: Deutsche Wirtschaft entgeht Rezession

30.04.2024 | 13:41 Uhr
Ökonomen hatten mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet - nun ist das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent gewachsen. Getragen wurde es von Bauinvestitionen und Exporten.
Die deutsche Wirtschaft wächst, aber nur leicht.Quelle: dpa
Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal dank steigender Exporte und Bauausgaben an einer Rezession vorbeigeschrammt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Januar bis März um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.
Post des Statistischen Bundesamtes

Deutsche Wirtschaft erholt sich nach Flaute

Das ist das größte Plus seit einem Jahr. Im vierten Quartal 2023 war Europas größte Volkswirtschaft noch stärker geschrumpft als bislang angenommen, und zwar um revidiert 0,5 (bisher: -0,3) Prozent. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von einer technischen Rezession gesprochen. ZDF-Börsenexpertin Sina Mainitz sagt dazu:
Deutschland ist der Rezession im ersten Quartal gerade so entwischt.
Sina Mainitz, ZDF-Börsenexpertin

Das Bruttoinlandsprodukt war im vierten Quartal 2023 gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent gesunken. Im Gesamtjahr rutschte die Wirtschaft in eine leichte Rezession.

30.01.2024 | 01:32 min
Den Statistikern zufolge wurde das Wachstum zu Jahresbeginn von Anstiegen der Bauinvestitionen und der Exporte getragen. "Die privaten Konsumausgaben gingen dagegen zurück", hieß es.
ZDFheute Infografik
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2023 insgesamt sank das Bruttoinlandsprodukt mit 0,2 Prozent etwas geringer als bislang mit minus 0,3 Prozent angenommen. Die Bundesregierung erwartet für 2024 ein Wachstum von 0,3 Prozent. Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge schlägt sich keine andere große Industrienation schlechter.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose drastisch gesenkt. In ihrem Frühjahrsgutachten erwarten sie für dieses Jahr nur ein Wachstum von 0,1 Prozent.

27.03.2024 | 02:57 min
Zuletzt verbesserten sich allerdings viele Stimmungsindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima. "Für den lange ersehnten Aufschwung der deutschen Wirtschaft keimt Hoffnung auf", sagte der Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Guido Baldi.
Und falls die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet im Juni den Leitzins senke, könne das Investitionen wieder den nötigen Schwung verleihen, betont ZDF-Expertin Mainitz. Der Service-Sektor werde belebt, Sorgenkind bleibe der Industriesektor.
Aber es ist noch lange nicht alles gut. Denn so sicher, wie es im Frühling die Eisheiligen gibt, ist es auch in der deutschen Wirtschaft teilweise noch frostig.
Sina Mainitz, ZDF-Börsenexpertin
Strukturelle Herausforderungen bleiben aber bestehen und dämpfen das Trendwachstum vorerst weiterhin - von der Alterung der Bevölkerung über die Rückstände bei der Digitalisierung bis hin zur lange verschleppten Energiewende.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich auch im April weiter aufgehellt. So ist der Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts auf 89,4 Punkte gestiegen.

24.04.2024 | 01:45 min

Bundesbank tritt noch auf die Bremse

Allerdings wächst die Zuversicht, dass künftig der private Konsum die Konjunktur anschiebt. Der Umsatz im Einzelhandel stieg im März mit real 1,8 Prozent zum Vormonat so stark wie seit fast zweieinhalb Jahren nicht mehr. "Es wächst die Hoffnung, dass der nahende Frühling den Konsum weiter anstacheln wird", sagte der Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, Alexander Krüger.
Die Bundesbank sieht die heimische Wirtschaft allerdings noch nicht vor einem anhaltenden Aufschwung. "Die Konjunktur in Deutschland hat sich etwas aufgehellt, eine durchgreifende Belebung ist aber noch nicht gesichert", heißt es im aktuellen Monatsbericht. So richtig bergauf werde es wohl angesichts von wirtschaftspolitischen Unsicherheiten, Fachkräftemangel und Bürokratiehürden erst 2025 gehen, betont auch ZDF-Expertin Mainitz.

In Deutschland bauen derzeit einige Unternehmen Arbeitsstellen ab. Ein Grund ist die fehlende Investition in technische Innovation und Forschung.

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Quelle: Reuters, ZDF

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