: Weil: Ein nie dagewesenes Ausmaß

28.12.2023 | 17:49 Uhr
Die Hochwasserlage in Niedersachsen ist angespannt - das Ausmaß laut Ministerpräsident Weil ein Novum. Der Serengeti-Park evakuiert erste Tiere, und aus Bayern reisen Helfer an.
Flächen vom Serengeti-Park sind teilweise von Wasser überflutet - erste Tiere wurden bereits evakuiert. Quelle: Philipp Schulze/dpa
Überflutete Ortsteile, evakuierte Menschen und Tiere: Die Hochwasserlage hält viele Menschen im Osten und Norden Deutschlands in Atem. Besonders betroffen ist Niedersachsen. Eine Hochwasserlage wie derzeit ist laut Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ein Novum:
Ein Hochwasser diesen Ausmaßes hat es hier bei uns zuvor nie gegeben.
Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsen (SPD)
An vielen Orten im Bundesland ist die Situation weiterhin angespannt: Hohe Pegel, Evakuierungen im bekannten Serengeti-Park, Baumfällungen zur Deichsicherung und Hilfe aus Bayern. Ein Überblick.

Teile Deutschlands sind nach tagelangen Regenfällen überschwemmt. Besonders dramatisch ist es in Niedersachsen: Hier mussten Menschen aus den Fluten gerettet werden.

28.12.2023 | 01:52 min

Weil: 100.000 Menschen gegen Hochwasser im Einsatz

Laut Weil sind im Bundesland mehr als 100.000 Menschen im Einsatz gegen das Hochwasser. "Die Bilder gleichen sich und doch sind sie vielerorts erschreckend: Riesige Wassermassen dort, wo sich sonst vergleichsweise kleine Flüsse durch die Landschaft schlängeln, mit Sandsäcken verstärkte Deichanlagen, Pumpen im Dauerbetrieb."
In sechs Landkreisen sowie der Stadt Oldenburg sei ein sogenanntes außergewöhnliches Ereignis festgestellt worden, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Betroffen sind die Landkreise Celle, Oldenburg, Emsland, Osterholz, der Heidekreis sowie Verden und die Stadt Oldenburg. Durch die Feststellung eines außergewöhnlichen Ereignisses können Landkreise beispielsweise einfacher auf Hilfskräfte zugreifen.
Zahlreiche Pegel waren am Nachmittag über der höchsten Meldestufe - insbesondere im südlichen Teil des Bundeslands, wie der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz mitteilte.
Betroffen von hohen Pegelständen seien etwa die Flüsse Weser, Aller, Leine und Oker. Wegen des Aller-Hochwassers mussten in der niedersächsischen Gemeinde Winsen rund 300 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Das Wasser stand laut Landkreis Celle in einigen Straßen rund 40 bis 50 Zentimeter hoch.

Der Serengeti-Park Hodenhagen kämpft mit dem Hochwasser. Tiere mussten in Sicherheit gebracht werden, die Stromversorgung fiel zeitweise aus.

28.12.2023 | 01:21 min

Serengeti-Park: Erste Tiere evakuiert

In einigen Stallungen der Dschungel-Safari im Serengeti-Park in Hodenhagen mit mehr als 200 Affen sei Wasser eingedrungen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Lemuren, Varis, Präriehunde und Erdmännchen mussten ihre Gehege verlassen und seien nun woanders auf dem Gelände nördlich von Hannover untergebracht.
Weite Teile des Geländes sind nach Parkangaben überflutet und teilweise gar nicht zu erreichen. Im Nordosten des Geländes sind unter anderem Verwaltungs- und Versorgungsgebäude, Restaurants, Shops und ein Teil der Lodges von Wassermassen umschlossen.

Sprecherin: Versetzung von Tieren "nicht ganz ungefährlich"

Kritisch sei die Lage vor allem bei den Masai-Mara Lodges, neben Hütten zum Übernachten sind dort Antilopen und Giraffen. Auch da sei schon Wasser in die Stallungen eingedrungen. Im Notfall müssten die riesigen Tiere evakuiert werden.
Eine Giraffe umzusetzen, muss man sich gut überlegen. Das ist nicht ganz ungefährlich.
Sprecherin des Tierparks
Für das ganze Gelände musste zeitweise der Strom abgestellt werden. Nun behilft sich der Park mit mehreren Notstromaggregaten, um die Stallungen beheizen und Trinkwasser aufbereiten zu können. In dem Park leben unter anderem Löwen, Nashörner, Tiger und Elefanten.

Unermüdlich kämpfen Einsatzkräfte und Freiwillige gegen das Hochwasser. Von Entspannung kann in Niedersachsen noch keine Rede sein.

28.12.2023 | 01:47 min

Niedersachsen kämpft gegen das Hochwasser - und bekommt Hilfe

Aufgrund des Hochwassers müssen zur Deichsicherung in Oldenburg Bäume gefällt werden. Das Fällen der Bäume soll am Freitagmorgen beginnen, teilte die Stadt Oldenburg mit. Die Maßnahme gelte als Gefahrenabwehr, da die Standsicherheit der Bäume im durchweichten Boden gefährdet sei.
Die Feuerwehren aus Augsburg, Kempten, Rosenheim und München schicken Hilfstrupps nach Niedersachsen, um vor Ort bei der Hochwasserlage zu unterstützen. Aus Augsburg wird eine mobile Hochwasserschutzwand nach Meppen (Landkreis Emsland) in Niedersachsen gebracht, sagte ein Sprecher der Augsburger Feuerwehr.

Die Risiken von Hochwasser müssen effektiver gemanagt werden. Was das konkret heißt, wird hier mit Grafiken erklärt.

14.07.2023 | 01:52 min

Weil: Hochwasser als Folge des Klimawandels

Experten würden seit langem davor warnen, dass die immer häufigeren Wetterextreme mit dem Klimawandel zusammenhängen, sagte Ministerpräsident Weil zum Hochwasser. Man müsse in der Zukunft das Engagement in der Hochwasserprävention weiter verstärken sowie den CO2-Ausstoß dringend weiter reduzieren, betonte er.
Quelle: dpa

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