: Netanjahu will Gaza "entmilitarisieren"

28.11.2023 | 20:19 Uhr
Wie stellt sich Israel die Zukunft des Gazastreifens vor? Ministerpräsident Netanjahu will die Entnazifizierung Deutschlands als Vorbild nehmen und Gaza "entmilitarisieren".
Palästinensische Gebiete, Gaza: Benjamin Netanjahu (vorne), Ministerpräsident von Israel, besucht den GazastreifenQuelle: dpa
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu plant nach einem möglichen Sieg über die islamistische Hamas eine radikale Umgestaltung des Gazastreifens und zieht dabei Vergleiche zur Entnazifizierung in Deutschland nach 1945. "Nach dem Sieg über die Hamas" seien zwei Dinge nötig, sagte Netanjahu in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem Springer Verlag.
Erstens entmilitarisieren wir Gaza und zweitens entradikalisieren wir Gaza. Und genau das wurde in Deutschland, Japan und anderswo getan.
Benjamin Netanjahu, israelischer Ministerpräsident
Er verwies auf die Entnazifizierung Deutschlands, das heute ein völlig anderes Land sei als in den 1930er Jahren. "Dies wurde durch den totalen militärischen Sieg und die Veränderung der Kultur, der Bildung und des Lernens über die Fehler der Vergangenheit erreicht." Auch Japan sei ein anderes Land geworden.

Nach der Freilassung einer weiteren Gruppe von Geiseln gehen die Verhandlungen zwischen den USA, Israel und Ägypten in Katar weiter. ZDF-Korrespondent Luten Leinhos mit Details.

29.11.2023 | 01:08 min

Netanjahu: Weitere Einsätze nach Feuerpause

Mit Blick auf die Situation im Gazastreifen fragte Netanjahu: "Welchen Sinn hat es, diesen Krieg zu gewinnen, die Hamas auszurotten und nicht auf eine Entradikalisierung Gazas hinzuwirken?" Der israelische Ministerpräsident betonte zudem, Israel werde die Einsätze gegen die Hamas nach dem Ende der derzeit vereinbarten Feuerpause wieder aufnehmen.
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Denn die Vertreter der Hamas sagten, "dass sie das Massaker, das sie an uns verübt haben, (...) wiederholen werden". Netanjahu warnte zudem vor der von Islamisten ausgehenden Gefahr. Die Hamas sei "Teil der Terrorachse des Iran, der Hisbollah, der Huthis und anderer". Ihr Ziel sei es, "zuerst den Nahen Osten und dann die Welt in ein Zeitalter der Barbarei zu führen".

"Einerseits der öffentliche Druck von Angehörigen der Geiseln - auf der anderen Seite das Militär, das sagt, wir können nicht mittendrin aufhören", berichtet ZDF-Reporter Luten Leinhos aus Tel Aviv.

29.11.2023 | 04:01 min

Hamas tötete etwa 1.200 Menschen

Hunderte Kämpfer der von den USA und der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas waren am 7. Oktober nach Israel eingedrungen und hatten nach israelischen Angaben etwa 1.200 Menschen getötet und rund 240 Menschen in ihre Gewalt gebracht.
Israel bombardierte als Reaktion wochenlang massiv Ziele im Gazastreifen aus der Luft und vom Boden aus.
Quelle: AFP, Reuters

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