: Kelce - viel mehr als ein Super-Swiftie

von Patrick Brandenburg
09.02.2024 | 08:47 Uhr
Travis Kelce wird beinahe nur als Anhängsel von Popstar Taylor Swift wahrgenommen. Dabei ist der Offensivspieler der Kansas City Chiefs ein ganz Großer des US-Sports.
Travis Kelce von den Kansas City Chiefs beim Spiel gegen die Chicago Bears.Quelle: USA TODAY Network
Es ist schon witzig. Travis Kelce ist einer der Besten seines Fachs. Im Super Bowl in Las Vegas kann er seinen dritten Titel holen. Aber die Fragen bei der Opening Night, dem Medienauflauf im Allegiant Stadium oder im Teamhotel seiner Chiefs vor den Toren der Stadt drehen sich vor allem darum: Was sagt er zu den Grammys seiner Freundin Taylor Swift? Kennt er schon Songs aus dem neuen Album? Im Schatten der Pop-Ikone wird selbst ein Football-Star ganz klein.

NFL-Publikum weiblicher und jünger geworden

Der geschäftstüchtigen NFL dürfte es trotzdem recht sein. Die Liga will global sein, da kann selbst das größte Sportspektakel der USA Werbung gebrauchen. Liga-Chef Roger Goodell schwärmte jüngst, das TV-Publikum sei jünger und weiblicher geworden, weil nun viele "Swifties" einschalten, die treuen Fans der Künstlerin. Internationaler wird es zudem, weil das Phänomen Swift weltweit wohl mehr Beachtung findet als die Finalteams aus Kansas City und San Francisco zusammen. Kelce umarmt diesen Effekt:
Sie hat definitiv viele neue Gesichter zum Spiel gebracht. Es macht Spaß, das zu sehen.
Travis Kelce über seine Freundin Taylor Swift
Mal in der zweiten Reihe zu stehen kratzt nicht am Ego des Super-Swifties. Der Sonnyboy verfügt über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein.

Kelce neben Mahomes das Gesicht der Chiefs

Selbst abseits des Footballs muss sich Kelce nicht verstecken. Er ist charmant und schlagfertig, mit Bruder Jason präsentiert er den witzigen Podcast "New Heights". Der Sympathieträger ist schon länger ein gefragter Werbeträger. Als Gast-Moderator der populären TV-Show "Saturday Night Live" hat er sich einen Traum erfüllt und den Ausflug ins Showgeschäft bestanden.

Im 58. Super Bowl treffen die Kansas City Chiefs auf die San Francisco 49ers. Das Finale der American Football Liga steigt in der Nacht auf Montag. Beide Teams sind schon in Las Vegas angekommen.

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In seinem Sport ist er sowieso über alle Zweifel erhaben. Neben Quarterback Patrick Mahomes ist er das Gesicht der Chiefs und zum Leader gereift. Mit seinen Läufen und Fängen, ja seiner ganzen Art, hat er großen Anteil, dass die Chiefs nun schon zum vierten Mal in fünf Jahren im Super Bowl stehen und ihn zwei Mal gewannen.

Platz in der Hall of Fame ist Kelce sicher

Auf der Position als Tight End, einer Mischung aus robustem Passempfänger und agilem Blocker, gehört er zu den Großen der NFL. Wenn der 34-Jährige die Football-Schuhe an den Nagel hängt, dürfte er schnellstmöglich in die Hall of Fame in Canton/Ohio einziehen. Er kann es locker nehmen, wenn Fans ihn aktuell mit "Auf geht’s, Taylors Freund!"-Shirts auf den Arm nehmen.
Obwohl er zu Beginn der Karriere erst noch den Luftikus ablegen musste, hat kein Tight End der NFL-Geschichte schneller die magische Marke von 10.000 Yards geknackt. Nur drei Spieler auf seiner Position haben mehr Raumgewinn erzielt. Sollte Kelce von Verletzungen verschont und in seinem Rhythmus bleiben, dürfte er schon nächste Saison einen Rang vorrücken.
  

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Kelce sammelt Rekorde: Bis 2022 holte er sieben Jahre lang jeweils über tausend Yards in der regulären Spielzeit. Aktuell blieb er nur knapp drunter, weil er in der unbedeutenden letzten Partie vor den Playoffs geschont wurde. Teamerfolg steht über individuellen Bestmarken.

Kelce schon besser als NFL-Legende Jerry Rice

Andersrum gilt: Er beißt sich durch, wenn nötig. Bis zum Start dieser Saison verpasste er neun Jahre lang kein einziges Spiel wegen Verletzung. Auch Star-Spielmacher Mahomes weiß, was er an seinem Go-to-Guy hat, seiner favorisierten Anspielstation:
Es ist nicht Größe, Geschwindigkeit oder das Routenlaufen. Aber er kämpft immer bis zum Ende.
Patrick Mahomes über Travis Kelce
Kelces 76 Touchdowns in den regulären Spielzeiten und weitere 19 in den Playoffs können sich sehen lassen. Jüngst fing die Nummer 87 der Chiefs zum 156. Mal einen Ball in der K-.o.-Runde und löste damit NFL-Legende Jerry Rice als Rekordhalter ab.
Der Respekt der Gegner ist entsprechend groß: "Er hat die sichersten Hände im Football. Seine Chemie mit Mahomes ist großartig", schwärmt sogar Kyle Shanahan, Trainer des Endpielgegners San Francisco 49ers. 

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