: Nawalnaja: Putin ist "blutrünstiges Monster"

28.02.2024 | 12:32 Uhr
Mit bewegenden Worten hat Julia Nawalnaja vor dem EU-Parlament über den Tod ihres Mannes und die Situation in Russland gesprochen. Alexej Nawalny soll am Freitag beigesetzt werden.

Julia Nawalnaja hat schwere Vorwürfe gegen den russischen Machthaber Putin erhoben. In ihrer Ansprache vor dem EU-Parlament rief sie dazu auf, gegen das "Monster" vorzugehen.

28.02.2024 | 01:41 min
Die Witwe des in Haft gestorbenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin als "Chef einer kriminellen Bande" und "blutrünstiges Monster" bezeichnet. In ihrer Rede vor dem Europaparlament in Straßburg rief Julia Nawalnaja die westlichen Staaten dazu auf, gegen Putins Helfer vorzugehen.
"Es braucht keine Betroffenheitsadressen, sondern eine Suche nach den Mafia-Verbündeten in Ihren Ländern, den diskreten Anwälten und Geldgebern", sagte Nawalnaja. Putin sei nicht mit weiteren Sanktionen zu treffen, sondern nur mit neuen Methoden. "Wenn Sie Putin bezwingen wollen, müssen Sie erfinderisch sein", sagte Nawalnaja.  Sie macht Putin für den Tod ihres Mannes in einem russischen Straflager verantwortlich. Die 47-Jährige will Nawalnys Arbeit fortführen.

Wladimir Putin sei der „Chef einer kriminellen Bande“, sagt Julia Nawalnaja heute im EU-Parlament.

28.02.2024 | 02:04 min

Nawalny soll am Freitag beigesetzt werden

Im EU-Parlament äußerte sich Nawalnaja zudem besorgt, dass es bei den für Freitag geplanten Trauerfeierlichkeiten rund um die Beisetzung ihres Mannes zu Festnahmen unter den Trauergästen kommen könnte. "Ich bin nicht sicher, ob es friedlich sein wird oder ob die Polizei diejenigen festnehmen wird, die sich von meinem Mann verabschieden wollen," sagte sie.
Der Kremlkritiker soll nach Angaben seines Teams an diesem Freitag in Moskau beerdigt werden. Am 1. März solle es zuerst eine Trauerfeier in einer Kirche im südöstlichen Bezirk Marjino geben und anschließend die Beisetzung des Leichnams auf dem Borissowskoje-Friedhof, schrieb Nawalnys Sprecherin auf der Plattform X.
Post von Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch

Begräbnis unter schwersten Bedingungen

Die Suche nach einem Ort für die Trauerfeier gestaltete sich in den vergangenen Tagen erwartungsgemäß schwer. Kurz vor der Präsidentenwahl am 17. März sind dem Kreml jegliche größeren kritischen Veranstaltungen ein Dorn im Auge. Hunderte Menschen wurden zuletzt schon bei der Niederlegung von Blumen für Nawalny festgenommen.
Nach russisch-orthodoxer Tradition ist es eigentlich üblich, Tote nach drei Tagen zu beerdigen und ihren Leichnam vorher aufzubahren, damit Trauernde sich verabschieden können. Ein Saal für ein solches Abschiedsritual sei aber nicht zur Verfügung gestellt worden, schrieb Iwan Schdanow, der Direktor des von Nawalny gegründeten Anti-Korruptions-Fonds.

Der Tod von Kremlkritiker Alexej Nawalny hallt nach, es gab mehrere Gedenkversammlungen. Dabei wurden nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 212 Menschen festgenommen.

17.02.2024 | 01:30 min

In Haft gestorben

Der Tod Nawalnys war Mitte Februar bekannt geworden. Er starb in einem russischen Straflager am Polarkreis im Alter von 47 Jahren. Viele westliche Staats- und Regierungschefs haben erklärt, sie machten den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich für seinen Tod verantwortlich.
Nach Angaben von Nawalnys Unterstützern hatte es vor seinem Tod Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch gegen den in Berlin verurteilten russischen Mörder Vadim Krasikow gegeben. Die Bundesregierung kommentiert dies bisher nicht.

Nach Nawalnys Tod gibt es viele offene Fragen. Bisher gibt es von den russischen Behörden keine konkreten Aussagen. Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter einbestellt.

19.02.2024 | 01:32 min
Quelle: AFP, AP, dpa

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