: Ifo: Lage bei Selbstständigen "angespannt"

18.09.2023 | 07:40 Uhr
Die Stimmung unter den Selbstständigen hat sich im August einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge weiter verschlechtert. Die Lage in der deutschen Wirtschaft sei "angespannt".
Der Einzelhandel blickt laut Ifo-Institut aufgrund geringer Nachfrage pessimistisch auf die kommenden Monate.Quelle: dpa/Sven Hoppe
Die Selbstständigen in Deutschland nehmen zunehmend den konjunkturellen Abwärtssog wahr. Der entsprechende Geschäftsklimaindex sank im August bereits den fünften Monat in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Umfrage ermittelte.
Das Barometer fiel auf minus 19,9 Punkte, nach minus 16,4 im Juli. "Die Lage in der deutschen Wirtschaft ist angespannt", fasste Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber das Ergebnis der Umfrage zusammen.
Für die Selbstständigen steigt die Gefahr, in einen Abwärtsstrudel zu geraten.
Katrin Demmelhuber, Ifo-Institut

Ifo-Institut: Fehlende Nachfrage verlängert "Durststrecke"

Vor allem die Unzufriedenheit mit den laufenden Geschäften hat demnach deutlich zugenommen. Aber auch die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben pessimistisch. Immer weniger Selbstständige planen in diesem Umfeld, ihre Preise zu erhöhen, heißt es.

Aufgrund der Inflation müssen immer mehr Geschäfte schließen. Viele Einzelhändler können die Mehrkosten nicht mehr tragen. Gleichzeitig geht der Konsum der Verbraucher zurück.

25.08.2023 | 01:42 min
Selbst bei den bislang vergleichsweise robusten Dienstleistern rutschte das Barometer für das Geschäftsklima erstmals im laufenden Jahr unter die Nullmarke. Die Geschäftsaussichten und die Umsatzerwartungen verdüsterten sich, das Urteil zur aktuellen Lage fiel ebenfalls schlechter aus.
"Die Durststrecke aufgrund der fehlenden Nachfrage verlängert sich", sagte Demmelhuber.

Leichte Erholung im Gastgewerbe - Einzelhändler pessimistisch

Während sich die Lage im Gastgewerbe im August leicht erholen konnte, gab es bei den Freiberuflern in den Branchen Design, Fotografie und Übersetzung deutliche Einbrüche. Die Einzelhändler sind pessimistisch, was ihre Zukunft angeht. Die aktuelle Geschäftslage verschlechterte sich deutlich.
Viele Händler spüren weiterhin die Zurückhaltung der Verbraucher aufgrund der hohen Inflationsraten.
Katrin Demmelhuber, Ifo-Institut
Das Ifo-Institut geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 0,4 Prozent schrumpfen wird, da ihr Inflation, steigende Zinsen und maue Weltwirtschaft zusetzen.
Für 2024 senkten die Ökonomen ihre Wachstumsprognose von 1,5 auf 1,4 Prozent. 2025 soll es zu einem Plus von 1,2 Prozent reichen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht in seinem aktuellen Konjunkturbericht von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts aus - mit Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

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Quelle: Reuters

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