: Sieben Tipps fürs psychische Wohlbefinden

von Erik Hane
20.07.2023 | 09:39 Uhr
Die mentale Gesundheit beeinflusst maßgeblich das allgemeine Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit. Worauf jeder im Alltag achten sollte und wie man die Psyche stärken kann.

Stress und Unsicherheiten prägen den Alltag vieler Menschen und beeinträchtigen ihr seelisches Gleichgewicht. Wie man es schafft, mental gesund zu bleiben.

19.07.2023 | 05:20 min
Gerade in Krisen und belastenden Zeiten ist es besonders wichtig, auf das seelische Wohlbefinden zu achten. Das Thema mentale Gesundheit gewinnt daher in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Auch um psychische Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Was mentale Gesundheit auszeichnet

Mentale Gesundheit ist mehr als das Fehlen psychischer Störungen. Es ist ein Zustand völligen Wohlbefindens, Bestandteil der allgemeinen Gesundheit und schließt auch positive Aspekte wie emotionale Ausgeglichenheit und Arbeitszufriedenheit ein.
Allerdings sind Beeinträchtigungen der mentalen Gesundheit heutzutage bei vielen Menschen verbreitet. Sie reichen von leichten Einschränkungen des seelischen Wohlbefindens bis hin zu schweren psychischen Störungen.
Man muss bedenken, dass die wenigsten Menschen durch ihr Leben kommen, ohne einmal eine psychische Erkrankung zu haben. Genauso wie man eben auch körperlich erkrankt.
Prof. Tanja Michael, Psychologin und Psychotherapeutin an der Universität des Saarlandes

Warum psychische Gesundheit wichtig ist

Eine starke mentale Gesundheit ermöglicht es, mit alltäglichem Stress gut umzugehen und trotzdem mit seinem Leben zufrieden zu sein. Wer mental fit ist, kann seine vielfältigen Aufgaben am Arbeitsplatz und im Alltag besser und konzentrierter erledigen.
Mentale Gesundheit verbessert darüber hinaus die Lebensqualität. Psychischer Stress dagegen wirkt sich oft auch auf die körperliche Gesundheit aus und steigert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wie mentale Gesundheit beeinträchtigt wird

Vor allem lang andauernde Stressphasen und das Gefühl ständiger Überforderung bei hoher Arbeitsbelastung und gleichzeitig fehlender Wertschätzung wirken sich oft negativ auf die mentale Gesundheit aus. Auch finanzielle Sorgen, Beziehungsprobleme oder tiefe Trauer können Faktoren sein, die das psychische Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen, ebenso wie Einsamkeit und fehlende soziale Kontakte beispielsweise nach einem Wohnortwechsel.
Unterschätzt wird laut Tanja Michael, Psychologin und Psychotherapeutin von der Universität des Saarlandes, die Wichtigkeit von ausreichendem Schlaf. Am besten seien sieben bis neun Stunden am Tag.
Wir leben in einer Gesellschaft unausgeschlafener Menschen. Und wir schlafen immer weniger, was nicht gut für uns ist.
Prof. Tanja Michael, Psychologin
Gefährlich wird es, wenn Betroffene negative Gefühle mit dem übermäßigen Konsum von Alkohol oder anderen Drogen zu kompensieren versuchen. Wichtig ist zu verstehen, dass meist mehrere Faktoren zusammenkommen, die das mentale Gleichgewicht stören.

Weg mit der schlechten Laune und auf andere Gedanken kommen. Mit Kühen zu kuscheln soll dabei helfen.

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Wann man psychische Probleme behandeln lassen sollte

Emotionen wie Angst, Wut oder Traurigkeit, aber auch Belastungen wie Stress gehören zum Leben dazu. Wenn sie einen Menschen derart beeinträchtigen, dass sie sich extrem auf sein Wohlbefinden, die Lebensqualität und den Alltag auswirken, können sie zu behandlungsbedürftigen Störungen werden.
Das ist beispielsweise der Fall, wenn bei Betroffenen keine Freude mehr aufkommt, Schlaf, Appetit oder Lebensfreude dauerhaft negativ beeinflusst sind und auch soziale Beziehungen gekappt werden.
Professionelle Hilfe sollte man umgehend in Anspruch nehmen, wenn sich daraus z. B. anhaltende Angstzustände oder Verhaltensstörungen, Depressionen, Psychosen oder Abhängigkeiten entwickeln.

Wie man seine mentale Gesundheit stärken kann

1. Achtsamkeit trainieren

Achtsamkeit heißt, bewusst im gegenwärtigen Moment zu leben. Wichtig ist also, sich regelmäßig Zeit für sich selbst und seine Bedürfnisse zu nehmen. Es kann beispielsweise helfen, sich den Tag zu strukturieren. Oder: sich Routinen zu schaffen. Und: Auch mal lernen, Nein zu sagen.

2. Sport treiben

Mehrmals die Woche körperliche Bewegung tut Körper und Seele gut. Wem Kraft- oder Ausdauersport nicht liegt, der kann auch schwimmen oder längere Spaziergänge machen.

3. Soziale Beziehungen pflegen

Gute Freunde und ein stabiles soziales Netzwerk unterstützen einen in stressigen Phasen. Guten Freunden sollte man regelmäßig Zeit widmen. Beziehungen mit Menschen, die einem nicht guttun, die einen stressen oder Kraft kosten, sollte man meiden oder beenden.

4. Auf gesunde Ernährung achten

Empfohlen wird eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch und Fast Food und möglichst wenig Alkohol. Auch die Funktion des Gehirns ist von der Verfügbarkeit wichtiger Nährstoffe abhängig. Daher liegt es nahe, dass die Nahrungsqualität zur mentalen Gesundheit beiträgt.

5. Ruhezeiten finden

Kurze Ruhezeiten ohne digitale Ablenkung helfen Körper und Seele, sich zu entspannen. Es hilft beispielsweise, beim Warten an der Kasse oder auf einer Zugfahrt nicht ständig aufs Handy zu schauen. Auch Atemübungen können helfen, sein inneres Gleichgewicht wieder zu finden.

6. Positiv denken

Ständiges Grübeln und negative Denkmuster sollte man vermeiden und sich stattdessen auf das Positive konzentrieren. Also: Nicht immer denken, was alles im schlimmsten Fall passieren könnte, sondern sich auch sagen, dass schon alles gut gehen wird.

7. Ausreichend schlafen

Mindestens sieben Stunden sollten Erwachsene täglich schlafen, um sich körperlich und geistig zu erholen. Viele brauchen sogar noch mehr Schlaf. Bei Einschlafschwierigkeiten sollte man sich schon eine Stunde vorm ins Bett gehen aufs Schlafen vorbereiten.

Also möglichst keinen Alkohol trinken, kein schweres Essen am Abend, grelle Beleuchtung vermeiden. Dazu gehört auch, möglichst keine Medien kurz vor dem Einschlafen mehr konsumieren.

Laut Psychotherapeutin Michael sind es verschiedene Faktoren, die die mentale Gesundheit erhalten und stärken. Sie reichen von Achtsamkeit bis ausreichend Schlaf. Auch Atemübungen helfen dabei.
Unser Nervensystem beruhigt sich, wenn wir langsame Bauchatmung machen. (...) Der beste Rhythmus wäre vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden ausatmen. Das hilft, uns im Jetzt zu verankern.
Prof. Tanja Michael, Psychologin
Schon täglich zwölf Minuten Atemübungen reichen laut der Expertin aus, um ruhiger zu werden und Alltagsstress abzubauen.

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