: Verdi kündigt Streiks im Nahverkehr an

29.01.2024 | 15:12 Uhr
Pendler müssen am Freitag mit erheblichen Einschränkungen bei Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem flächendeckenden Warnstreik auf.

Nach dem GDL-Bahnstreik droht ein Arbeitskampf im ÖPNV: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kündigt für Freitag einen Streik an – betroffen sind alle Bundesländer außer Bayern.

29.01.2024 | 01:32 min
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für Freitag Streiks im Nahverkehr in allen Bundesländern außer Bayern angekündigt. In Berlin soll der Ausstand auf den Morgen beschränkt sein. Die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende, Christine Behle, teilte in Berlin mit:
Da jetzt in allen Bundesländern Tarifverhandlungen stattgefunden haben und ohne Ergebnis geblieben sind, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um mehr Druck auf die Arbeitgeber zu machen.
Christine Behle, stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende
Auf Fahrgäste kommen damit an diesem Freitag erneut erhebliche Einschränkungen vor allem im Berufsverkehr zu. Erst an diesem Montag hatte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihren mehrtägigen Streik bei der Deutschen Bahn vorzeitig beendet. Dort gilt nun bis einschließlich 3. März eine Friedenspflicht. Im Nah- und Regionalverkehr sind Arbeitskämpfe von Verdi aber weiter möglich.

Der Zugverkehr der Deutschen Bahn ist nach dem vorzeitigen Ende des Streiks der GDL wieder angelaufen. Bisher kam es laut Bahn vereinzelt zu Verspätungen und Ausfällen.

29.01.2024 | 02:34 min

Rund 90.000 Beschäftigte von Tarifverhandlungen betroffen

Außer in Bayern verhandelt die Gewerkschaft in allen Bundesländern parallel mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden über neue Tarifverträge für die Beschäftigten im ÖPNV.
Von der Tarifrunde sind laut Verdi mehr als 130 kommunale Unternehmen in den Städten und Landkreisen sowie insgesamt 90.000 Beschäftigte betroffen. Bei der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche kam in keiner Region eine Lösung zustande.

Unterschiedliche Forderungen in einzelnen Bundesländern

Verhandelt wird zwar in allen betroffenen Bundesländern gleichzeitig. Inhaltlich geht es aber um sehr unterschiedliche Forderungen. In den meisten Ländern geht es um die sogenannten Manteltarifverträge. Sie regeln vor allem die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.
Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) etwa fordert Verdi unter anderem längere Wendezeiten, Urlaubsgeld und mehr Urlaub. In Hamburg sowie bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) wird etwa ein neuer Haustarifvertrag ausgehandelt.
In 14 weiteren Ländern geht es um die Manteltarifverträge, die vor allem die Arbeitsbedingungen regeln. Verdi fordert kürzere Arbeitszeiten ohne finanzielle Einbußen, längere Ruhezeiten zwischen einzelnen Schichten, mehr Urlaubstage oder mehr Urlaubsgeld.

Elf Millionen Deutschland-Tickets wurden verkauft. In Ballungsräumen und Großstädten nutzen immer mehr Menschen den ÖPNV, auf dem Land fehlt es an Bussen und Bahnen.

08.08.2023 | 01:29 min

Verdi fordert schnelle Lösungen

"Die Belastung der Beschäftigten und die Personalnot im ÖPNV haben immer mehr zugenommen, der Arbeitsdruck wird immer größer", teilte die Gewerkschaft vor einigen Tagen mit.
Es müssen also schnell Lösungen gefunden werden, um eine Entlastung herbeizuführen.
Mitteilung von Verdi
Komplizierter läuft es in Brandenburg, im Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Hier geht es auch um die Entgelte, also höhere Löhne und Gehälter. In Brandenburg will Verdi 20 Prozent, mindestens aber 650 Euro mehr für die Beschäftigten im Nahverkehr herausholen. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.
Unterstützt wird der Warnstreik von der Umweltbewegung Fridays for Future. "Wir alle brauchen einen verlässlichen Nahverkehr, mit dem wir sicher und günstig zur Arbeit, in den Club oder nach Hause kommen", teilte deren Sprecherin Darya Sotoodoh mit.
Quelle: dpa, AFP

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