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: So lief die TV-Debatte der US-Republikaner

09.11.2023 | 05:57 Uhr
TV-Debatte ohne Trump: Mit Botschaften politischer Härte haben fünf Präsidentschaftsanwärter der Republikaner versucht, sich in einer weiteren Fernsehdebatte zu profilieren.
Dritte Fernsehdebatte: Präsidentschaftsbewerber der US-Republikaner äußern sich zu Israel.Quelle: Reuters/Mike Segar
In Miami sind am Mittwochabend (Ortszeit) fünf Republikaner auf der Bühne gestanden, die in Umfragen alle weit abgeschlagen hinter ihrem parteiinternen Konkurrenten, Donald Trump, liegen.
Der Ex-US-Präsident blieb auch der dritten Debatte, wie schon vorherigen Runden, fern und trat stattdessen zeitgleich nicht mal 20 Kilometer entfernt in Hialeah, ebenfalls im Bundesstaat Florida, vor Anhängern auf.
Ziel verbaler Attacken bei der TV-Debatte war besonders oft die frühere UN-Botschafterin Nikki Haley, die zuletzt in Umfragen deutlich zu Floridas Gouverneur Ron DeSantis aufgeschlossen hatte.

Wie äußern sich die Bewerber zu Israel?

Ron DeSantis sagte bei der im Sender NBC übertragenen Diskussionsrunde, er würde dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu empfehlen, "den Job mit diesen Schlächtern der Hamas ein für allemal zu Ende zu bringen".
"Sie sind Terroristen. Sie massakrieren unschuldige Menschen. Sie würden jeden Juden von der Erde wischen, wenn sie könnten", sagte der rechte Hardliner, der im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner in Umfragen auf dem zweiten Platz hinter Trump liegt. 
Ich habe die Nase voll von Menschen, die Israel dafür Vorwürfe machen, dass es sich verteidigt.
Ron DeSantis, Floridas Gouverneur

Ron DeSantis möchte der nächste US-Präsident werden. Mit seinem konservativen Kulturkampf etabliert sich der Republikaner bei den Wählern als "Trump mit Gehirn".

06.07.2023 | 16:23 min
"Die frühere UN-Botschafterin Nikki Haley sagte, sie habe Netanjahu geraten, er müsse die Hamas "erledigen". Die USA müssten Israel mit "allem unterstützen, was sie brauchen". Die in Umfragen auf dem dritten Platz hinter Trump und DeSantis liegende 51-Jährige fügte hinzu:
Das Letzte, was wir tun sollten, ist Israel zu sagen, was es tun sollte.
Nikki Haley, UN-Botschafterin
"Das Einzige, was wir tun sollten, ist sie dabei zu unterstützen, die Hamas auszuschalten."
Der Biotech-Unternehmer Vivek Ramaswamy sagte, Israel habe "das Recht und die Verpflichtung, sich selbst zu verteidigen". Netanjahu solle die Hamas "ausräuchern".

Wie stehen die Kandidaten zu Ukraine-Unterstützung?

Weniger einig waren sich die Präsidentschaftsbewerber bei einer weiteren Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland. Haley und der frühere Gouverneur des Bundesstaates New Jersey, Chris Christie, warben zwar für weitere Militärhilfen für die Ukraine.
DeSantis stellte weitere Hilfen aber in Frage und sagte, die Europäer müssten "ihren fairen Anteil leisten". Senator Tim Scott sagte, für weitere Hilfen müsse erst Transparenz über die Verwendung der Mittel herrschen.
Ramaswamy übte gar scharfe Kritik an der Ukraine und bezeichnete Präsident Wolodymyr Selenskyj als "Nazi" und "Komiker in Cargo-Hosen". Das Land sei kein "Musterbeispiel für Demokratie", habe elf Oppositionsparteien verboten und gehe gegen Christen vor.

"Joe Biden hat genau dargelegt, warum es so wichtig ist, dass die ganze Welt nicht nur Israel, sondern auch die Ukraine weiterhin mit allen Mitteln unterstützt", so ZDF-Korrespondent Benjamin Daniel in Washington.

20.10.2023 | 02:54 min

Wieso war Trump nicht bei der TV-Debatte?

Für die dritte Fernsehdebatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber hatte sich mit DeSantis, Haley, Ramaswamy, Christie und Scott noch fünf Politiker qualifiziert.
Der hoch favorisierte Trump blieb der Debatte wie bereits bei den ersten beiden Runden fern. Er hielt stattdessen zeitgleich weniger als 20 Kilometer entfernt eine Wahlkampfveranstaltung in Hialeah im Großraum Miami ab.

Wann wählen die USA ihren Präsidenten?

Die Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner beginnen am 15. Januar im Bundesstaat Iowa. Der Sieger der Vorwahlen wird am 5. November 2024 den Demokraten Joe Biden herausfordern, der sich um eine zweite Amtszeit im Weißen Haus bewirbt.

Wer führt bei den Republikanern?

Trump führt die Umfragen zum republikanischen Bewerberfeld seit Monaten mit riesigem Vorsprung an. Er kommt derzeit im Schnitt der Internetseiten "RealClearPolitics" und "FiveThirtyEight" auf zwischen 56 und 58 Prozent - ein Vorsprung von mehr als 40 Punkten auf den zweitplatzierten DeSantis.
Bei den Fernsehdebatten versuchen die anderen Bewerber deswegen, sich als die beste Alternative zu Trump anzubieten und dabei all jene Republikaner hinter sich zu bringen, die dem rechtspopulistischen Ex-Präsidenten kritisch gegenüberstehen.

Nach langem Streit hat das US-Repräsentantenhaus den Republikaner Mike Johnson zum Vorsitzenden gewählt. Der konservative Hardliner ist ein Unterstützer von Ex-Präsident Trump.

25.10.2023 | 02:46 min
Viele Konservative befürchten, dass der skandalträchtige und in großen Teilen der US-Bevölkerung höchst unbeliebte Trump bei den Präsidentschaftswahlen gegen Biden verlieren könnte.
DeSantis hatte lange Zeit als gefährlichster parteiinterner Trump-Rivale gegolten. Der Gouverneur schwächelt im Wahlkampf aber, während Nikki Haley in Umfragen zulegt.

Gab es mal wieder verbale Entgleisungen?

Einige: Der 38-Jährige bezeichnete Haley in Bezug auf den früheren US-Vizepräsidenten spöttisch als "Dick Cheney in sieben Zentimeter hohen Stöckelschuhen". Sie konterte, ihre Schuhe seien zwölf Zentimeter hoch und sie nutze sie nicht aus Modegründen, sondern als Munition.
Als Ramaswamy beim Streitthema rund um die Videoplattform TikTok anmerkte, Haley habe ihre eigene Familie nicht im Griff, weil sie TikTok verteufele, während ihre Tochter den Dienst nutze, gab die Republikanerin unwirsch zurück: "Du bist einfach Abschaum."
Ramaswamy, dem keine echten Chancen in dem Rennen eingeräumt werden, gab sich erneut auffallend angriffslustig. Schon die erste Frage nutzte er, um die Ausrichter der Debatte, die Spitze der Republikanischen Partei und den Fernsehsender NBC zu diskreditieren und die Parteivorsitzende Ronna McDaniel zum Rücktritt aufzufordern. Den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bezeichnete er später als "Nazi", den US-Präsidenten Joe Biden als politische "Marionette".
Quelle: AFP, dpa

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