: US-Pharmariese Lilly eröffnet Fabrik in Alzey

17.11.2023 | 14:35 Uhr
Robert Habeck und Karl Lauterbach zeigen sich erfreut: US-Pharmariese Eli Lilly wird im rheinland-pfälzischen Alzey eine High-Tech-Fabrik aufbauen.

Der US-Pharmariese Eli Lilly wird in Rheinland-Pfalz eine Fabrik eröffnen.

17.11.2023 | 01:28 min
Der US-Pharmariese Eli Lilly will rund 2,3 Milliarden Euro in ein neues Werk im rheinland-pfälzischen Alzey investieren. In der High-Tech-Fabrik sollen injizierbare Medikamente produziert werden, darunter ein Diabetes-Mittel. Das teilte der Konzern in Berlin mit.
Es sollen dauerhaft bis zu 1.000 Jobs für hochqualifizierte Fachkräfte entstehen. Im Gegensatz zu anderen Großprojekten etwa von Chipherstellern in Ostdeutschland soll Lilly ohne Subventionen der öffentlichen Hand und damit ohne deutsches Steuergeld auskommen, hatten Insider Reuters gesagt. Wirtschaftsminister Robert Habeck sprach von einer guten Nachricht für den Standort.
Diese Investition bestärkt die Bundesregierung in Ihren Bemühungen, den Pharmastandort Deutschland wieder attraktiver zu machen.
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister

Eli Lilly ist wertvollster börsennotierter Gesundheitskonzern der Welt

Üblicherweise werden durch solche Großprojekte dann bei Zulieferern weitere Arbeitsplätze geschaffen - etwa bei Verpackungsmaterialien. Das US-Unternehmen, das seit 1960 in Deutschland präsent ist, beschäftigt hierzulande rund 1.000 Mitarbeiter, vor allem in Bad Homburg. Der Konzern-Hauptsitz von Lilly ist in Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana.
Mit einem Marktwert von rund 560 Milliarden Dollar ist Lilly der wertvollste börsennotierte Gesundheitskonzern der Welt. Die Investitions-Entscheidung für Deutschland und Alzey sei aufgrund der hervorragenden Infrastruktur und sehr gut ausgebildeten Fachkräfte gefallen, hieß es.

Medizinjournalist Dr. Christoph Specht erläutert Wirkung und Risiken von Abnehmspritzen

09.08.2023 | 05:54 min

Hype um Abnehmspritzen

Lilly produziert derzeit das Diabetes-Medikament Mounjaro, das auch gegen Fettleibigkeit (Adipositas) eingesetzt werden kann. Die Arznei ist in den USA und in Europa als Diabetes-Mittel zugelassen und wird unter dem Namen Zepbound vertrieben. In der EU wurde die erweiterte Nutzung von Mounjaro für die Zulassung durch die EU-Kommission empfohlen. Diese steht aber noch aus.
Seit Monaten gibt es einen Hype um die Abnehmspritzen. Lilly will ähnlich wie Novo Nordisk von einem Trend besonders in den USA profitieren. Oft gesunde und sogar nicht übergewichtige Menschen kaufen die Mittel, um die Pfunde schmelzen zu lassen. Die Präparate wurden als Diabetes-Medikamente entwickelt, haben sich aber als wirksamer Appetitzügler erwiesen. Sie ahmen die Wirkung von Darmhormonen nach und verstärken das Sättigungsgefühl.
Der Rivale Novo Nordisk, der schon länger seine Abnehmspritze anbietet, kam bereits in Lieferschwierigkeiten. Experten sehen einen gigantischen Markt - denn Übergewicht ist ein globales Phänomen. Lilly-Vorstandschef Dave Ricks verwies im Mai auf 650 Millionen Menschen weltweit, die schon jetzt krankhaft übergewichtig seien. Offiziellen Schätzungen zufolge könnte diese Zahl bis 2030 auf rund eine Milliarde wachsen.

Nicht nur die WHO schlägt Alarm: In den Industrienationen werden die Menschen immer dicker. Fettleibigkeit hat gravierende Folgen für die Gesundheit. Und zunehmend auch für die Krankenkassen.

09.01.2020 | 57:56 min

Rheinland-Pfalz setzt Pharma-Schwerpunkt

Rheinland-Pfalz verstärkt mit der Milliarden-Investition seine Bedeutung als Biotech- und Pharma-Cluster in Deutschland mit Firmen wie Biontech in Mainz oder Boehringer in Ingelheim. Andere kürzlich getätigte Investitionen in Deutschland, darunter Chipfabriken von Intel (USA) und TSMC (Taiwan), wurden mit dem Versprechen massiver öffentlicher Subventionen gewonnen.
Hintergrund des Werbens um neue Ansiedlungen ist die in der Corona-Krise ausgelöste Debatte über sichere Lieferketten und Abhängigkeiten bei Medikamenten von asiatischen Produzenten wie China oder Indien.
Die Sorge vor unsicheren Lieferketten ist durch geopolitische Spannungen durch den russischen Angriff auf die Ukraine im vergangenen Jahr noch gestiegen. Kanzler Olaf Scholz hatte mehrfach betont, dass die Bundesregierung die Möglichkeiten für Pharmafirmen verbessern wolle, anonymisierte Patientendaten zu verwenden. Dazu ist ein neues Pharmaforschungsgesetz geplant. Noch in diesem Jahr ist zudem ein Pharma-Gipfel mit Kanzler Scholz geplant.
Quelle: Reuters, dpa

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