: London: Militärisches Patt bei Ukraine-Krieg

21.01.2023 | 15:09 Uhr
Nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes befindet sich der Krieg in der Ukraine derzeit in einer Sackgasse. Es herrsche eine militärische Pattsituation.
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine herrscht nach britischer Einschätzung derzeit ein militärisches Patt. Das britische Verteidigungsministerium teilte am heutigen Samstag mit:
Der Konflikt befindet sich insgesamt in einer Sackgasse.
Britisches Verteidigungsministerium
Es bestehe jedoch "eine realistische Möglichkeit lokaler russischer Vorstöße um Bachmut", hieß es weiter. Die Stadt im ostukrainischen Gebiet Donezk steht seit Monaten im Mittelpunkt der Gefechte.

London: Kämpfe vor allem an drei Frontabschnitten

Vor allem an drei Frontabschnitten werde heftig gekämpft, hieß es in London unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Russische Einheiten, sowohl des regulären Militärs als auch der Söldnertruppe Wagner, würden sich in der kürzlich eroberten Kleinstadt Soledar nördlich von Bachmut neu aufstellen.
Ebenfalls im Osten hätten ukrainische Truppen nahe der Stadt Kreminna im Gebiet Luhansk kleinere Gewinne gemacht. Im Süden hätten beide Seiten im Gebiet Saporischschja erhebliche Kräfte zusammengezogen. Es komme zu Artilleriegefechten und kleineren Zusammenstößen, bisher gebe es aber keine größere Offensive.

Informationen zum Kriegsverlauf aus London

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des Ukraine-Kriegs Ende Februar 2022 täglich Informationen zum Kriegsverlauf und beruft sich dabei auf Geheimdienstinformationen. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung und Staatspropaganda entgegentreten als auch die ukrainische Position in dem Krieg stärken. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Kiew dringt auf Panzer-Lieferungen: "Denkt schneller"

Unterdessen dringt die Ukraine weiter auf die Lieferung schwerer Panzer - die Ukraine-Unterstützer konnten sich bei ihrem Treffen in Ramstein am Freitag nicht zu einer Entscheidung durchringen.
FDP-Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann sagte am Freitagabend im ZDF heute journal:
  
"Denkt schneller", appellierte der ukrainische Präsidenten-Berater Mychailo Podoljak am Samstag auf Twitter. "Jeder Tag der Verzögerung bedeutet den Tod für Ukrainer." Der Westen werde die Ukraine ohnehin mit den nötigen Waffen ausstatten, da es keine andere Möglichkeit gebe, als den Krieg durch eine Niederlage Russlands zu beenden.

ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf im Interview mit Mychajlo Podoljak, dem Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

20.01.2023
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Quelle: dpa,

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