: Holzheizungen nicht besser als Straßenverkehr

13.05.2023 | 06:28 Uhr
Heizen mit Holz? Das Umweltbundesamt warnt und vergleicht die Feinstaubbelastung durch Kamin & Co. mit der im Straßenverkehr. Für Luftreinhaltung sollten höhere Standards gelten.
Das Heizen mit Holz soll nach dem Gesetzentwurf der Regierung nur eingeschränkt möglich sein.Quelle: imago/photothek
Der Präsident des Umweltbundesamts (UBA), Dirk Messner, hat vor der massiven Feinstaubbelastung durch Holzheizungen gewarnt. "Mittlerweile entfallen mehr als 20 Prozent der gesamten Feinstaubemissionen auf Holzheizungen. Das ist ungefähr die Größenordnung der Emissionen aus dem Straßenverkehr", sagte Messner.
Vor allem Einzelraumfeuerungen wie Kamine und Öfen, von denen wir über elf Millionen in Deutschland haben, stellen eine wesentliche Feinstaubquelle dar.
Dirk Messner, UBA-Präsident
Daher lehne das UBA die Förderung von Holzheizungen ab und fordere höhere Standards in Bezug auf die Luftreinhaltung.

Egal ob Pellets, Schnitzel oder Scheite, Hauptsache es brennt und macht warm. Die Nachfrage nach Holz war zuletzt stark gestiegen.

24.09.2022 | 04:56 min

Waldbesitzer alarmiert wegen Heizungsplänen

Nach einem vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf soll unter anderem das Heizen mit Biomasse wie etwa Holz nur in Bestandsgebäuden eine Option bleiben, in denen andere Lösungen nicht machbar oder sinnvoll sind, etwa wegen des Denkmalschutzes. Mit dem Gesetz soll im Sinne des Klimaschutzes der Abschied von Gas- und Ölheizungen eingeläutet werden.
Waldbesitzer sind alarmiert. "Mit der Diskriminierung der erneuerbaren Holzenergie gefährdet die Bundesregierung die nachhaltige Waldpflege in Deutschland", sagte Irene Seling, Hauptgeschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Waldeigentümer auf ihrer Webseite.
Für die Waldeigentümer sei die Vermarktung von Restholz, das nicht höherwertiger verwendet werden könne, als Brennholz eine wichtige Einnahmequelle, um den klimaresilienten Waldumbau zu finanzieren.

Messner: Holz verarbeiten statt verbrennen

UBA-Präsident Messner kann das nachvollziehen. "Wir verstehen auch, dass Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer daran ein ökonomisches Interesse haben."
Dieses Restholz kann dann in Holzheizungen gehen, die als Zentralheizungen mit Pellets betrieben werden.
Dirk Messner, UBA-Präsident
Das mache einen großen Unterschied zur Verbrennung von Holz in Kaminen, sagte Messner. "Die Emissionen von Kaminen fallen deutlich höher aus als bei Pelletheizungen, die automatisch gesteuert werden und über Staubabscheider verfügen, die den Abgasen den Feinstaub entziehen." Doch aus der Perspektive des Klimaschutzes sei es stets besser, Holz zu verarbeiten, als es zu verbrennen.
Quelle: dpa

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