Grafiken

: Wie viele sich infizieren und sterben

von M. Hörz, R. Meyer, M. Zajonz
05.07.2022 | 09:15 Uhr
Wie breitet sich Corona in Deutschland aus? Wie viele Menschen kommen ins Krankenhaus? Wie viele sterben? Die wichtigsten Zahlen zur Pandemie in interaktiven Karten und Grafiken.
In Deutschland wurden mittlerweile mehr als 28 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt, rund 140.000 Menschen sind verstorben. Weltweit sind es insgesamt mehr als 540 Millionen Fälle - und mehr als sechs Millionen Todesfälle.

Die wichtigsten Corona-Zahlen

Die folgende Grafik zeigt die Fallzahlen, Todeszahlen, Impfquote und die Lage in den Kliniken auf einen Blick. Weiter unten im Text und in weiterführenden Artikeln finden Sie detaillierte Erläuterungen zu den entsprechenden Daten rund um das Coronavirus.
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Corona-Infektionen in Deutschland

Die Linie unten zeigt die Zahl der Neuinfektionen im 7-Tage-Schnitt. Weil zum Beispiel am Wochenende grundsätzlich weniger Fälle gemeldet werden, bildet der Schnitt den aktuellen Trend besser ab als die täglich gemeldeten Zahlen.
Bei sehr hohem Infektionsgeschehen muss die Zahl der Neuinfektionen mit besonderer Vorsicht interpretiert werden. Die Dunkelziffer liegt dann nochmal höher als bei niedrigen Zahlen. Die Gründe: Die Kapazitäten für PCR-Tests stoßen z.B. an ihre Grenzen oder sie müssen priorisiert werden, u.a. für medizinisches Personal. Auch überlastete Gesundheitsämter können zu einer noch höheren Dunkelziffer beitragen.
Hinweis: Seit Anfang Juni meldet das RKI sonntags in der Regel keine deutschlandweiten Neuinfektions- und Todeszahlen mehr, da am Wochenende nur wenige Ämter überhaupt noch Zahlen weitergeben.
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Wichtig ist aber auch, wie hoch der Anteil positiver Corona-Tests ist. Die neuesten Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) bilden jeweils das Infektions- und Testgeschehen der Vorwoche ab. Die Daten werden vom RKI alle zwei Wochen aktualisiert.
Da sich die Teststrategie im Lauf der Pandemie mehrfach geändert hat (z.B. Priorisierung von medizinischem Personal), ist die Positivrate nicht uneingeschränkt mit früheren Werten vergleichbar.
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Omikron-Variante BA.5 breitet sich aus

In den vergangenen Jahren hat sich das Virus verändert. Neue Varianten haben der Pandemie immer wieder eine neue Dynamik gegeben.
Seit einigen Wochen breitet sich in Deutschland ein neuer Omikron-Subtyp aus: BA.5. Der Virustyp verbreitet sich offenbar nochmal effektiver als die bisher vorherrschende BA.2-Variante. Bislang scheint sie aber nicht schlimmer zu verlaufen als frühere Virus-Varianten.
Omikron scheint die Immunantwort des Körpers teilweise umgehen zu können, sodass Impfung und Genesung nicht mehr so lange schützen wie bei Delta. Dennoch scheint vor allem eine Booster-Impfung noch gut vor schweren Verläufen zu schützen - und bietet einen etwas besseren Schutz vor Infektion als eine doppelte Impfung.
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Alter der Corona-Infizierten

Die Pandemie trifft verschiedene Altersgruppen unterschiedlich stark. Die nachfolgende, jeweils wöchentlich aktualisierte Grafik zeigt, wie viele bestätigte Corona-Fälle es je 100.000 Einwohner in den verschiedenen Altersgruppen gegeben hat. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Schüler z.B. häufiger getestet werden.
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Todesfälle in Deutschland

Viele Menschen sind im Laufe der Pandemie an Corona gestorben. Wie auch bei den Neuinfektionen bildet der 7-Tage-Schnitt bei der Zahl der Todesfälle den Trend zum Beispiel wegen Meldelücken am Wochenende besser ab:
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Lage in den Kliniken

Ein überlastetes Gesundheitssystem - das gilt es während der gesamten Pandemie zu verhindern. Die unten dargestellte Hospitalisierungsinzidenz gibt an, wie viele Menschen in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus (nicht nur auf Intensivstationen) gekommen sind.
Dabei wird allerdings nicht unterschieden, ob sie wegen oder nur mit Corona ins Krankenhaus gekommen sind. Wegen massiver Meldeverzüge berechnet das RKI auch eine angepasste - gesetzlich nicht relevante - Hospitalisierungsinzidenz.
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Welche Probleme hat die Hospitalisierungsinzidenz?

Die Hospitalisierungsinzidenz hat massive Probleme. Der tagesaktuelle Wert fällt wegen fehlender Nachmeldungen deutlich zu gering aus - teilweise dauert es mehrere Wochen, bis eine Krankenhausaufnahme gemeldet wird. Die vom Robert-Koch-Institut ausgewiesene Hospitalisierungsinzidenz beinhaltet zudem nur Hospitalisierungen, bei denen auch die Covid-Infektion in den vergangenen sieben Tagen gemeldet wurde.

Was ist die geschätzte Hospitalisierungsinzidenz?

Das RKI berechnet eine angepasste - gesetzlich nicht relevante - Hospitalisierungsinzidenz, die die Meldeverzüge ausgleichen soll. Die statistische Schätzung bringt aber auch Unsicherheiten mit sich. Der tatsächliche Wert könnte auch etwas über oder unter der hellblauen Linie liegen, weicht in der Regel aber nicht massiv vom später nachgemeldeten, tatsächlichen Wert ab.
In folgender Übersicht können Sie zudem die offiziell gemeldete, nicht die geschätzte Hospitalisierungsinzidenz in Ihrem Bundesländern nachschauen. Aufgrund der Meldeverzüge und der Berechnungsweise sind auch diese Zahlen mit großer Vorsicht zu genießen. Sie werden in den kommenden Tagen noch stark nach oben korrigiert.
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Lage auf den Intensivstationen

Viele Menschen kommen aber nicht nur ins Krankenhaus, sondern müssen auf die Intensivstation. Folgende Grafik zeigt die Zahl der Covid-Intensivpatienten in Deutschland. Die Belastung der Intensivstationen steigt erst mit ein paar Wochen Abstand zum Infektionsgeschehen. Menschen, die sich heute infizieren, landen womöglich erst in ein paar Wochen auf der Intensivstation.
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Wo es aktuell anteilig besonders viele Covid-Patienten auf Intensivstation gibt, zeigt diese Karte. Allerdings spiegelt die Karte nicht das Infektionsgeschehen in den Landkreisen wider, da Kliniken Intensivpatienten auch in andere Landkreise verlegen können.
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Corona: Inzidenz und Todesfälle weltweit

Wie verläuft die Pandemie außerhalb von Deutschland? Die Zahl der Infektionen und Todesfälle in anderen Ländern zeigt die folgende Grafik Mithilfe der blauen Schaltflächen können Sie zwischen den Kontinenten wechseln. Im Suchfeld können Sie mehrere Staaten eintragen (durch Leerzeichen getrennt) und so miteinander vergleichen.
Dabei ist aber zu beachten, dass Länder z.B. unterschiedlich stark testen oder eventuell andere Falldefinitionen nutzen. Deshalb sind die Zahlen verschiedener Staaten nur bedingt miteinander vergleichbar.
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Was hat sich an den Coronadaten-Artikeln geändert?

ZDFheute hat das bestehende Angebot zu den Coronadaten stärker zusammengefasst. Die Lage auf den Intensivstationen ist als eigener Artikel weggefallen und wird nun gemeinsam mit anderen Indikatoren im Artikel "Wie viele sich infizieren und sterben" dargestellt. Der Artikel "Wie sich die Inzidenzen entwickeln" wird auch nicht mehr aktualisiert. Den Corona-Trend in Ihrem Landkreis sehen Sie weiterhin in unserer Corona-Karte: "Wie hoch die Inzidenz in Ihrem Landkreis ist". Der Artikel "Wie viele gegen Corona geimpft wurden" bleibt ebenfalls aktuell.

Warum hat ZDFheute die Artikel zu den Coronadaten geändert?

Um die Corona-Lage einschätzen zu können, darf man nicht nur eine einzige Zahl wie zum Beispiel die Inzidenz betrachten. Wegen der Impfung und der Omikron-Variante ist es nochmal wichtiger, alle Daten gemeinsam zu betrachten. So führt Omikron z.B. zu höheren Infektionszahlen, die sich aber aufgrund der Impfung und des nicht so starken Verlaufs nicht im gleichen Maße auf die Intensivstationen auswirken - und weniger Menschen sterben. Deshalb werden bei ZDFheute die wichtigsten Indikatoren und der dazugehörige Trend ab sofort auf einen Blick dargestellt.

Zudem brauchen viele Zahlen mittlerweile noch mehr Einordnung als früher und sprechen nicht mehr für sich selbst. So hat z.B. die unterschiedliche Inzidenz bei Geimpften und Ungeimpften wegen Omikron aufgrund der Eigenschaften der neuen Variante eine andere Aussagekraft und lässt sich nicht mehr so gut mit dem Infektionsgeschehen während der Delta-Welle vergleichen. Auch die Hospitalisierungsrate z.B. ist wegen Omikron mit größerer Vorsicht zu interpretieren, weil viele mit, und nicht wegen Corona ins Krankenhaus kommen. Außerdem hängen viele Indikatoren dem Infektionsgeschehen wochenlang hinterher und zeigen nicht den aktuellen Stand der Pandemie. Diese Daten und Entwicklungen sollen künftig in eigenständigen Analysen behandelt werden - und nicht mehr im täglich aktuellen Coronadaten-Angebot.

Wo finde ich nun fehlende Grafiken?

Grafiken, die aus dem Coronadaten-Angebot der ZDFheute rausgefallen sind, werden künftig vor allem in eigenen Artikeln auftauchen. Und werden ggf. - je nach Lage der Pandemie - auch wieder im täglich aktuellen Angebot dargestellt.

Warum gibt es unterschiedliche Fallzahlen zum Coronavirus?

Die ZDFheute hat bei den Fallzahlen zum Coronavirus lange auf die Firma Risklayer zurückgegriffen. Sie haben zusammen mit Mitarbeitern des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mehrmals täglich Daten aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Kreise und Städte gesammelt. Anfang März 2022 hat Risklayer die Datensammlung eingestellt. Seitdem nutzt ZDFheute die Daten des Robert-Koch-Instituts.
Die RKI-Zahlen können sich von den lokal gemeldeten Werten unterscheiden. Die Ämter vor Ort erhalten Meldungen über neue Corona-Infektionen direkt von den Ärzten und Laboren. Anschließend verschicken die Ämter die Daten an die Gesundheitsbehörden der Bundesländer. Erst dann landen sie beim RKI, das sie wiederum an die Weltgesundheitsorganisation WHO übermittelt. Unter anderem deshalb können die Zahlen in den verschiedenen Quellen variieren.
Die Zahlen zu bekannten Corona-Infektionen in anderen Ländern stammen von der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität (JHU). Die Universität greift Zahlen aus vielen unterschiedlichen Quellen ab. Oft ist aber nicht bekannt, aus welchen Quellen sich die JHU aktuell bedient. Auch methodisch ist nicht bei allen Ländern klar, wie die JHU vorgeht.

Wo finde ich weitere Informationen?

Was bedeuten die verschiedenen Corona-Zahlen?

  • Neuinfektionen: Zahl der an einem Tag neu gemeldeten Infektionsfälle in einem Land. Der 7-Tage-Schnitt glättet Ausschläge innerhalb einer Woche (weil am Wochenende zum Beispiel weniger getestet und gemeldet wird). Die Zahl der Neuinfektionen bzw. die Inzidenz ist nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Zahl der Infektionen. Es gibt eine unbekannte, durchaus erhebliche Zahl von unentdeckten Fällen - zum Beispiel, weil sie symptomlos verlaufen sind. Diese Dunkelziffer fließt nicht in die offizielle Corona-Statistik ein. Hier werden nur mittels PCR-Test gefundene Infektionen erfasst.
  • Todesfälle: Zahl der an einem Tag in Zusammenhang mit Covid-19 gestorbenen Menschen. Der 7-Tage-Schnitt glättet meldebedingte Ausschläge innerhalb einer Woche.
  • Inzidenz: Gesamtzahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner. Mit dieser Zahl lassen sich z.B. verschiedene Altersgruppen oder Länder besser miteinander vergleichen.
  • Positivrate: Anteil positiver PCR-Tests an allen durchgeführten Tests.
  • Reproduktionsrate: Der Reproduktionswert R gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Das RKI schätzt diesen Wert - die tatsächliche Höhe kann deshalb aufgrund statistischer Unsicherheiten leicht abweichen und später noch nach oben korrigiert werden. Liegt der Wert dauerhaft unter 1, ist die Pandemie auf dem Rückzug.
  • Hospitalisierungsinzidenz: Zahl der in den vergangenen sieben Tagen gemeldeten Infektionen, die ins Krankenhaus gekommen sind. Aufgrund massiver Meldeverzüge fällt der offiziell vom RKI gemeldete Wert deutlich zu gering aus und wird im Nachhinein deutlich nach oben korrigiert.
  • Covid-Patienten auf Intensivstation: Gesamtzahl der Menschen mit Corona, die auf der Intensivstation liegen.
Einen Überblick über die wichtigsten Corona-Zahlen in einfacher Sprache und animierten Grafiken finden Sie in diesem Überblick.

Welche Quellen nutzt ZDFheute für diesen Artikel?

  • Tagesaktuelle Infektions- und Todesfallzahlen für Deutschland bezieht die ZDFheute vom Robert-Koch-Institut. Aufgrund des langen Meldewegs vom lokalen Gesundheitsamt bis zum RKI dauert es teils mehrere Tage, bis-Fälle in die Statistik der Bundesbehörde einfließen.
  • Weltweite Infektions- und Todesfallzahlen stammen von der Johns-Hopkins-Universität, die auf mehrere Quellen zurückgreift. Oft ist unklar, welche das genau sind.
  • Die Reproduktionsrate schätzt das Robert-Koch-Institut täglich. Die Zahl hinkt dem realen Infektionsgeschehen aber mehrere Tage hinterher.
  • Der Anteil positiver Tests wird einmal wöchentlich vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht. Je höher der Wert bei gleichbleibend hohen Infektionszahlen, desto größer ist laut RKI vermutlich die Zahl nicht erkannter Infektionen.
  • Die Fallzahlen nach Altersgruppen veröffentlicht das Robert-Koch-Institut einmal pro Woche. Für die Grafik im Artikel fasst ZDFheute mehrere dieser Altersgruppen zusammen.
  • Die Hospitalisierungsdaten werden täglich vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht.
  • Die Zahl der Intensivpatienten bezieht ZDFheute vom Divi-Intensivregister, das diese Daten ebenfalls täglich bereitstellt.

Warum zeigt das ZDF nicht die Zahl der Genesenen?

Weil es dazu keine verlässlichen Daten gibt. In Deutschland sind Genesungen nicht meldepflichtig, demnach werden diese auch gar nicht erfasst. Die Zahlen des RKI beruhen lediglich auf Schätzungen.
Mitarbeit: Simon Haas (bis zum 31. Januar 2021)

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