: Inflationsrate sinkt im Mai auf 6,1 Prozent

13.06.2023 | 09:10 Uhr
Ob billigeres Benzin oder Butter - es gibt gute Nachrichten für Verbraucher. Denn die Teuerungsrate wurde im Mai auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gedrückt.
Die spürbare Entspannung bei den Energiepreisen hat die Inflation im Mai gedämpft.
Die Inflation in Deutschland ist weiter auf dem Rückmarsch. Mit 6,1 Prozent ist die jährliche Teuerungsrate im Mai auf den niedrigsten Stand seit März 2022 gesunken. Im Mai verlor der allgemeine Preisauftrieb auf Verbraucherebene auf hohem Niveau im dritten Monat in Folge an Tempo.
Tweet des Statistischen Bundesamtes

Für Entspannung sorgen Energiepreise

Sowohl die Preise für Nahrungsmittel als auch für Energie stiegen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes weitaus weniger stark als noch im April des laufenden Jahres. Die Wiesbadener Behörde bestätigte an diesem Dienstag ihre vorläufigen Angaben von vor zwei Wochen. Die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, ordnete ein:
Die Inflationsrate hat sich damit weiter abgeschwächt, bleibt jedoch trotzdem auf einem hohen Niveau.
Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes
Seit Monaten belastet die hohe Teuerung Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie zehrt an ihrer Kaufkraft, die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten. In Umfragen sagen viele Menschen, dass sie mit ihrem Geld kaum noch über die Runden kämen.
Das Statistische Bundesamt hatte Ende Mai bereits eine Schätzung abgegeben:

Teurerer Strom, preiswertere Butter

Im März des laufenden Jahres hatte die Inflationsrate mit 7,4 Prozent erstmals seit August 2022 wieder die 8-Prozent-Marke unterschritten. Für April hatte das Bundesamt eine Teuerungsrate von 7,2 Prozent errechnet. Von April auf Mai des laufenden Jahres sanken die Verbraucherpreise hierzulande den Berechnungen zufolge um 0,1 Prozent.
ZDFheute Infografik
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Der Preisauftrieb bei Energieprodukten lag im Mai bei 2,6 Prozent im Jahresvergleich und damit deutlich unter der Gesamtinflation. Diesen Trend gibt es seit Monaten - vor allem wegen des Basiseffekts durch den sprunghaften Anstieg nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 und wegen der Entlastungsmaßnahmen der Regierung.
  • Deutlich teurer wurden zuletzt noch Erdgas, Strom und Fernwärme.
  • Billiger waren hingegen leichtes Heizöl und Kraftstoffe.
Bei den Nahrungsmitteln gab es mit 14,9 Prozent im Jahresvergleich wieder ein deutliches Plus, trotz einer Abschwächung blieben sie "mit Abstand der stärkste Preistreiber unter den Güterbereichen", wie das Bundesamt mitteilte.
  • Deutlich teurer wurden vor allem Molkereiprodukte (plus 28,2 Prozent),
  • Brot und Getreideerzeugnisse (plus 19,3 Prozent)
  • und Gemüse (plus 17,3 Prozent)
  • Bei Butter gab es hingegen einen deutlichen Preisrückgang um 23,3 Prozent.

Geringere Inflation erwartet

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, sieht in der Entwicklung einen Trend, der sich bis zum Jahresende fortsetzen dürfte. Für das Gesamtjahr rechnen die Experten angesichts der hohen Inflation zum Jahresbeginn noch mit einer Rate von über 5 Prozent - 2024 dann aber wieder mit unter 2,5 Prozent.
Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse "mit ihren Zinsschritten nun zunächst eine Pause einlegen und die weitere Entwicklung abwarten", erklärte Dullien weiter. Die Inflation bewege sich "absehbar" in Richtung des EZB-Ziels von zwei Prozent und zugleich entfalteten die "kräftigen Zinserhöhungen der vergangenen Monate ihre volle Wirkung erst mit Zeitverzögerung", begründete er seine Aufforderung.
Quelle: dpa, AFP

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