: Dyshidrose: Das sollten Sie wissen

von Julia Zipfel
11.09.2024 | 06:35 Uhr
Sie sind klein und verursachen starken Juckreiz: Hartnäckige Bläschen, meist an den Händen, die Betroffene oft verzweifeln lassen. Wie man die Hautkrankheit wirksam behandeln kann.

Eine hartnäckige Dyshidrose kann über Monate bleiben. Manche Betroffene kennen das. Wie man den Juckreiz und das lästige Ekzem in den Griff bekommt.

11.09.2024 | 05:00 min

Was ist Dyshidrose?

Bei einer Dyshidrose bilden sich kleine Bläschen, die stark jucken und auch nässen können. Die Erkrankung tritt meist an Handflächen und Fingerseiten auf, aber auch an den seitlichen Fußsohlen und in den Zehenzwischenräumen. Hautarzt Uwe Kirschner behandelt regelmäßig dyshidrotische Ekzeme.
Besonders betroffen sind Berufsgruppen wie Pflegende oder Friseure, die durch ihre Arbeit häufig in Kontakt mit Chemikalien kommen.
Dr. Uwe Kirschner, Hautarzt
Der ständige Kontakt mit Reizstoffen schwächt auf Dauer die Hautbarriere und begünstigt die Ekzembildung. Die Bläschen werden ein bis drei Millimeter groß und sind mit der sogenannten Ödemflüssigkeit gefüllt. Dyshidrose ist nicht ansteckend, auch nicht, wenn andere mit der Bläschenflüssigkeit in Kontakt kommen.
Im Anfangsstadium verwechseln Betroffene die Bläschen manchmal mit Warzen. Bei Warzen handelt es sich jedoch um kleine gutartige Hautwucherungen, die an unterschiedlichen Körperstellen auftreten können. Sie werden durch Viren hervorgerufen und sind ansteckend.

Formen der Dyshidrose

  1. Bei der klassischen Dyshidrose treten die Bläschen plötzlich auf und können sich zu größeren Flächen zusammenschließen. Unbehandelt heilen sie nach mehreren Wochen ab und bilden dabei grobe Schuppen. Die Haut kann sich schälen oder aufreißen.
  2. Die Dyshidrosis lamellosa sicca ist eine leichtere chronische Variante, die schubweise auftritt. Die Bläschen trocknen schneller ein und gehen nicht auf. Sie hinterlassen runde Vertiefungen, die mit der Zeit abschuppen. Es kommt wenig oder gar nicht zu Rötungen oder Schmerzen.
  3. Die besonders schwere Form des dyshidrotischen Ekzems heißt Pompholyx. Die Blasen werden bis zu mehreren Zentimetern groß und können leicht einreißen. Dadurch besteht ein höheres Risiko, sich mit Krankheitserregern zu infizieren.

Wie entsteht eine Dyshidrose?

Die genaue Ursache ist noch nicht erforscht. Mediziner vermuten neben genetischen Einflüssen ein Zusammenspiel von inneren und äußeren Faktoren. Als äußere Faktoren gelten Feuchtigkeit, regelmäßiger Kontakt mit chemischen Substanzen und Hitze.
Die Einnahme von Medikamenten, Infekte oder Stress schwächen das Immunsystem und können eine Entstehung der Dyshidrose begünstigen.
Dr. Uwe Kirschner, Hautarzt
Als innere Faktoren gelten Unverträglichkeiten, Pilzinfektionen oder Allergien. Eine Dyshidrose kann auch das Symptom einer bestehenden Hauterkrankung wie Schuppenflechte oder Neurodermitis sein.

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Wann sollte man zum Arzt gehen?

Der Dermatologe rät Betroffenen, sich bei einem Hautarzt vorzustellen, sobald der Leidensdruck den Alltag einschränkt.
Wenn Risse entstehen, steigt das Risiko für eine Entzündung. Das sollte man unbedingt vermeiden und behandeln lassen.
Dr. Uwe Kirschner, Hautarzt
Auch wenn der Beruf aufgrund chronischer Entzündungen und Rissen in der Haut kaum oder nicht mehr ausgeübt werden kann, sollte man die Situation mit einem Facharzt besprechen.

Sofortmaßnahmen gegen Juckreiz

  • Ein Antihistaminikum in Tropfen- oder Tablettenform kann den quälenden Juckreiz für einige Stunden mildern.
  • Die betroffene Stelle kann gekühlt werden, zum Beispiel mit einem Kältepack. Das beruhigt die gereizten Nervenfasern.
  • Hand- und Fußbäder mit synthetischen Gerbstoffen trocknen die Bläschen aus und lindern den Juckreiz. Sie sind in der Apotheke erhältlich.
  • Salben oder Cremes zur Behandlung von atopischen Ekzemen können ebenfalls den Juckreiz lindern.

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Was hilft gegen ein dyshidrotisches Ekzem?

Dyshidrose ist nicht heilbar. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Erkrankung aber gut in den Griff bekommen. Erste Maßnahme: Die Haut immer gut abtrocknen und möglichst trocken halten. Die betroffenen Hautbereiche werden mit entzündungshemmenden Salben, Cremes oder Lotionen behandelt.
Bei mittelschwerer Dyshidrose können Ärzte Kortisonsalben für eine kurzfristige Behandlung verschreiben. Bei einer chronischen Dyshidrose wird als Langzeittherapie eine Salbe mit dem Wirkstoff Tacrolimus eingesetzt. Er sorgt dafür, dass weniger Botenstoffe ausgeschüttet werden, die die Entzündungen fördern.
Ist die Dyshidrose behandlungsresistent, kann eine PUVA-Lichttherapie helfen. Die betroffenen Hautstellen werden mit dem Pflanzenstoff Psoralen bestrichen und dann mit UV-A-Licht bestrahlt. Das UV-Licht hemmt die Entzündungsreaktionen der Haut. Psoralen intensiviert die Wirkung des UV-Lichts.
Starke Schweißbildung, bei der die Haut nicht richtig trocknen kann, sollte gesondert behandelt werden.

Wie kann ich Dyshidrose vorbeugen?

Betroffene sollten nach Möglichkeit Reizstoffe meiden. Dazu gehören alkalische Seifen, direkter Kontakt mit Putz- oder Spülmitteln und Metallen wie Nickel. Bei der Arbeit mit solchen Reizstoffen sollte man Schutzhandschuhe tragen. Wichtig: Die Hände müssen komplett trocken sein, bevor man die Handschuhe anzieht, denn das feuchte Milieu im Handschuh kann eine Dyshidrose fördern.
Um die Hautbarriere zu stärken, sollte die Haut morgens und abends mit einer rückfettenden, parfümfreien Pflege gut eingecremt werden.
Dr. Uwe Kirschner, Hautarzt
Der Hautarzt empfiehlt für zwischendurch eine sogenannte Protectcreme. Diese wirkt wasserabweisend und bildet einen dünnen Schutzfilm auf der Haut. Häufiges Händewaschen kann die Hautbarriere angreifen. Alternativ können die Hände stattdessen öfter desinfiziert werden.

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Quelle: ZDF
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