: Apotheken in mehreren Bundesländern zu

15.11.2023 | 07:35 Uhr
In mehreren Ländern bleiben Apotheken aus Protest gegen die Gesundheitspolitik des Bundes zu. Die Apotheken klagen über zu viel Bürokratie, Lieferengpässe und Unterfinanzierung.

"Wir haben viele Schwierigkeiten, die lange aufgeschoben wurden, das muss jetzt geändert werden", so Andrew Ulmann (FDP) angesichts des Streiks von Apotheken.

15.11.2023 | 06:45 min
Zu wenig Honorar, zu viel Bürokratie. Das kritisieren Apotheken und schließen aus Protest gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung in mehreren Bundesländern an diesem Mittwoch erneut.
Betroffen sind etwa Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen. Die Notfallversorgung für Patientinnen und Patienten soll aber zum Beispiel in Hessen genauso wie an einem Sonn- oder Feiertag funktionieren.

Apotheken beklagen Bürokratie und fordern mehr Geld

Die Apotheken klagen über zu viel Bürokratie, Lieferengpässe und Unterfinanzierung. Die Vergütung sei in den vergangenen 20 Jahren trotz Inflation, gestiegener Mieten und Energiepreise sowie Tariferhöhungen nicht nennenswert erhöht worden. Vor allem auf dem Land machten daher zunehmend Apotheken für immer dicht.
Andrew Ullmann, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP, äußerte im ZDF Morgenmagazin sein Verständnis für die "Frustration" in Apotheken, aber auch in Arztpraxen und Kliniken.
Es ist überfällig, dass wir Reformen im Gesundheitswesen durchführen.
Andrew Ullmann, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP

Bereits im Juni blieben viele Apotheken aus Protest geschlossen.

14.06.2023 | 02:02 min

Ullmann: Reformen überfällig

Im Kampf gegen Apothekenmangel in vielen Regionen hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im September angekündigt, Vorgaben für neue Filialen lockern zu wollen. So sollen Filialen künftig nicht gezwungen sein, Notdienste voll anzubieten, ein Labor vorzuhalten oder Rezepturen anzufertigen. Dafür bekam er empörte Proteste der Branche.
Mit Blick auf die Regeln zur Budgetierung von Hausärzten, die feste Summen für Behandlungen erhielten, aber nach dem Aufbrauchen des Geldes für zusätzliche Patienten kein Geld mehr bekommen, sagt FDP-Gesundheitspolitiker Ullmann: "Diese Budgetierung muss wegfallen. Das haben wir auch im Koalitionsvertrag für die hausärztliche Tätigkeit hinterlegt." Seine Partei setze sich zudem für eine Ausweitung dieses Vorhabens auf "Fachärzte" ein.

Die kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt vor einem Kollaps der ambulanten Versorgung bei niedergelassenen Ärzten und fordert mehr Geld von den gesetzlichen Krankenversicherungen.

18.08.2023 | 02:43 min
Quelle: ZDF, dpa

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