: Lloyd Austin erneut im Krankenhaus

12.02.2024 | 00:29 Uhr
Einige Wochen nach seinem geheimen Krankenhausaufenthalt ist der US-Verteidigungsminister erneut in eine Klinik eingeliefert worden. Er wird wegen Blasenbeschwerden behandelt.
Der krebskranke US-Verteidigungsminister Austin wird laut Pentagon von seiner Stellvertreterin Kathleen Hicks vertreten.Quelle: AFP
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin ist nach Angaben des Pentagons wieder im Krankenhaus. Er wurde um 14:20 Uhr (Ortszeit) von seinem Sicherheitsdienst mit Symptomen eines akuten Blasenproblems in das Walter-Reed-Militärkrankenhaus bei Washington gebracht, teilte Pentagon-Sprecher Pat Ryder am Sonntagnachmittag mit.

US-Verteidigungsminister Austin ist an Prostatakrebs erkrankt. Über Austins Zustand herrschte knapp einen Monat Ungewissheit.

10.01.2024 | 00:21 min
US-Präsident Joe Biden, der Vorsitzende der Generalstabschefs, das Weiße Haus und der Kongress seien bereits über den Klinikaufenthalt informiert worden. Austins Stellvertreterin Kathleen Hicks habe seine Aufgaben übernommen.
Am Nachmittag hieß es noch, Austin habe die nötigen Kommunikationsmittel bei sich, um seine Aufgaben vom Krankenhaus aus zu erfüllen. Am Abend hieß es dann, Austin sei noch immer im Krankenhaus und habe der Vize-Verteidigungsministerin gegen 16.55 Uhr (Ortszeit) die Amtsgeschäfte übergeben.

Kritik an Austin wegen heimlichen Klinikaufenthalts

Austin war zu Jahresbeginn in die Kritik geraten, weil er eine Prostatakrebserkrankung und einen Krankenhausaufenthalt infolge von Komplikationen bei einem Eingriff geheim gehalten hatte. Bei dem 70-Jährigen war im Dezember Prostatakrebs entdeckt worden. Nach einem kleineren Eingriff am 22. Dezember kehrte er zunächst nach Hause zurück.
Aufgrund von Komplikationen wurde er dann am 1. Januar ins Walter-Reed-Krankenhaus eingeliefert. Das Weiße Haus wurde aber erst am 4. Januar darüber informiert und der Kongress einen Tag später.

Biden erfuhr erst am 9. Januar von Krebsdiagnose

Selbst der US-Präsident wusste mehrere Tage lang nicht Bescheid, dass sein Minister im Krankenhaus lag - bekräftigte später jedoch, an ihm festhalten zu wollen. Am 15. Januar war Austin aus der Klinik entlassen worden und hatte zunächst nicht vom Pentagon aus gearbeitet.
Die Opposition forderte wegen Austins Geheimniskrämerei, der Minister müsse sein Amt räumen. Das Weiße Haus und das Pentagon leiteten wegen des Falls interne Untersuchungen ein.
Biden bescheinigte Austin wegen des Schweigens über seine Gesundheitsprobleme zwar einen Mangel an Kommunikation, sprach ihm aber zugleich sein Vertrauen aus.

Der Einfluss Donald Trumps auf das politische Washington zeigt sich bereits jetzt: In den USA ist der Versuch der Demokraten, ein milliardenschweres Hilfspaket für die Ukraine und Israel auf den Weg zu bringen, erneut gescheitert.

11.02.2024 | 60:17 min

Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe am Dienstag

Austin hätte an diesem Dienstag nach Brüssel reisen sollen, wo er an einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe teilnehmen sollte. Diese rief er nach dem Beginn des Ukraine-Krieges 2022 für die Koordination der militärischen Unterstützung für das von Russland attackierte Land ins Leben.
Im Anschluss sollte Austin an einer regulären Zusammenkunft der Verteidigungsminister der Nato teilnehmen. Zunächst war unklar, ob seine Krankenhauseinlieferung die Pläne durcheinanderwirbelt.

Elmar Theveßen (Leiter des ZDF-Studios Washington) mit einer Einordnung zum Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in Washington am 09.02.24.

10.02.2024 | 04:51 min
Prostatakrebs ist die zweithäufigste Krebsart bei Männern in den USA nach weißem Hautkrebs. Im frühen Stadium sind die Heilungschancen generell gut. Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein walnussgroßes Organ, das beim Mann den Ansatz der Harnröhre umschließt.
Quelle: dpa, AFP, Reuters

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