: Warum die Frühjahrsoffensive bislang ausblieb

20.05.2023 | 10:49 Uhr
Es ist schon fast Sommer: Dass die erwartete Frühjahrsoffensive der Ukraine noch nicht begonnen hat, liegt nicht nur an den Waffenlieferungen. Ein Überblick über die Probleme:
Ukrainische Soldaten in Schützengraben bei BachmutQuelle: reuters
Über die vergangenen Monate hinweg haben die Partner aus dem Westen Waffensysteme und Munition im Milliardenwert in die Ukraine gebracht - unter Druck, die Ausrüstung rechtzeitig für eine erwartete Frühjahrsoffensive zu liefern.
Jetzt ist der Sommer nur noch wenige Wochen entfernt, und die ukrainische Offensive lässt auf sich warten. Das Wetter, fortlaufende Kampfausbildung und stockende Waffenlieferungen werden als bremsende Faktoren genannt.

Das Wetter

Ein Grund für die Verzögerung der Frühjahrsoffensive ist das Wetter. Das Auftauen des gefrorenen Bodens hat länger gebraucht als erwartet. Der Winter ging in einen nassen, kalten Frühling über, das Austrocknen stockte.
Stattdessen ist tiefer Schlamm zurückgeblieben, sodass Fahrzeuge ohne Ketten schwer vorankommen. Der Schlamm sei wie eine Suppe, sagt der US-Beamte. "Man versinkt regelrecht darin."

Ukraine: Hier können Sie spenden

Quelle: ZDF
Wenn Sie helfen wollen, können Sie das durch eine Spende tun. Alle Informationen hierzu im Überblick.

Wie arbeitet das Aktionsbündnis?

Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe hilft Menschen in der Ukraine und auf der Flucht. Gemeinsam sorgen die Organisationen Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland für Unterkünfte und Waschmöglichkeiten, für Nahrungsmittel, Kleidung, Medikamente und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Auch psychosoziale Hilfe für Kinder und traumatisierte Erwachsene ist ein wichtiger Bestandteil des Hilfsangebots.

Die Ausbildung der Truppen

In den vergangenen Monaten haben die USA und ihre Verbündeten die ukrainischen Truppen bei der Ausbildung Zehntausender Soldaten unterstützt. Das letzte Bataillon im US-Training beendet aber gerade jetzt erst seinen Kurs.
Was noch aussteht, ist die Einweisung der ukrainischen Truppen in Abrams-Panzer. Für ihre Gegenoffensive werde die Ukraine allerdings nicht warten, bis diese Panzerausbildung abgeschlossen sei, erklärte der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow vor kurzem.

Die Waffenlieferungen

Allein in den vergangenen fünf Monaten haben die USA Waffen und Munition im Wert von mehr als 14 Milliarden Dollar (rund 13 Milliarden Euro) zugesagt. Auch andere westliche Partner haben Panzer, Fahrzeuge und Luftabwehrsysteme im Milliardenwert zugesichert.
Vieles davon sei jedoch noch nicht eingetroffen, erklärt Ben Barry vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS), ein britischer Ex-Geheimdienstler.
So seien von rund 300 zugesagten Panzersystemen, wie der Leopard 2, bislang nur etwa 100 angekommen. Von rund 700 zugesagten Kampffahrzeugen, wie den Marauders und den amerikanischen Bradley-Schützenpanzern, sei es knapp die Hälfte.

Hinweise auf eine ukrainische Gegenoffensive

Russland verfügt nach Angaben aus westlichen Regierungskreisen derzeit über rund 200.000 Soldaten entlang einer 1.000 Kilometer langen Kampflinie, die sich ähnlich wie im Ersten Weltkrieg eingegraben hätten. Geschützt von Gräben, Minenfeldern und Panzersperren aus Beton.

Im Kampf um Bachmut sei "eine neue Phase eingetreten", in der russische Truppen vorrückten, aber von ukrainischen Truppen eingekesselt würden, so ZDF-Reporter Timm Kröger.

17.05.2023 | 03:40 min
Die Ukraine hat begonnen, die russischen Linien aus großer Entfernung mit Artilleriefeuer zu beschießen. Dies könnte nach Ansicht des westlichen Informanten ein Hinweis sein, dass ein Vorstoß an dieser Stelle geplant sei - oder auch ein Ablenkungsmanöver, um die russische Aufmerksamkeit auf diesen Ort zu richten und von dem dann eigentlichen Angriffspunkt abzulenken.
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:
Quelle: Tara Copp, AP

Thema

Aktuelle Nachrichten zur Ukraine