: "Hohe Preise lassen viele schier verzweifeln"

06.04.2023 | 02:53 Uhr
Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt, dass die explodierenden Preise viele in "schiere Verzweiflung" treiben. Die Feiertage machten die Armut in Deutschland besonders sichtbar.
Gleichwertigkeitsstudie vorgestelltQuelle: dpa
Angesichts der Inflation und immer weiter steigender Preise warnt der Paritätische Wohlfahrtsverband vor zunehmender Armut in Deutschland.
"Gerade an Feiertagen wie Weihnachten und Ostern merken wir, was Armut in diesem reichen Land bedeutet: Nämlich von all dem ausgeschlossen zu sein, was für den Rest der Gesellschaft völlig selbstverständlich ist, wie ein etwas festlicheres Essen oder auch kleine Geschenke und Süßigkeiten für die Kinder", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Das ist ein Zustand, der für unser reiches Land eine Schande ist und den wir überwinden müssen", so SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken.

04.04.2023 | 05:30 min

Verband: Mehr als 14 Millionen leben unterhalb der Armutsgrenze

Schneider wies darauf hin, dass mehr als 14 Millionen Menschen zurzeit in Deutschland unterhalb der Armutsgrenze leben. "Die explodierenden Preise treiben viele von ihnen in schiere Verzweiflung", sagte er. Das zeigten auch die langen Menschenschlangen an den Tafeln.
Schneider forderte die Politik auf, Regelsätze in Hartz IV und in der Altersgrundsicherung bedarfsgerecht anzuheben. Außerdem müsse Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) "sein Veto zu einer echten Kindergrundsicherung zurückziehen".

Die Ampelkoalition hat im Koalitionsvertrag vereinbart, dass eine neue Kindergrundsicherung Kinder vor Armut schützen soll. Über die Umsetzung und Finanzierung wird jedoch weiter gestritten.

04.04.2023 | 01:47 min

Kindergrundsicherung Streit-Thema bei der Ampel

Die Kindergrundsicherung soll ab 2025 ausgezahlt werden und bisherige Familienleistungen wie Kindergeld, Kinderzuschlag und Unterstützungen für Bildung und Teilhabe bündeln. Zugleich sollen Zugangshürden für Familien abgebaut werden.
Umstritten ist in der Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP, ob mit der Kindergrundsicherung auch eine Erhöhung der Leistungen einhergehen soll. Bundesfinanzminister Lindner lehnt das mit Verweis auf eine angespannte Haushaltslage und andere Prioritätensetzungen ab.. Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hält Leistungserhöhungen für nötig.
Quelle: AFP, epd

Thema

Mehr zum Thema Kindergrundsicherung