: Wie Generation Z die Arbeitswelt verändert

von Max Schwarz
20.01.2024 | 08:00 Uhr
Viele Erwerbstätige gehen bis 2036 in Rente: Der Fachkräftemangel verschaffe jungen Menschen viel Macht, sagt Gründerin Yaël Meier, die sich als Stimme der Gen Z versteht.

Yaël Meier ist Anfang 20, führt eine erfolgreiche Beratungs- und Marketingagentur und ist zweifache Mutter. Sie sieht sich als Stimme der "Generation Z".

16.01.2024 | 04:09 min
"It's Britney Bitch" steht auf einer Kaffeetasse, an der Wand hängen Bilder der letzten Party, ein Karton mit Mate steht auf dem Tisch. In diesen Büroräumen saßen früher Beamte der Stadtpolizei Zürich, heute wirkt hier alles wie in einer Studenten-WG und dient als Co-Working-Space für mehr als 30 Mitarbeiter, die unter 30 Jahre alt sind.
Arbeit neu denken - das beginnt für Yaël Meier bei ihrer eigenen Biografie. Mit 19 Jahren gründet die Schweizerin eine Beratungs- und Marketingagentur, speziell für Kommunikation mit der Generation Z.
Ich habe gemerkt, dass ein Gap gibt zwischen den Generationen besteht. Vor allem Unternehmen fällt es super schwer, junge Leute zu verstehen und zu begeistern.
Yaël Meier, Gründerin einer Beratungs- und Marketingagentur
"Aber jedes Unternehmen braucht die Kunden von morgen und es muss die Talente von morgen anziehen können, um zukunftsfähig zu sein", sagt Yaël Meier.

Was ist die Generation Z?

Zur Generation Z werden ungefähr die Geburtenjahrgänge zwischen 1995 und 2010 gezählt. Es handelt sich also um jene unter 30 Jahre alten Menschen, die gerade auf den Arbeitsmarkt kommen, während sich die Babyboomer verabschieden.

Quelle: dpa

Was ist anders an der Generation Z?

Allein im Vergleich zu den Millennials sei die Generation Z in einem ganz anderen Kontext aufgewachsen. Ein Leben ohne Internet und Smartphone für sie: unvorstellbar. Das präge den Blick auf die Welt. In der Wirtschaft hätten viele allerdings noch nicht verstanden, dass man mit statt über junge Menschen sprechen müsse. Dadurch gehe viel Potenzial verloren.
"Der Arbeitsmarkt ist extrem im Umbruch. Das spüren alle. Zurzeit kommen neue Leute auf den Arbeitsmarkt, mit neuen Ideen, neuen Anforderungen und stellen kurz mal alles auf den Kopf. Das war vielleicht schon immer so. Aber aufgrund der demografischen Lücke gibt es jetzt viel weniger junge Leute. Das passiert eine Machtverschiebung", sagt Meier.

Deutschland kriegt die Krise: Es herrscht Fachkräftemangel und bei so manchem Arbeitgeber liegen die Nerven blank. Gen Z sei zu faul, zu schlecht ausgebildet und zu anspruchsvoll.

08.09.2023 | 12:38 min

Generationenkonflikt am Arbeitsplatz

Eine Machtverschiebung, die auch mit Konflikten einhergeht. Nicht wenige Arbeitgeber schimpfen über die Generation Z. Die sei faul, wohlstandsverwöhnt und stelle unrealistische Anforderungen. Die Arbeitsmoral der jungen Leute gefährde gar die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Alles Zuschreibungen, die längst überholt seien, sagt Yaël Meier und nimmt einen Schluck aus ihrer Mate-Dose.
Immer wieder betont sie, dass die Generation Z keineswegs faul oder ambitionslos sei. Junge Leute hätten ein neues Konzept von Arbeit und wenig Verständnis für Arbeitgeber, die keine Flexibilität ermöglichen. "Sind die Ansprüche wirklich zu hoch? Wenn wir einen Arbeitgeber fordern, der uns Verantwortung übergibt, obwohl wir jung sind. Das hat es historisch bisher nicht gegeben.

Gründerin: "Holt junge Menschen mit an den Tisch"

"Und warum sollten wir Strukturen akzeptieren, die zu Burn-outs führen, wenn es doch auch anders geht? Eine Veränderung in der Arbeitswelt muss nicht automatisch schlecht sein, vielleicht wird es dadurch einfach gesünder", sagt Meier.

Viele junge Menschen finden keine für sie passenden Ausbildungsplätze, obwohl viele Betriebe nicht alle ihre angebotenen Plätze besetzen konnten.

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Eine bessere Work-Life-Balance, das würde nur noch in der alten Arbeitswelt als faul gelten. In der neuen Arbeitswelt sei das durch Effizienzsteigerungen und die technologische Entwicklung problemlos möglich, erklärt die Schweizerin. Ihre Botschaft ist daher klar: "Holt junge Menschen mit an den Tisch. Sei es in der Wirtschaft, der Politik in der gesellschaftlichen Themen."
Junge Leute müssen mit einbezogen werden, damit wir als ganze Gesellschaft weiter kommen können.
Yaël Meier, Gründerin einer Beratungs- und Marketingagentur
Zum Schluss zeigt uns Yaël Meier noch das Highlight ihrer Agentur: ein Extraraum mit Betten für Powernaps.

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