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: Kein Attest per Telefon mehr - Protest

31.03.2023 | 12:34 Uhr
Für eine Krankschreibung bei Erkältung reichte in Corona-Zeiten ein Anruf beim Arzt. Das endet nun. Hausärzte protestieren - und fordern eine Beibehaltung der Sonderregelung.
Telefonische KrankschreibungQuelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Hausärzte und Verbraucherschützer fordern eine Beibehaltung der telefonischen Krankschreibung. Andernfalls sei eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung zu erwarten, sagte die Vizechefin des Deutschen Hausärzteverbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland".
Um es klar zu sagen: Ohne die telefonische Krankschreibung geht es nicht mehr.
Nicola Buhlinger-Göpfarth, Deutscher Hausärzteverband
Das gelte insbesondere in akuten Infektwellen.

Verband: Hausärzte immer weiter unter Druck

Die in der Corona-Pandemie eingeführte Sonderregelung, die unnötige Kontakte reduzieren und Corona-Infektionen vermeiden sollte, läuft am Freitag aus. Bei leichten Erkältungsbeschwerden war es seit Frühjahr 2020 möglich, sich telefonisch bis zu sieben Tage krankschreiben zu lassen.
Wer der telefonischen Krankschreibung jetzt den Stecker zieht, gefährdet die Versorgung und nimmt in Kauf, dass die Hausarztpraxen immer weiter unter Druck geraten.
Nicola Buhlinger-Göpfarth, Deutscher Hausärzteverband
Die telefonische Krankschreibung müsse daher dauerhaft etabliert werden, ohne die bisherige Beschränkung auf leichte Atemwegserkrankungen, verlangte die Medizinerin.

Arztpraxen senden ab sofort Krankmeldungen digital an die Krankenkassen. Der Arbeitgeber muss sie dann von dort elektronisch abfragen. Vorbei die Zeit der gelben Scheine.

03.01.2023 | 01:30 min

Verbraucherschützer kritisieren Ende der Regelung

Der Gesundheitsexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Thomas Moormann, sagte dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland", Politik und Fachleute seien sich einig gewesen, Lehren aus der Corona-Pandemie zu ziehen und Bewährtes zu bewahren. "Bei der telefonischen Krankschreibung, die sehr erfolgreich praktiziert wurde und die man durchaus als Innovation bezeichnen könnte, zeigt sich das nun leider nicht", beklagte er.
Dabei wäre die dauerhafte Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung für Arztpraxen wie für Patientinnen und Patienten eine große Entlastung.

Dahmen: Sonderregelung erhalten und ausweiten

Auch aus Sicht der Grünen sollte die Sonderregelung erhalten bleiben. Diese sei eine wichtige Entlastung für Patienten und Ärzte, die sich bewährt habe, sagte der gesundheitspolitische Sprecher Janosch Dahmen der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sollten die Regelung nicht nur fortsetzen, sondern auch jenseits von Atemwegserkrankungen auf weitere akute Beschwerden ausweiten."
Eltern, die schon kranke Kinder zu Hause haben, sollten die telefonische Krankschreibung standardmäßig nutzen können. Auch auf zusätzliche akute Erkrankungen wie beispielsweise einen Magen-Darm-Infekt oder Endometriose-Patientinnen sollte die Regelung ausgeweitet werden.
Janosch Dahmen, Grünen-Politiker
Die Ampel-Koalition sollte daher eine schnelle und pragmatische Fortsetzung beschließen. "Haus- und Kinderärzte kennen ihre Patienten", erläuterte der Gesundheitsexperte. Sie könnten telefonisch über eine Krankschreibung entscheiden.
Telefonische Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden sind seit Ende März 2020 fast durchgehend möglich gewesen. Dies sollte unnötige Kontakte reduzieren und Corona-Infektionen vermeiden. Der Gemeinsame Bundesauschuss hatte die Sonderregelung dazu mehrfach verlängert, zuletzt bis 31. März.
Quelle: epd, dpa

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