: "Hochwasserlage wird sich deutlich anspannen"

01.01.2024 | 15:57 Uhr
Den Hochwassergebieten im Nordwesten Deutschlands droht ein neuerliches Anschwellen der Fluten. Der Deutsche Wetterdienst sieht Dauerregen bis Donnerstag kommen.

Die Hochwasserlage vor allem im Nordwesten Deutschlands bleibt kritisch. Der Deutsche Wetterdienst warnt in Teilen des Landes vor Dauerregen.

02.01.2024 | 01:27 min
Nach der leichten Entspannung über den Jahreswechsel droht den Hochwassergebieten im Nordwesten Deutschlands ein neuerliches Anschwellen der Fluten. Der Deutsche Wetterdienst warnte am Montag vor Dauerregen, der in der Nacht zu Dienstag beginnen und bis Donnerstag anhalten könnte.
Die Hochwasserlage wird sich durch die angekündigten Niederschläge wieder deutlich anspannen.
Mitteilung des DWD
Der Dauerregen sei südwestlich einer Linie von der Elbmündung bis zum sächsischen Vogtland zu erwarten, teilte der Wetterdienst mit. Ergiebiger Dauerregen sei insbesondere auch in den Staulagen der Mittelgebirge zu erwarten. Dadurch könne es ab Dienstag auch an einigen nordbayerischen Flüssen zu leichten Überflutungen kommen.

Warnungen vor weiter steigendem Hochwasser

Aktuell ist die Hochwasserlage in vielen Teilen Niedersachsens weiter angespannt. An vielen Orten gibt es nach Daten des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bei den Pegelständen wenig Veränderungen. Unter anderem für die Leine, die Aller und an Ober- und Mittelweser sei eine Warnung vor großem Hochwasser aktiv, meldete die Behörde am Morgen.

"Man geht davon aus, dass der Regen – der zwar angekündigt ist – nicht mehr so schlimm wird wie in den vergangenen Tagen", sagt ZDF-Reporter Fabian Köhler in Niedersachsen.

02.01.2024 | 02:15 min
Der Deutsche Wetterdienst hatte schon am Silvesterabend vor Dauerregen in Niedersachsen in den nächsten Tagen gewarnt. Die am Sonntagabend ausgegebene amtliche Unwetterwarnung gilt von Dienstag um 00.00 Uhr bis voraussichtlich Donnerstagnacht und fällt damit in die ohnehin angespannte Hochwasserlage.
Am Dienstag und Mittwoch in Niedersachsen verbreitet Dauerregen. Im Harz dabei Unwettergefahr durch ergiebigen Dauerregen.
Unwetterwarnung des DWD
Auch in der ersten Nacht des neuen Jahres galten für weite Teile Niedersachsens Warnungen vor Hochwasser. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen sprachen von einer Atempause über den Jahreswechsel.

Pegelstände sinken - aber keine Entwanrung

Im Landkreis Celle ist der Pegelstand der Aller weiter gefallen. Bei der Lage kann nach Angaben des Celler Oberbürgermeisters Jörg Nigge aber nur von einer leichten Entspannung, aber nicht von einer Entwarnung die Rede sein.
Die Pegel sinken, es ist Entlastung da. Aber es ist noch nicht vorbei
Jörg Nigge, Oberbürgermeister von Celle
Der CDU-Politiker verwies am Silvester-Abend ebenfalls auf die angekündigten Regenfälle am Dienstag und Mittwoch. Der Allerpegel in Celle wurde am Neujahrsmorgen um 10 Uhr mit 4,81 Metern gemessen. Er ist damit innerhalb von 24 Stunden um 17 Zentimeter gesunken.
In Langlingen in der vom Hochwasser besonders stark betroffenen Gemeinde Flotwedel stand der Allerpegel am Montagvormittag bei 5,44 Metern und ist damit im Vergleich zum Vortag ebenfalls um 17 Zentimeter gesunken.

Scholz und Faeser in den Hochwassergebieten

Einen Tag nach Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) machte sich Bundesinnenministerin Nancy Faeser am Neujahrstag ein Bild der Hochwasserlage in Niedersachsen. Die SPD-Politikerin informierte sich in Hatten-Sandkrug bei Oldenburg über die Situation und sprach mit Einsatzkräften. Für die Hochwassergebiete in Niedersachsen sagte sie weitere Unterstützung zu.
Sorgen würden ihr die Wetterprognosen mit weiterem Regen machen. "Das erschwert die Lage. Was wir tun können, werden wir tun." Sie würden noch einen weiteren Hubschrauber holen, um weiter unterstützen zu können. Die Innenministerin dankte den Einsatzkräften für ihren selbstlosen Einsatz.
Hier ist in den letzten zehn Tagen wirklich Großartiges geleistet worden. Und ich finde, wir sprechen viel zu wenig über diese Einsatzkräfte.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser
"Ich fange an bei der freiwilligen Feuerwehr, die neben ihrem Job, neben ihrer Familie und jetzt gerade auch noch an den Feiertagen hier ihr Bestes für andere geben." Das sei sehr selbstlos. Faeser dankte unter anderem auch den Rettungsdienstkräften und den Polizeikräften.
Nach Angaben der Feuerwehr vom Sonntag ist die akute Phase der Deichsicherung in Hatten-Sandkrug bereits abgeschlossen, sodass Anwohner in ihre Häuser zurückkehren können. Fußtrupps sollen den Deich aber auch in den nächsten Tagen überwachen.
An Silvester hatte sich auch Bundeskanzler Olaf Scholz in Verden in der Nähe von Bremen über die Entwicklung des Hochwassers informiert. Dabei lobte er den Zusammenhalt der vielen Helferinnen und Helfer, unter denen auch viele Freiwillige seien. Das spreche für die Solidarität in Deutschland, sagte der SPD-Politiker.

Bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter

Von Niedersachsen bis zum Schwarzwald sowie in den östlichen Mittelgebirgen können dem Wetterdienst zufolge erhöhte Regenmengen auftreten - in dem Zeitraum könnten bis zu 60 Liter pro Quadratmeter fallen.

Die Meerestemperaturen befinden sich auf einem Rekordhoch. Das führt zu mehr Verdunstung und stärkeren Niederschlägen. So habe sich auch das aktuelle Hochwasser entwickelt.

29.12.2023 | 08:47 min
Groß ist die Sorge, dass sich die Lage in den Hochwassergebieten verschärfen könnte und andere Landesteile mit Überflutungen zu kämpfen haben könnten. Neben Niedersachsen hatten zuletzt Teile Nordrhein-Westfalens und der Süden Sachsen-Anhalts mit den Folgen der ergiebigen Niederschläge zu kämpfen gehabt.

Die Lage in den Hochwassergebieten bleibt bedrohlich. Bei Verden an der Aller kann das Wasser nicht mehr in die Weser abfließen - und überflutet deshalb die Verdener Altstadt.

29.12.2023 | 02:03 min

Höchststand an der Elbe frühestens Montag erwartet

In Sachsen-Anhalt steigt der Pegelstand der Elbe in Magdeburg nur noch langsam. Am Sonntag lag der Messwert an der Strombrücke gegen Mittag bei 5,11 Meter, wie die Hochwasservorhersagezentrale mitteilte.
Der Höchststand werde erst am Montag oder am Dienstag mit Werten um 5,20 Meter in der Landeshauptstadt erwartet. Der Landkreis Mansfeld-Südharz hatte am Samstag den Katastrophenfall ausgerufen.
Quelle: dpa, AFP

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