: Warnstreiks im Handel und bei der Postbank

16.02.2024 | 02:05 Uhr
Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte im Einzelhandel für den heutigen Freitag zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Auch Postbank-Beschäftigte sollen streiken.
Seit über acht Monaten verhandeln die Tarifparteien im Einzelhandel, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Jetzt soll es wieder einen Warnstreik geben. (Archivbild)Quelle: Bildquelle
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Einzelhandels für diesen Freitag zu bundesweiten Streiks aufgerufen. Diese Woche seien Aktionen in Filialen und Lagern des Lebensmittelhändlers Edeka geplant. Für Freitag erwartet die Gewerkschaft bundesweit rund 13.000 Streikende.

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Zentrale Kundgebungen sollen unter anderem in Köln, Chemnitz, Hamburg und Minden stattfinden. Bis Ostern sollen laut Verdi mehrere Aktionswochen folgen. Dabei stünden dann auch andere Handelskonzerne im Fokus, die laut Verdi die Verhandlungen blockieren.

Tarifrunde im Einzelhandel dauert seit Monaten an

Verdi teilte mit, damit sollen die Arbeitgeber zur Rückkehr an den Verhandlungstisch und zum Abschluss eines Tarifvertrags bewegt werden. Seit mittlerweile mehr als acht Monaten verlaufen die Gespräche zwischen den Tarifpartnern im Handel ohne Ergebnis. Verdi wirft den Arbeitgebern vor, die Verhandlungen zu blockieren.
Silke Zimmer aus dem Verdi-Bundesvorstand erklärte, die Angebote der Arbeitgeber reichten "nicht im Entferntesten aus, um die Reallohnverluste der letzten Jahre auszugleichen". Auch die Angebote, die den Beschäftigten im Groß- und Außenhandel bisher gemacht worden seien, blieben "weit hinter den Forderungen der Tarifkommissionen zurück".

Verdi fordert mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde

Der Tarifgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Steven Haarke, wandte ein: "Das Angebot der Arbeitgeber hätte zu echten Reallohnzuwächsen geführt."
Die Arbeitgeber hätten gleich in der ersten Verhandlungsrunde vor über zehn Monaten ein Angebot vorgelegt und es mehrfach nachgebessert. Verdi dagegen habe sich nicht bewegt. Das führe in eine Sackgasse.

Das Weihnachtsgeschäft gab 2023 vielerorts wenig Grund zum Jubeln, so der Einzelhandelsverband. Mehr als die Hälfte der Händler sprach von stärkeren Umsatzrückgängen.

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Verdi fordert im Einzelhandel unter anderem in allen Regionen mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde und eine Laufzeit von einem Jahr. Je nach Bundesland kommen weitere Forderungen hinzu.

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Die Arbeitgeber bieten ihrerseits Lohnsteigerungen von rund zehn Prozent über eine Laufzeit von zwei Jahren und eine Inflationsausgleichsprämie von 750 Euro.

Verdi ruft auch Postbank-Beschäftigte zu Warnstreiks auf

Arbeitsniederlegungen soll es auch bei der zur Deutschen Bank gehörenden Postbank geben. Die bundesweiten Aktionen sollen an diesem Freitag zunächst in Hamburg starten und in den darauffolgenden Tagen auf andere Bundesländer ausgeweitet werden.
Der Auftakt der Tarifverhandlungen Anfang Februar sei enttäuschend gewesen, teilte Verdi mit.
Die gerade erst veröffentlichten Geschäftszahlen der Bank zeigen: Die finanziellen Spielräume für gute Tariferhöhungen sind da.
Jan Duscheck, Verdi-Verhandlungsführer
Diese Spielräume müssten jetzt für einen Ausgleich der Reallohnverluste der letzten Jahre genutzt werden.
Quelle: dpa, AFP, Reuters

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