: Tuchel vs. Alonso: Die Zukunft spielt mit

von Maik Rosner
15.09.2023 | 05:42 Uhr
Das Top-Spiel zwischen Bayern und Leverkusen wird begleitet von der Frage, ob der Ex-Münchner Alonso einmal Coach des Rekordmeisters wird. Rummenigge hat es längst prognostiziert.
Drei Spiele, drei Siege, Platz eins: Xabi Alonso hat mit seinen Leverkusenern einen Lauf. Können ihn die Bayern stoppen?Quelle: dpa
Karl-Heinz Rummenigge war früh dran mit seinem Ritterschlag. Dabei stand der Spanier Xabi Alonso ganz am Anfang seiner Trainerkarriere bei Reals Madrids C-Junioren.
Dennoch stellte Bayern Münchens damaliger Vorstandschef ihm damals schon eine der begehrtesten Stellen im Weltfußball in Aussicht. Alonso halte er für den "klügsten und besten Strategen, den ich je bei uns im Mittelfeld gesehen habe", sagte Rummenigge im April 2019 über dessen Zeit als Bayern-Spieler zwischen 2014 und 2017:
Meiner Meinung nach müssen wir uns bemühen, dass er irgendwann nach München zurückkehrt.
Karl-Heinz Rummenigge im April 2019 über Xabi Alonso
Gemeint war: als Trainer. Damals übte Niko Kovac das Amt aus. Es folgten Hansi Flick, Julian Nagelsmann und Thomas Tuchel. Alonso blieb dank Rummenigge stets ein Zukunftsthema.

Dreesens Warnungen an Tuchel

Tuchel wird vor dem Topspiel der Bundesliga zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen am Freitag auch wegen seiner mäßigen Zwischenbilanz kritisch beäugt.
Davon kündete eine Aussprache in der Länderspielpause, in der Tuchels Vorgesetzte um Vorstandschef Jan-Christian Dreesen laut "tz" unter anderem weniger Klagen über den Kader gefordert haben sollen.
Wie eine Warnung an Tuchel war ebenso Dreesens Ansage zu werten, nachdem die Transfers des Sechsers João Palhinha (Fulham) und eines Rechtsverteidigers nach den Abschieden von Benjamin Pavard (Inter Mailand) und Josip Stanisic (Leverkusen) geplatzt waren. "Er muss ein wenig kreativer sein, das ist sein Job", erinnerte Dreesen Tuchel.

Xabi Alonsos Erfolge

Alonso indes hat Rummenigges Worten Taten folgen lassen. Zwischen 2019 und 2022 schaffte er bei seinem baskischen Heimatverein Real Sociedad San Sebastián mit der zweiten Mannschaft den Aufstieg in Spaniens zweite Liga. Zwar stieg er direkt wieder ab.
Dennoch erklomm Alonso am 5. Oktober 2022 in Leverkusen die nächste Sprosse der Karriereleiter. Alonso übernahm die Werkself auf Tabellenplatz 17 und erreichte mit ihr Rang sechs und damit die Europa League.
In dieser war Leverkusen im Mai mit Alonso erst im Halbfinale knapp gegen AS Rom ausgeschieden. In dieser Saison stehen drei Ligasiege aus drei Spielen und Platz eins in der Startbilanz.

Rummenigge will Alonso als Bayern-Trainer

Immer häufiger werden Alonsos Leverkusener als ernsthafter Konkurrent für die Bayern betrachtet. Mittlerweile können sich viele Fans vorstellen, was Rummenigge früh und im Laufe der Jahre mehrfach prognostiziert hatte.
Wie im September 2020 kurz nach Bayerns Triumph in der Champions League mit Flick:
Ich glaube, dass er mal ein Trainer sein wird, der für den FC Bayern irgendwann in der Zukunft möglicherweise von Interesse sein kann.
Rummenigge im September 2020 über Alonso

Hoeneß und Rummenigge wollten Alonso als Co-Trainer

Im März 2023 verriet Rummenigge kurz vor Bayerns 1:2-Niederlage bei Alonsos Leverkusenern, dass er und Uli Hoeneß in der Amtszeit von Kovac versucht hätten, Alonso als Co-Trainer zu gewinnen.
Rummenigge sagte: "Wenn einer solche Trainer hatte wie Xabi in Liverpool, dazu bei Real, bei Bayern München, in der Nationalmannschaft und überall unglaubliche Erfolge hatte und dazu ein guter Typ ist, dazu so diszipliniert und empathisch ist, müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn er keinen Erfolg als Trainer hat."

Alonso konzentriert sich auf Gegenwart

Erfolg hat Alonso - und sollte er nun beim FC Bayern gewinnen und Tuchels Team im Meisterkampf auf Strecke ernsthaft herausfordern, hielte Rummenigges Prognosen wohl kaum noch jemand für verwegen.
Alonso will davon bisher nichts wissen. Vor seinem ersten Spiel gegen den FC Bayern als Coach sagte er im März über den möglichen Trainerjob in München: "Das ist kein Thema für mich. So weit schaue ich nicht in die Zukunft." So fern ist diese vielleicht aber gar nicht mehr.

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