: Spaniens Pläne für die Europäische Union

01.07.2023 | 14:39 Uhr
Am 1. Juli beginnt Spaniens Vorsitz im EU-Rat. Regierungschef Sánchez will sich um soziale Gerechtigkeit und die Unterstützung der Ukraine kümmern. Doch Spanien wählt Ende Juli.

Spanien hat die Ratspräsidentschaft der EU übernommen. Als erste Amtshandlung ist Ministerpräsident Pedro Sánchez in die Ukraine gereist, wo er vor dem Parlament sprach.

01.07.2023 | 00:20 min
Spanien hat am Samstag turnusgemäß die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Aus diesem Anlass reiste Regierungschef Pedro Sánchez direkt in die ukrainische Hauptstadt Kiew.
Damit will er die fortdauernde Unterstützung der Europäischen Union für das von Russland angegriffene Land unterstreichen. Nach dem EU-Gipfel am Freitag in Brüssel betonte Sánchez:
Der Krieg in der Ukraine wird eine der obersten Prioritäten unserer Präsidentschaft sein.
Pedro Sánchez, Ministerpräsident Spanien
Bei seiner Ankunft am Samstag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew schrieb er auf Twitter: "Wir werden das ukrainische Volk weiterhin unterstützen, bis der Frieden nach Europa zurückkehrt".

Beim EU-Gipfel betonte Kanzler Scholz, dass der Ukraine-Krieg noch "lange dauern" kann; wichtig seien daher langfristige Hilfen.

30.06.2023 | 02:02 min

Bekämpfung von Steuerhinterziehung, Reform EU-Asylsystem

Das südeuropäische Land Spanien tritt die Nachfolge Schwedens an und wird den Ratsvorsitz für die kommenden sechs Monate innehaben. Die linke Minderheitsregierung hat sich viel vorgenommen.
Unter dem Motto "mehr Gerechtigkeit" will sie die Einführung gemeinsamer Mindestnormen für die Unternehmensbesteuerung, die Bekämpfung der Steuerhinterziehung durch große multinationale Konzerne und die Vollendung der Bankenunion vorantreiben. Auf der Agenda stehen zudem die Pläne für eine Reform des EU-Asylsystems sowie neue Schuldenregeln.

Der EU-Gipfel in Brüssel ist ohne Einigung zu Ende gegangen. Ungarn und Polen blockieren die Pläne für eine Asylreform.

30.06.2023 | 00:17 min

Alle sechs Monate Wechsel bei EU-Ratsvorsitz

Die 27 EU-Mitgliedstaaten wechseln sich alle sechs Monate beim EU-Ratsvorsitz ab. Das Vorsitzland leitet zahlreiche Sitzungen in Brüssel, Luxemburg und im eigenen Land, setzt eigene Schwerpunkte und versucht bei Kontroversen zu vermitteln. Deutschland hatte den Vorsitz zuletzt in der zweiten Jahreshälfte 2020 inne.
Bei der Vorstellung der Präsidentschaft hatte Sánchez im Juni betont, Europa brauche "eine wettbewerbsfähigere, fairere und solidarischere Wirtschaft". Es müsse "mit dem Trend gebrochen werden, dass Unternehmensgewinne nicht immer dazu dienen, die Chancen der Menschen zu verbessern."
Steuerhinterziehung koste Europa "jedes Jahr 1,5 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts, so viel wie es in den sozialen Wohnungsbau und den Umweltschutz investiert", sagte er.

Spanien wählt demnächst ein neues Parlament

Spanien werde den Ratsvorsitz nutzen, um "darauf hinzuarbeiten, dass diese Ungerechtigkeit beendet und Mindeststandards für die Unternehmensbesteuerung in allen Mitgliedstaaten insbesondere im digitalen Bereich festgelegt" würden, sagte der Sozialist.
Diesen Plänen könnte jedoch der Wähler in die Quere kommen: In Spanien wird am 23. Juli ein neues Parlament gewählt. Umfragen zufolge dürfte die konservative Volkspartei PP die meisten Stimmen bekommen.

Spaniens Ministerpräsident Sanchez reagiert auf die Niederlage seiner Partei bei den Regionalwahlen: Er zieht die Parlamentswahlen um ein halbes Jahr vor.

29.05.2023 | 01:34 min
Sie könnte dann entweder in einer Koalition mit der rechtspopulistischen und euroskeptischen Partei Vox eine neue Regierung bilden, oder sich von ihr tolerieren lassen.

Regierungswechsel könnt EU-Vorhaben verzögern

Sollte es so kommen, müsste sich die neue Regierung erstmal sortieren und würde anschließend möglicherweise andere Schwerpunkte setzen wollen. In Brüssel wird befürchtet, dass ein Machtwechsel laufende EU-Gesetzgebungsvorhaben verzögern könnte.
Grund ist, dass der Präsidentschaft eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Kompromissen zwischen den EU-Staaten, aber auch zwischen den EU-Staaten und dem Parlament zukommt.
Quelle: dpa

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