: Niedersachsen bittet Bundeswehr um Hilfe

29.12.2023 | 15:58 Uhr
In den deutschen Hochwasser-Gebieten bleibt die Lage angespannt, es wird neuer Regen erwartet. Das stark betroffene Niedersachsen hat nun die Bundeswehr um Unterstützung gebeten.

Die Lage in den Hochwassergebieten bleibt bedrohlich. Bei Verden an der Aller kann das Wasser nicht mehr in die Weser abfließen - und überflutet deshalb die Verdener Altstadt.

29.12.2023 | 02:06 min
In den Hochwassergebieten bleibt die Lage bedrohlich. Das Land Niedersachsen hat wegen der aktuellen Hochwasserlage die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. Es sei bereits am Donnerstagabend ein Amtshilfeersuchen eingegangen, sagte ein Sprecher des Territorialen Führungskommandos der Streitkräfte am Freitagnachmittag.

Hochwasser in Niedersachsen: Sechs Hubschrauber in Bereitschaft

Er bestätigte damit einen Bericht des "Spiegel", wonach sechs Hubschrauber in Bereitschaft versetzt wurden. Bislang sei aber noch keine Unterstützung aufgrund der Anfrage erfolgt, sagte der Sprecher weiter. Als mögliche Einsatzräume nannte er vor allem das Gebiet um Oldenburg sowie die Region nördlich von Hannover.
In erster Linie geht es um die Sicherung von Deichen.
Sprecher des Territorialen Führungskommandos der Streitkräfte
Möglich seien aber auch Personal- und Materialtransporte sowie wenn nötig auch Evakuierungen. Diese letzte Anforderung sei aber zunächst nur vorsorglich erfolgt.

ZDF-Reporter Oliver Deuker berichtet live aus dem niedersächsischen Hochwassergebiet. Die größten Gefahren lägen in den Deichen, sagt er. Nicht überall seien sie stabil.

29.12.2023 | 02:38 min

DWD: Teils starke Regenfälle in den kommenden Tagen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte zum Teil ergiebige Regenfälle voraus. In den Staulagen des Bergischen Landes und des Siegerlandes in Nordrhein-Westfalen sowie des Harzes sei von Freitagfrüh bis in die Nacht zum Samstag hinein mit Dauerregen zu rechnen.
Dabei könnten bis zu 40 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden fallen. Auch im Osten Deutschlands sind noch viele Feuerwehren im Dauereinsatz.

Evakuierungen in Niedersachsen

In Niedersachsen sind Gebiete an den Flüssen Aller, Leine und Weser im südlichen und mittleren Landesteil betroffen. Dort verschärfte sich die Situation am Donnerstag weiter. Nicht mehr überall konnten die Deiche den Wassermassen standhalten.
Landesweit sind Tausende Hilfskräfte im Einsatz. An einigen Orten wurden Evakuierungen vorbereitet. In der Gemeinde Langlingen im Landkreis Celle verließen in der Nacht zum Freitag etwa 120 Menschen vorsorglich ihre Häuser und Wohnungen.

In der Gemeinde Hodenhagen fließen die Flüsse Aller und Meiße ineinander. Fraglich ist, ob der Deich weiter hält. Oliver Deuker berichtet vor Ort über die Lage.

29.12.2023 | 01:03 min

Stephan Weil: Lage so angespannt wie nie

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte am Donnerstag, in Niedersachsen sei die Hochwasserlage so angespannt wie nie.
Ein Hochwasser diesen Ausmaßes hat es hier bei uns zuvor nie gegeben. Experten warnen seit langem davor, dass die immer häufigeren Wetterextreme mit dem Klimawandel zusammenhängen.
Stephan Weil, Niedersachsens Ministerpräsident
Laut Innenministerium wurde in sechs Landkreisen sowie der Stadt Oldenburg ein sogenanntes außergewöhnliches Ereignis festgestellt. Mit dieser Maßnahme können Landkreise beispielsweise einfacher auf Hilfskräfte zugreifen.

Zahlreiche Häuser in Bremen ohne Strom

Auch rund um Bremen gibt es noch keine Entwarnung. Nach Angaben der Behörden vom Donnerstagabend sind entlang der Wümme im Bereich Katrepel zahlreiche Häuser von Wasser umschlossen und ohne Strom.

Im Norden von Bremen weichen die Wassermassen die Deiche von Wümme und Wörpe auf. Zahlreiche Menschen mussten im Zuge des Hochwassers ihre Häuser verlassen.

29.12.2023 | 01:40 min
Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner hätten dieses Gebiet verlassen. Im Ortsteil Timmersloh stehe das Wasser an den Deichen. Straßen und Felder seien überschwemmt. Den Angaben der Innenbehörde nach mussten bereits mehrmals Maßnahmen zur Deichsicherung erfolgen.

Umweltminister Krischer: Keine Hochwasser-Entwarnung für NRW

Beim Hochwasser in Nordrhein-Westfalen gibt das Umweltministerium trotz stagnierender oder sinkender Pegelstände keine Entwarnung. "Wir haben nach wie vor eine große Hochwasserlage", sagte NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) am Freitag in Düsseldorf. Bisher seien die Folgen überschaubar geblieben, keine Opfer zu beklagen.

Die Risiken von Hochwasser müssen effektiver gemanagt werden. Was das konkret heißt, wird hier mit Grafiken erklärt.

14.07.2023 | 01:52 min
An den Talsperren drohe keine Dammbruchgefahr, auch kein unkontrollierter Überlauf. Die Hochwasserschutzanlagen hätten gehalten. Aber an vielen Stellen seien die Deiche aufgeweicht. Es habe sich klar gezeigt: "Wir haben einen Sanierungsbedarf", sagte Krischer. Es sei den Einsatzkräften vor Ort zu verdanken, dass sie Schwachstellen erkannt und energisch gegengesteuert hätten, um Deichbrüche zu verhindern.

Hochwasserlage in Dresden entspannt sich

In Sachsen hat das Elbe-Hochwasser seinen Höchststand erreicht. Dabei blieb der maximale Wasserstand niedriger als zunächst prognostiziert. Für die anderen Flüsse in Sachsen sei die Hochwassergefahr mittlerweile komplett gebannt, teilte das Landesumweltamt mit. Die Stadt Dresden begann mit dem Abbau eines Flutschutztores.
Der Hochwasserscheitel der Elbe habe bereits am Donnerstag die Pegel in Schöna an der tschechischen Grenze und in Dresden passiert. In der Landeshauptstadt stieg der Wasserstand der Elbe auf 5,95 Meter - und blieb damit unter der Sechs-Meter-Marke. Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) erklärte im Deutschlandfunk, dass Alarmstufe 3 im Laufe des Freitags zurückgefahren werden solle. Alle Schutzmaßnahmen hätten gegriffen, es habe bislang keine größeren Schäden gegeben.
Die Stadt hatte die zweithöchste Warnstufe 3 vorzeitig ausgerufen, weil mit einem Wasserstand von mehr als 6 Metern gerechnet wurde. Bis zum Sonntag rechnet die Stadt damit, dass das Wasser unter den Richtwert der Alarmstufe 2 auf unter 5 Meter sinkt. Auch flussabwärts in Riesa werde der Richtwert für die Alarmstufe 3 nicht erreicht.

Pretziener Wehr in Sachsen-Anhalt zum Schutz geöffnet

Flussabwärts in Magdeburg und Schönebeck in Sachsen-Anhalt öffnete der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft am Donnerstag das Pretziener Wehr. Damit wird etwa ein Drittel des Elbe-Wassers an den beiden Städten vorbei durch einen Umflutkanal und über Wiesen und Felder geleitet, ehe es wieder in die Elbe fließt.

Hochwasser auch in Magdeburg. Nun wurde das Pretziener Wehr geöffnet, was das bedeutet, berichtet ZDF-Reporterin Annette Pöschel.

28.12.2023 | 00:59 min
Im Norden Thüringens richten sich die Blicke auf die Talsperre Kelbra, von der Wasser abgelassen wurde. Im Dorf Mönchpfiffel-Nikolausrieth drohte deshalb, dass etwa 30 Häuser überflutet werden, wie ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag mitteilte. Einsatzkräfte hätten dort 6.000 Sandsäcke am Flussufer aufgebaut, um dies zu verhindern. Das Wasser stand den Angaben zufolge etwa zehn Zentimeter unterhalb der Uferkante.
Quelle: dpa, AFP

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