: Schicksal vierjähriger Geisel bewegt die Welt

27.11.2023 | 18:56 Uhr
Ein kleines Mädchen musste die Ermordung seiner Eltern miterleben und wurde von der Hamas verschleppt. Nach der Freilassung ist die Vierjährige bei ihren Verwandten in Israel.

50 Tage lang war die kleine Abigail in der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen. Noch immer befinden sich etwa 180 Menschen in der Gewalt von Terroristen.

27.11.2023 | 01:31 min
Das Schicksal eines vierjährigen Mädchens, das unter den von der islamistischen Hamas Freigelassenen war, bewegt die Herzen vieler Menschen. Die Kleine musste vor ihrer Verschleppung in den Gazastreifen die Ermordung ihrer beiden Eltern mit ansehen.
Jetzt ist sie wieder mit ihren Angehörigen vereint. Die Familie des Kindes veröffentlichte am Montag Fotos des Wiedersehens. Das US-amerikanische Mädchen war am Sonntagabend im Rahmen eines Abkommens zwischen Israel und der Hamas freigekommen.
Eine in israelischen Medien verbreitete Aufnahme zeigte die kleine Avigail lächelnd auf dem Schoß ihrer Tante auf einem Bett in einem Kinderkrankenhaus im Beisein ihres Onkels und ihrer Großeltern.
Post von KAN

Hamas-Terroristen erschossen Mutter des Kindes

An jenem 7. Oktober war die damals Dreijährige mit ihren beiden zehn und sechs Jahre alten Geschwistern zu Hause in einem Kibbuz an der Grenze zum Gazastreifen, als die Terroristen der Hamas einfielen und vor den Augen der drei Kinder die Mutter erschossen, wie US-Medien berichteten.

Es bestehen Hoffnungen auf eine Verlängerung der Feuerpause im Nahostkonflikt. ZDF-Korrespondent Dominik Lessmeister berichtet aus Tel Aviv.

27.11.2023 | 02:01 min

Vater legte sich schützend über seine Tochter

Als ihr Vater sich schützend über seine Tochter legte, sei auch er erschossen worden. Ihre Geschwister überlebten, weil sie sich in einem Schrank versteckten, wo sie 14 Stunden lang ausgeharrt hätten, bevor sie gerettet wurden, hieß es.
Ihre kleine Schwester, die zunächst für tot gehalten worden sei, sei unter der Leiche ihres Vaters hervorgekrochen und zum Haus eines Nachbarn gerannt, zitierte die "Washington Post" eine Verwandte des Mädchens.

Bundespräsident Steinmeier ist nach Israel gereist. Am Morgen traf er Präsident Herzog. Nach einem Besuch in einem Kibbuz und einem Gespräch mit Netanjahu will er eine Klinik in Ost-Jerusalem besuchen.

27.11.2023 | 02:24 min
Die Terroristen griffen sich dort das Mädchen zusammen mit der fünfköpfigen Nachbarsfamilie und verschleppten sie mit vielen anderen Zivilisten in den Gazastreifen. Am vergangenen Freitag wurde die Kleine in Gefangenschaft vier Jahre alt.

Netanjahu: Keine Eltern, aber eine Nation, die sie umarmt

"Was sie ertragen musste, ist unvorstellbar", sagte US-Präsident Joe Biden, nachdem das Mädchen am Sonntag als erste US-Staatsbürgerin unter den Geiseln im Zuge der Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas freigekommen war.
Sie hat ein furchtbares Trauma erlebt.
Joe Biden, US-Präsident
"Was für eine Freude ist es, sie bei uns zu sehen, aber andererseits ist es auch traurig, dass sie in eine Realität zurückkehrt, in der sie keine Eltern hat", sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.
Sie hat keine Eltern - aber sie hat eine ganze Nation, die sie umarmt, und wir werden uns um alle ihre Bedürfnisse kümmern.
Benjamin Netanjahu, israelischer Ministerpräsident

Verwandte des Mädchens: Erleichterung und Dankbarkeit

Die Großtante und die Cousine sagten am Sonntag laut der Zeitung in einer Erklärung, sie hätten "keine Worte, um unsere Erleichterung und Dankbarkeit" auszudrücken.

Die Hamas hat weitere 17 Geiseln freigelassen - 14 Israelis und drei Ausländer. Sie soll sich bereit erklärt haben, die Feuerpause zu verlängern und mehr Geiseln freizulassen.

26.11.2023 | 02:36 min
Seit Freitag sind bisher 58 der etwa 240 Geiseln aus der Gewalt der Hamas freigekommen. An diesem Montag wird die Freilassung weiterer zehn Geiseln erwartet.
Quelle: dpa

Themen

Aktuelle Nachrichten zum Nahost-Konflikt