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: Niger: Bundeswehr evakuiert rund 30 Personen

03.08.2023 | 21:06 Uhr
Nach dem Putsch droht im Niger eine weitere Eskalation. Nun evakuiert die Bundeswehr rund 30 Personen aus dem Krisenland - Deutschland hatte zunächst auf eigene Flüge verzichtet.

Eine Bundeswehrmaschine hat etwa 30 Personen aus dem Niger ins niedersächsische Wunstorf gebracht. An Bord sollen Bundeswehrsoldaten und europäische Zivilisten gewesen sein.

04.08.2023 | 00:17 min
Nach dem Militärputsch im Niger hat die Bundeswehr rund 30 Personen aus dem westafrikanischen Land ausgeflogen. Ein Transportflugzeug vom Typ A400M habe den Flughafen der Hauptstadt Niamey verlassen, schrieb die Bundeswehr auf Twitter.
Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos bestätigte die Angaben. Die Ankunft des Flugzeugs werde in der Nacht im niedersächsischen Wunstorf erwartet. Die Nationalitäten der Evakuierten waren zunächst unklar. Zudem war nicht bekannt, ob es sich dabei um Zivilisten handelte.
Tweet der Bundeswehr
Die Bundesregierung hatte zunächst auf eigene Evakuierungsflüge verzichtet. Rund 60 Deutsche wurden mit französischen Flugzeugen in Sicherheit gebracht. Das Außenministerium in Paris erklärte die eigene Evakuierungsaktion am Donnerstag für abgeschlossen.

Niger war wichtiger Standort für Bundeswehr

Im Niger hatten Offiziere der Präsidialgarde in der vergangenen Woche den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum festgesetzt und für entmachtet erklärt. Der Kommandeur der Eliteeinheit, General Abdourahamane Tiani, ernannte sich im Anschluss selbst zum neuen Machthaber. Kurz nach Tianis Machtübernahme setzten die Putschisten die Verfassung außer Kraft und lösten alle verfassungsmäßigen Institutionen auf.

Nach dem Militärputsch in Niger ziehen Großbritannien und die USA Teile ihres Botschafts-Personals ab.

03.08.2023 | 00:17 min
Nach Militärputschen in Mali und Burkina Faso seit 2020 war der Niger das letzte der drei Nachbarländer in der Sahelzone, das von einer demokratisch gewählten Regierung geführt wurde.
Die Bundeswehr betreibt einen Lufttransportstützpunkt in Niamey, der das zentrale Drehkreuz für die Bundeswehr in Westafrika und wichtig für den laufenden Abzug aus dem benachbarten Mali ist. Dort waren zuletzt mehr als 100 deutsche Soldaten stationiert.

Die Fragilität der Institutionen in Niger sei unterschätzt worden, so Afrika-Expertin Simone Schnabel. Dies sei auch ein Grund für den Putsch.

01.08.2023 | 12:58 min

Pistorius: Lage für deutsche Soldaten im Niger ist "ruhig"

Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte die Lage für die deutschen Soldaten in Niamey als "ruhig" bezeichnet. Der SPD-Politiker betonte, sein Ministerium habe in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt die Situation im Blick: "Die Priorität Nummer eins ist die der Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten."
Der Konflikt im Niger könnte weiter eskalieren. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hatte den Putschisten ein Ultimatum gestellt. Sollte der festgesetzte Präsident Bazoum nicht bis Sonntag wieder eingesetzt werden, werde Ecowas Maßnahmen ergreifen, die Sanktionen und auch Gewalt umfassen könnten, hieß es.
Quelle: dpa

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