trotz der großen Hitze stabil war und auch unter der Wasserlinie intakt. Die Behörde teilte mit:
Auch andere Schiffe der Wasserbehörde und aus Deutschland stehen auf Abruf zur Verfügung, sollte es eine Ölverschmutzung geben.
Mitteilung der niederländischen Wasserbehörde
Die Schlepper fuhren der Behörde zufolge kontrolliert und langsam, etwa 5,5 Kilometer pro Stunde.

Vor der niederländischen Küste steht das Cargoschiff "Fremantle Highway" in Flammen. Rettungskräfte versuchen, ein Sinken zu verhindern. ZDFheute live zu möglichen Folgen.

26.07.2023 | 23:35 min

Drohende Ölpest droht bei Auseinanderbrechen oder Kentern

Der seit Mittwoch wütende Brand auf dem Frachter ist zwar schwächer geworden. Doch die Gefahr, dass die Stahlwände der Hitze nicht mehr standhalten, bleibt hoch. Bei Rissen oder sogar einem Auseinanderbrechen und Kentern droht eine Ölpest - eine Katastrophe für die Nordsee, das besonders geschützte Wattenmeer mit seinen Vogelgebieten und die Inselbewohner. Bisher kann das Feuer nicht gezielt gelöscht werden. Löschwasser könnte das Schiff zum Kentern bringen.
Der Frachter war auf dem Weg von Bremerhaven nach Singapur, als in der Nacht zum Mittwoch Feuer ausbrach. Zu dem Zeitpunkt lag er vor der Insel Ameland. Bei der Evakuierung der Besatzung starb ein Mensch. Brandherd war möglicherweise die Batterie eines elektrischen Autos. Aber bestätigt ist das bisher nicht. Das Schiff hatte auch weitaus mehr E-Autos geladen als zuvor gemeldet worden war, nämlich 500 statt 25.
Die Kosten des gesamten Einsatzes muss der japanische Eigentümer des Schiffes bezahlen. Die Behörden des Flaggenstaates Panama sind wiederum für die Untersuchung nach der Ursache des Feuers verantwortlich.
Quelle: dpa