: Studie: Zu wenig Platz für Familien

25.01.2023 | 09:42 Uhr
Vor allem junge Familien leiden laut einer aktuellen Studie des IW häufig unter engen Wohnverhältnissen und müssen Notlösungen in Kauf nehmen. Anderswo gibt es Platz im Übermaß.
Manche Familien müssen sich in engen Räumen stapeln - manche Rentner leben allein in Vier-Zimmer-Wohnungen: Die Wohnungslage in Deutschland ist angespannt. (Archivfoto)Quelle: Imago
Eltern, die abends das Sofa im Wohnzimmer zum Bett ausklappen, und Kinder, die auf einer Zwischenebene unter der Altbaudecke schlafen. Von solchen Notlösungen berichtet eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), aus der die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwoch) vorab zitiert.

Weniger Räume als Haushaltsmitglieder

Auf der anderen Seite gebe es auch umgekehrte Fälle: etwa Rentner, die nach dem Auszug der Kinder und dem Tod des Partners weiter in der großen Familienwohnung bleiben, oder gut verdienende Singles, die sich Wohnungen mit Arbeits- und Gästezimmern leisten können.
Dramatischer Wohnungsmangel in deutschen Städten:
Insgesamt leben laut der Analyse in deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Bewohnern 6,5 Prozent der Haushalte in "beengten Wohnverhältnissen". Davon ist die Rede, wenn es weniger Wohnräume als Haushaltsmitglieder gibt, also wenn etwa ein Paar mit zwei Kindern in einer Zwei- oder Dreizimmerwohnung lebt.
Betroffen seien vor allem Haushalte mit Migrationshintergrund und Familien. Von den Familien habe zuletzt knapp jede dritte in einer solchen Wohnung gelebt, von Haushalten mit Migrationshintergrund jeder fünfte.
Wenn das Geld nicht reicht - zum Wohnen:

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Manche Rentner wohnen üppig

Dagegen hatten der Studie zufolge 6,2 Prozent der Haushalte "sehr viel Platz", darunter viele Haushalte mit Bewohnern über 70. Zur Kategorie "sehr viel Platz" zählt die Analyse Wohnungen, in denen die Zahl der Wohnräume die der Haushaltsmitglieder um drei oder mehr übersteigt. In diese Kategorie fällt also zum Beispiel ein Single oder eine allein lebende Seniorin mit einer Vierzimmerwohnung.
Studienautor Michael Voigtländer vom IW sagte der Zeitung, die Zahlen zeigten ein großes Potenzial, "die Wohnungsnot in den Großstädten zu entspannen". So könnten Wohnungsunternehmen beispielsweise Rentnern mit viel Platz mehr attraktive Angebote für eine Verkleinerung machen und etwa Kosten und Organisation des Umzugs übernehmen.
Zu wenig Wohnraum für Familien:

Passender Wohnraum sowohl in der Stadt als auch auf dem Land? Familien haben es schwer. Dazu wird Pendeln immer stressiger. Metropolregionen stoßen längst an ihre Belastungsgrenze.

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Wohnungstausch als Lösung wird kaum angenommen

Dies sei allerdings nicht einfach, auch weil langjährige Mieter häufig Verträge mit noch sehr günstigen Mieten hätten. Zudem wollten viele im vertrauten Umfeld bleiben. Versuche mit Tauschbörsen in einigen Städten hätten noch keine große Wirkung gezeigt.
Das Bündnis "Soziales Wohnen", an dem unter anderem die Caritas beteiligt ist, hatte Mitte Januar eine Studie vorgelegt, nach der in Deutschland etwa 700.000 Sozialwohnungen fehlen. Einen solchen Bedarf habe es zuletzt vor 20 Jahren gegeben.
Der Fehlbedarf ergebe sich unter anderem aus einer "Rekord-Zuwanderung" von Geflüchteten aus der Ukraine sowie aus anderen Teilen Europas.
Nicht genug Wohnplatz für Geflüchtete:

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Quelle: KNA

Dramatische Wohnungslage