Wie viele wurden bisher gegen Corona geimpft?

von Simon Haas, Robert Meyer
18.01.2021 | 17:04 Uhr
Wie erfolgreich ist die Impfkampagne in deutschen Bundesländern und anderen Staaten, wo gerät sie ins Stocken? Aktuelle Zahlen zeigen, wie viele Menschen bereits geimpft wurden.
In Deutschland ist die Impfkampagne am 27. Dezember mit dem Impfstoff von Biontech gestartet - rund zwei Wochen später als in den USA und in Großbritannien.
Die folgende Übersicht zeigt die Zahl der verabreichten Corona-Impfdosen in Deutschland im Vergleich zu ausgewählten Staaten. Alle Grafiken werden laufend automatisch aktualisiert. Weitere Daten, zum Beispiel die Impfquote, folgen, sobald sie das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht.
Im Vergleich zu vielen anderen Staaten verläuft die Impfkampagne hierzulande schleppend, unteren anderem, weil die EU-Kommission zu wenig und zu spät bei Biontech vorbestellt hat. Der Impfstoff der Firma aus Mainz war der erste, der in der EU zugelassen wurde. Seit dem 6. Januar ist auch das Impfen mit dem Moderna-Impfstoff erlaubt.
Zwischen den einzelnen Bundesländern in Deutschland gibt es ebenfalls große Unterschiede. Die Zahlen wurden ebenfalls ins Verhältnis zur Bevölkerungsgröße gesetzt, um sie vergleichbarer zu machen.

Immunität erst nach zweiter Impfdosis

Für den vollständigen Schutz vor einer Erkrankung mit Covid-19 muss der Biontech-Impfstoff zwei Mal im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Damit ist es beispielsweise wirksamer als jenes von Astrazeneca, das bisher nur außerhalb der EU zugelassen ist, etwa in Großbritannien. Allerdings ist der Biontech-Impfstoff vergleichsweise teuer und muss aufwendig gekühlt werden.
Weil für eine vollständige Immunisierung in der Regel mehrere Dosen nötig sind, ist die in diesem Artikel dargestellte Gesamtzahl der verabreichten Impfdosen nicht gleichzusetzen mit der sogenannten Impfquote. Diese zeigt den prozentualen Anteil aller bisher vollständig Geimpften an der Gesamtbevölkerung.

Ältere werden zuerst gegen Corona geimpft

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, zunächst Menschen über 80 Jahren sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen zu impfen. Diese Gruppen sind am häufigsten von schweren Covid-19-Verläufen betroffen. Pflegekräfte und Ärzte erhalten ebenfalls vorrangig eine Impfung.
Langfristig sollen aber alle Menschen die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. Das Ziel: Genug Menschen in der Bevölkerung gegen Covid-19 zu impfen, um Herdenimmunität zu erreichen.

60 bis 70 Prozent müssten geimpft werden

Die Idee der Herdenimmunität: Je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger erkranken an Corona, da jede Infektionskette schnell wieder abbricht. Durch Herdenimmunität werden auch Personen geschützt, die sich noch nicht haben impfen lassen oder das auch gar nicht können.
Laut Experten müssten wohl 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 vollständig immun sein, damit Infektionsketten regelmäßig unterbrochen werden können.

Diese Impfstoffe werden bald zugelassen

Neben Biontech, Moderna und Astrazeneca forschen der WHO zufolge noch rund 200 weitere Firmen, Universitäten und Institute an einem Corona-Impfstoff. Die folgende Tabelle zeigt, welche Phasen der klinischen Tests die Projekte derzeit durchlaufen oder abgeschlossen haben (●) und welche nicht (○). Die letzte Spalte zeigt, ob der Impfstoff bereits in der EU (●) zugelassen wurde.

Woher stammen die Zahlen?

ZDFheute bezieht die Zahlen für Deutschland direkt von der Webseite des Robert-Koch-Instituts (RKI). Internationale Zahlen stammen von der Online-Plattform Our World in Data (Owid). Diese sammeln Owid-Mitarbeiter in der Regel auf den Webseiten der Gesundheitsministerien. Im Einzelfall können die Zahlen auch aus Medienberichten stammen.
Die Tabelle mit den Impfstoff-Projekte basiert auf den neuesten WHO-Daten, die Mitarbeiter des NDR regelmäßig aktualisieren.

Wann gibt es neue Zahlen für Deutschland?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht die Impfzahlen von Montag bis Samstag jeweils gegen Mittag. Die Gesamtzahl der Impfungen umfasst alle Impfungen, die bis zum Vortag durchgeführt und dem RKI bis zum Mittag gemeldet worden sind. Weil nicht alle Impfungen rechtzeitig gemeldet werden, können sich diese Zahlen im Nachhinein noch ändern.

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