: Warnstreik bei Bodenpersonal hat begonnen

20.02.2024 | 11:28 Uhr
Seit dem Morgen streikt das Bodenpersonal der Lufthansa an mehreren deutschen Flughäfen. Im Tarifstreit hatte Verdi dazu aufgerufen. Rund 100.000 Passagiere dürften betroffen sein.

Das Bodenpersonal der Lufthansa streikt an allen großen deutschen Flughäfen. Bis zu 90% der Lufthansa-Flüge werden wohl ausfallen. Verdi fordert unter anderem 12,5% mehr Lohn.

20.02.2024 | 01:27 min
An mehreren deutschen Flughäfen hat am Dienstagmorgen ein weiterer Warnstreik des Bodenpersonals der Lufthansa begonnen. Die Beschäftigten waren aufgerufen, ab 04:00 Uhr ihre Arbeit niederzulegen. Der Warnstreik soll nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bis Mittwochmorgen um 07:10 Uhr dauern. In den Bereichen Fracht und Technik sollten die Beschäftigen bereits am Montagabend ihre Arbeit niederlegen.
Kundinnen und Kunden der Lufthansa müssen sich wegen des Warnstreiks auf Streichungen und Verspätungen einstellen. Betroffen sind im Passagierbereich die Lufthansa-Standorte:
  • Frankfurt am Main
  • München
  • Hamburg
  • Berlin
  • Düsseldorf
  • Köln-Bonn
  • Stuttgart

"Wir brauchen diese Lohnerhöhung", erklärt Verdi-Gewerkschaftssekretär Dennis Dacke ZDF-Reporter Christoph Wiesel. Noch fehle ein "substantiell verbessertes Angebot" von der Lufthansa.

20.02.2024 | 09:06 min

Tarifstreit für 25.000 Angestellte

Nach Lufthansa-Angaben dürften rund 100.000 Passagiere von dem Warnstreik betroffen sein. Die Airline hofft, zehn bis 20 Prozent der Flüge anbieten zu können. Hintergrund des Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen für die rund 25.000 Beschäftigten der Lufthansa am Boden. Die Lufthansa hatte zuletzt ein Angebot vorgelegt, wonach zehn Prozent mehr Geld in den kommenden zwölf Monaten vorgesehen sind.
Verdi hingegen fordert mit Verweis auf Rekordgewinne der Lufthansa sowie der Arbeitsverdichtung für die Beschäftigten:
  • 12,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro monatlich
  • Bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine konzerneinheitliche Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro
  • Die Schichtarbeit soll aufgewertet werden
Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky sagte am Dienstag in Frankfurt:
Wenn die Lufthansa das nicht einsieht, dass sie jetzt einen großen Schritt auf uns zugehen muss, dann sind längere Streiks auch weiterhin möglich.
Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky

Lufthansa lässt offen, ob Angebot nachgebessert wird

"Das ist ein bitterer Tag für unsere Gäste", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die Passagiere seien, so gut es ging, auf andere Verbindungen umgebucht worden. Dass dennoch viele enttäuscht werden müssten, dafür trage Verdi die Verantwortung. Ob die Lufthansa bei der nächsten Runde am Mittwoch das Angebot nachbessert, ließ der Sprecher offen. Ein Streiktag bedeute für die Airline eine Belastung in niedriger zweistelliger Millionenhöhe.
Verdi-Verhandlungsführer Reschinsky verteidigte die Höhe der Forderung. Die rund 25.000 betroffenen Beschäftigten hätten nach ihren Zugeständnissen während der Corona-Krise heute zehn Prozent weniger in der Tasche als vor drei Jahren. "Deswegen sind diese auch durchaus hohen Forderungen gerechtfertigt und auch notwendig", ergänzte er. Den erneuten Warnstreik begründete er damit, dass die Lufthansa bei ihrem verbesserten Angebot im letzten Verhandlungstermin nicht noch einmal nachgelegt hatte.

Reisende teils verärgert, teils verständnisvoll

Reisende am Flughafen in Frankfurt zeigten sich einerseits verärgert, äußerten andererseits aber auch Verständnis für den Arbeitskampf. "Ich denke, man sollte auch versuchen, da in der Verhandlung mal ein vernünftiges Ergebnis zu bringen", sagte Ralph Möller. Die Mobilität in Deutschland sei mittlerweile ein echtes Problem. Die Streikerei zurzeit sei ziemlich nervig, stimmte ein anderer Passagier zu.
Ein 27-stündiger Ausstand hatte bereits Anfang Februar den Flugbetrieb an den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München weitgehend lahmgelegt. Rund 900 von 1.000 geplanten Flügen wurden gestrichen. Laut Lufthansa waren auch dort etwa 100.000 Passagiere betroffen.
Quelle: AFP, Reuters

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