: Terli: "Ab Montag geht's zur Sache"

29.12.2023 | 18:54 Uhr
Das Hochwasser hält Teile Deutschlands weiterhin in Atem. Zwar gibt es laut ZDF-Wetterexperte Terli am Samstag weniger Regen, im neuen Jahr könne sich die Lage aber verschärfen.

Die Meerestemperaturen befinden sich auf einem Rekordhoch. Das führt zu mehr Verdunstung und stärkeren Niederschlägen. So habe sich auch das aktuelle Hochwasser entwickelt, erklärt ZDF-Meteorologe Özden Terli.

29.12.2023 | 08:47 min
Teile Deutschlands erleben zurzeit Rekordhochwasser. Zahlreiche Rettungskräfte sind im Einsatz. Das Land Niedersachsen hat sogar die Bundeswehr um Unterstützung gebeten.
Warum regnet es zurzeit so viel? Worin liegen die Ursachen für Hochwasser? Und wie geht es weiter mit den Wetter? Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt ZDF-Meteorologe Özden Terli.
Sehen Sie oben das ganze Gespräch bei ZDFheute live im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Özden Terli ...

... zur aktuellen Hochwasserlage

Betroffen vom Hochwasser sind vor allem die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen im Norden und Osten Deutschlands.
Im Dezember ist das eigentlich eher ungewöhnlich.
Özden Terli, ZDF-Wetterexperte
Zwar sei Tauwetter um Weihnachten die Regel, so Terli, doch dieses Jahr sei durch einen schnellen Wechsel von kalten zu warmen Temperaturen der Effekt verstärkt worden. Im Norden Deutschlands habe es vor allem sogenannte Stauniederschläge gegeben, die entstehen, wenn feuchte Luftmassen auf ein Gebirge treffen und gezwungen werden, aufzusteigen.

Vor allem in Niedersachsen sind viele Gebiete weiterhin überschwemmt, Deiche drohen zu brechen. Hoffnung macht mancherorts die Meldung leicht sinkender Pegelstände.

30.12.2023 | 01:42 min

... zu den Ursachen für Hochwasser

Ein entscheidender Grund für das aktuelle Wetter mit viel Regen sei die Temperatur der Meere:
Generell kann man sagen, dass die Weltmeere einfach auf Rekordniveau sind, was die Oberflächentemperatur angeht, und das schon seit März.
Özden Terli, ZDF-Wetterexperte
Es gebe eine Kopplung zwischen den Meeren und der Atmosphäre, so Terli, und beim Wetter komme das dann zusammen. Die Folgen der erhitzten Meere durch den Klimawandel würde Deutschland jetzt spüren.

In Teilen Niedersachsens besteht wegen des Hochwassers nach wie vor Deichbruch-Gefahr, vor allem die Flüsse Weser und Aller bereiten Probleme.

30.12.2023 | 01:51 min
Besonders in der Nähe von Bergen könne zudem leicht Hochwasser auftreten. Denn feuchte Luftmassen, die mit einem Tief herangeführt werden, könnten sich hier leicht aufstauen. "Und dann muss der Regen irgendwo runterkommen", erklärt Terli.
Das Wasser werde auf den Bergen abgeregnet und rausche dann die Täler hinunter. "Dünne Rinnsale werden dann zu reißenden Fluten", sagt Terli. Dies sei etwa beim Hochwasser im Ahrtal oder auch bei den jüngsten Überschwemmungen in Griechenland so gewesen.

Nahe London stehen Bahntunnel unter Wasser, wodurch der Zugverkehr zum europäischen Festland abgeschnitten ist. Der Eurotunnel bleibt bis zum Ende des Tages für Züge geschlossen.

30.12.2023 | 00:16 min

... wie sich das Wetter in den nächsten Tagen entwickelt

In der Nacht auf Samstag gebe es noch etwas Regen, sagt ZDF-Meteorologe Terli. "Es kommt Regen dazu, aber das ist jetzt nicht die Welt." Am Samstag werde es dann sogar eher trocken - bis auf einige wenige Schauer.
Dies sei jedoch noch kein Grund für eine Entwarnung. Denn ab Sonntag werde wieder deutlich mehr Regen erwartet.
Ab Montag geht's dann aber zur Sache.
Özden Terli, ZDF-Wetterexperte
In der Folge könne sich die ohnehin schon angespannte Lage noch weiter verschärfen, so Terli.

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