: Kretschmann: Palmer-Austritt "schmerzlich"

02.05.2023 | 13:00 Uhr
Grünen-Chef Nouripour hat Tübingens Oberbürgermeister Palmer für den Pateiaustritt Respekt gezollt, aber kein Bedauern geäußert. Kretschmann findet den Vorgang "schmerzlich".
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat den Parteiaustritt von Boris Palmer bedauert. "Persönlich tut es mir leid um diesen klugen Kopf, der unsere Partei über eine sehr lange Zeit streitbar bereichert hat", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Es sei "ein ziemliches Drama zu Ende gegangen", sagte Kretschmann.
Das berührt uns sehr. Ich finde das außerordentlich schmerzlich, was da passiert ist.
Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg
Palmers Entscheidung, bei den Grünen auszutreten, nötige ihm Respekt ab, sagte der Regierungschef. Dass Palmer nun eine Auszeit nehmen will, hält Kretschmann für richtig. "Ich wünsche ihm, dass er diese Zeit gut für sich nutzen kann."

Nouripour: Respekt, aber kein Bedauern

Der Grünen-Vorsitzende Omid Nouripour zollte Palmer im ZDF Respekt für den Parteiaustritt, aber äußerte kein Bedauern. "Es gab ja Gründe, warum wir viele Diskussionen alle miteinander hatten", sagte der Grünen-Vorsitzdende Omid Nouripour im ZDF-"Morgenmagazin". Er wünsche Palmer aber ein gutes Leben.

Omid Nouripour, Grünen-Bundesvorsitzender, wünscht Boris Palmer ein gutes Leben.

02.05.2023 | 05:39 min

Palmer bei den Grünen ausgetreten

Palmer hatte am Montag seinen Parteiaustritt erklärt, wie Baden-Württembergs Grüne mitteilten. Zuvor hatte er erklärt, eine "Auszeit" nehmen zu wollen. Der Grünen-Landesverband Baden-Württemberg bestätigte den Parteiaustritt am Montag.
Der Tübinger Oberbürgermeister hat sich nach seinem Parteiaustritt und seiner Ankündigung, eine Auszeit zu nehmen, krankgemeldet. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung teilte am Morgen mit:
Herr Palmer ist krank und steht heute nicht für Anfragen zur Verfügung.
Sprecherin der Tübinger Stadtverwaltung
Wie seine angekündigte Auszeit konkret aussehen soll, ist auch der Stadtverwaltung nicht bekannt. Auf die Frage, was die Auszeit genau bedeute und wie lange Palmer nicht im Dienst sein werde, teilte die Sprecherin lediglich mit: "Dazu können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben."

Diskussion um Palmer-Äußerungen

Am Wochenende hatte es große Diskussionen um umstrittene Äußerungen Palmers gegeben. Er hatte die Nutzung des sogenannten N-Worts - eines früher gebräuchlichen und als rassistisch wahrgenommenen Ausdrucks für Schwarze - in bestimmten Zusammenhängen verteidigt. Dabei verglich er die Angriffe auf seine Person mit der Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus.
Später rechtfertigte er sich mit Verweis auf seine jüdische Familiengeschichte. In der persönlichen Erklärung betonte Palmer, er hätte als Oberbürgermeister "niemals so reden dürfen". Seine Mitgliedschaft bei den Grünen ruhte bereits, weil er in den vergangenen Jahren immer wieder mit seiner Wortwahl für Aufsehen gesorgt hatte.
Quelle: dpa, ZDF

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