: Nordduell HSV gegen Hannover kurz vor Abbruch

09.02.2024 | 21:05 Uhr
Fahrradschlösser an den Torpfosten, Fadenkreuzplakate im Gästeblock: Das Spiel zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 wird von massiven Fanprotesten begleitet.
Stadionmitarbeiter entfernen die von HSV-Fans an den Torpfosten angebrachten Fahrradschlösser.Quelle: dpa
Hannover 96 hat dem Hamburger SV den nächsten Heimdämpfer zugefügt und sich selbst im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga zurückgemeldet.
Das Sportliche rückte beim 4:3 (2:1) der Niedersachsen vor dem Hintergrund erneuter Fanproteste gegen den geplanten Einstieg eines Investors bei der Deutschen Fußball Liga aber in den Hintergrund. Die Partie stand in der zweiten Halbzeit kurz vor dem Abbruch.
Der Schiedsrichter hat gesagt, er geht jetzt wieder raus und wenn nochmal etwas passiert, bricht er ab.
HSV-Sportvorstand Jonas Boldt

Fadenkreuzplakate im Hannover-Block

Auslöser waren drei Banner im Gästeblock mit Porträts und jeweils einem Fadenkreuz - darunter der Kopf von 96-Geschäftsführer Martin Kind. Diese Banner sorgten dafür, dass Schiedsrichter Sören Storks die Mannschaften nach etwa einer Stunde Spielzeit in die Katakomben schickte.
Zudem hatten die 96-Anhänger Spruchbänder mit den Aufschriften "CVC & Blackstone Marionetten des Sportwashings Saudi-Arabiens", "Konsequentes Handeln bei personifizierten Gewaltandrohungen" und "Spielunterbrechung jetzt" gezeigt.

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96-Sportchef mahnt: "Kann so nicht weitergehen"

"Fadenkreuz-Plakate sind ein Unding, das geht nicht, da müssen wir nicht drüber reden", sagte 96-Sportdirektor Marcus Mann bei Sky, der angesichts der deutschlandweit heftigen Proteste mahnte: "So, wie es im Moment ist, kann und darf es natürlich nicht weitergehen. Wir müssen da eine Lösung finden, das Thema muss man anpacken."
Schon der Beginn der zweiten Halbzeit hatte sich verzögert, weil es einigen Anhängern aus der Nordkurve des HSV gelungen war, schwere Fahrradschlösser an die Pfosten eines Tores zu schließen. Die Schlösser konnten erst unter Einsatz eines Trennschleifers entfernt werden. Außerdem flogen Gegenstände auf das Spielfeld.

HSV-K.o. in der Nachspielzeit

Sportlich boten beide Mannschaften ein packendes Nordduell. Nicolo Tresoldi (11.), ein Eigentor von Guilherme Ramos (21.) und der Ex-Hamburger Louis Schaub (32.) brachten die Niedersachsen vor der Pause in Front. Laszlo Benes (24.) hatte mit seinem elften Saisontor kurzfristig den Anschlusstreffer erzielt. Der eingewechselte HSV-Verteidiger Dennis Hadzikadunic (47.) verkürzte in Hälfte zwei. Robert Glatzel (86.) schaffte den zwischenzeitlichen Ausgleich.
In den letzten Minuten plus 16-minütiger Nachspielzeit mussten die Hamburger nach der Roten Karte für Benes (88.) in Unterzahl spielen. Das nutzte Sebastian Ernst zum umjubelten Siegtreffer der Gäste. Zu allem Überfluss für den HSV sah später noch Hadzikadunic die Gelb-Rote Karte.
Quelle: dpa

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