Wo neue Corona-Verschärfungen drohen

von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz
19.04.2021 | 06:51 Uhr
Ob Corona-Maßnahmen gelockert oder verschärft werden, hängt auch von der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz ab. Eine Karte zeigt, ob die Obergrenze in Ihrer Region eingehalten wird.
Wie hoch ist die Corona-Inzidenz in meiner Region? Von dieser Frage wird abhängen, in welchen Bereichen künftig gelockert oder die Maßnahmen weiter verschärft werden.
Folgende Karte zeigt, welche Regionen die Obergrenze von 35, 50 und 100 ("Notbremse") aktuellen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschreiten (7-Tage-Inzidenz). Die Daten werden laufend automatisch aktualisiert.
Ein Klick auf den Landkreis zeigt zudem, wie hoch die Inzidenz genau ist - und wie viele Infektionen in den vergangenen sieben Tagen hinzugekommen sind.
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Mitte März haben Bund und Länder den Shutdown bis zum 18. April verlängert. Die Anfang März eingeführte "Notbremse" ab einem Inzidenzwert von über 100 soll demnach weiter verschärft werden:
  • Mitfahrer in Autos müssen medizinische Masken tragen - wenn sie nicht zum Hausstand des Fahrers gehören.
  • Tagesaktuelle Schnelltests sind an Orten verpflichtend, an denen Abstandsregeln und Maskenpflicht nicht eingehalten werden können.
  • Es können zusätzliche Ausgang- und Kontaktbeschränkungen eingeführt werden.
Die bisher geltenden Maßnahmen gelten weiter. Ein zuerst beschlossener verschärfter Shutdown über Ostern wurde kurz nach Beschluss wieder zurückgezogen.

Wie hoch sind die Corona-Zahlen in meiner Region?

Wie die Lage in den einzelnen Regionen ist, zeigen aktuelle Daten der Firma Risklayer:
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ZDFheute zeigt Entwicklungen früher

Zusammen mit Mitarbeitern des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sammelt Risklayer mehrmals täglich Zahlen direkt aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Städte und Kreise.
Um schnell auf einen regionalen Corona-Ausbruch reagieren zu können, sind diese Daten besser geeignet als jene der Landesgesundheitsämter und des Robert-Koch-Instituts (RKI). Wegen einer langen Meldekette hinken Landes- und Bundesbehörden dem Infektionsgeschehen in der Regel um mehrere Tage hinterher. Welche Daten für regionale Corona-Maßnahmen ausschlaggebend sind, ist von Land zu Land verschieden.

Darum gibt es die Obergrenze

Die alte Obergrenze von 50 aktuellen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner war Anfang Mai von Bund und Ländern beschlossen worden. Diese durften anschließend selbst über weitreichende Lockerungen entscheiden, zum Beispiel über die Wiedereröffnung von Restaurants, Clubs, Kinos und Hotels.
Im Gegenzug verpflichteten sich die Bundesländer im Mai, notfalls mit regionalen Verschärfungen zu reagieren: Sobald die Summe der bekannten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage die Obergrenze in einem Kreis oder in einer Stadt überschreitet, sollen die Landesregierungen vor Ort wieder härter durchgreifen. Als die Infektionszahlen im Herbst und Winter 2020 wieder gestiegen waren, wurden die Regelungen mehrfach verschärft. Seit Dezember gilt wieder ein bundesweiter Shutdown.

Sind die Daten zur Obergrenze immer aktuell?

ZDFheute greift bei den täglichen Neuinfektionen auf die Daten der Karlsruher Firma Risklayer zurück. Diese werden laufend aktualisiert. Risklayer bezieht die Daten aus den Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Kreise und Städte, diese wiederum erhalten Meldungen über neue Corona-Infektionen direkt von den Ärzten und Laboren. Dadurch sind die Risklayer-Zahlen in der Regel aktueller als jene der Bundesbehörde RKI sowie der Landesgesundheitsämter. Wegen des komplizierten Meldesystems liefert insbesondere das RKI für viele Regionen ein unvollständiges und damit verzerrtes Bild vom Infektionsgeschehen. Doch auch die Risklayer-Zahlen können vom aktuellen Infektionsgeschehen überholt werden. Zum Beispiel, wenn Zahlen nicht oder verzögert auf den Webseiten der Gesundheitsämter veröffentlicht werden.
Mitarbeit: Simon Haas (bis 31. Januar 2021)

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