: Hohe Prämie für russischen Überläufer-Piloten

06.09.2023 | 04:35 Uhr
Ein übergelaufener russischer Pilot soll eine Prämie von einer halben Million Dollar erhalten. Laut ukrainischem Geheimdienst übergab er den Streitkräften einen Hubschrauber.
Der Geheimdienst hatte den 28-jährigen Russen nach eigenen Angaben in einer langen Spezialoperation zum Überlaufen bewegt.Quelle: Ukrinform/dpa
In der Ukraine soll ein übergelaufener russischer Pilot, der einen Mi-8-Hubschrauber den Streitkräften Kiews übergeben hat, eine Prämie von einer halben Million US-Dollar (rund 463 000 Euro) erhalten.
Militärgeheimdienstsprecher Andrij Jussow sagte am Dienstag im Fernsehen, dass das Geld in der Landeswährung Hrywna ausgezahlt werde. Er rief andere russische Militärangehörige auf, dem Beispiel zu folgen. Über den Fall des 28-jährigen Russen, der auch öffentlich auftritt, berichten ukrainische Medien seit Tagen.

Auch Russland bietet Abschussprämien für Militärtechnik an

Die Ukraine hat eine offizielle Liste an Prämien für Militärtechnik, die russische Soldaten übergeben können. Für einen Panzer etwa gibt es 100 000 US-Dollar. In Russland hingegen werden Abschussprämien für Flugzeuge, Panzer und andere Waffen gezahlt. "Die Ukraine ist ein demokratischer Rechtsstaat. Wir erfüllen unsere eigenen Verpflichtungen und das internationale Recht", sagte Jussow. Er richtete einen Appell an russische Soldaten:
Diejenigen Russen, die nicht Kriegsverbrecher werden wollen, bitte, ergebt euch, lauft auf die ukrainische Seite über und verteidigt eure eigene Ehre und euer Gewissen, kämpft gegen Putins Regime!
Andrij Jussow, Militärgeheimdienstsprecher
Der Geheimdienst hatte den jungen Mann in einer langen Spezialoperation zum Überlaufen bewegt. Dem Internetportal "Ukrajinska Prawda" zufolge war der Hubschrauber im ostukrainischen Gebiet Charkiw gelandet. Zwei nicht eingeweihte Mitglieder der Besatzung seien getötet worden. Der Pilot befinde sich mit seiner bereits vorher aus Russland geflohenen Familie in der Ukraine, hieß es.

Auf der jährlichen Waffenmesse über Militärtechnik in Kubinka bei Moskau zeigen auch auch Hersteller aus China und dem Iran ihre neuesten Waffen.

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Auch der Hubschrauber, der Ersatzteile für russische Kampfjets an Bord gehabt haben soll, sei weiter in dem Land. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als 18 Monaten mit westlicher Militärhilfe gegen den russischen Angriffskrieg.
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Quelle: dpa

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