: Putin bezeichnet Medienberichte als Lügen

26.11.2022 | 08:25 Uhr
Während Wladimir Putin ausgewählten Soldatenmüttern von Heldentum der Söhne berichtet, warten andere weiterhin auf ein Gespräch. Die Behörden würden ihre Fragen ignorieren.
Der Präsident traf nach Angaben seines Büros mehr als ein Dutzend Mütter von Soldaten im Kriegseinsatz.Quelle: Alexei Druzhinin/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich gegenüber Soldatenmüttern über angeblich verzerrte Darstellungen des Feldzugs in der Ukraine beklagt. "Das Leben ist komplizierter und vielfältiger als es auf Fernsehbildschirmen oder sogar im Internet gezeigt wird. Es gibt da viele Fälschungen, Schummeleien, Lügen.", sagte Putin am Freitag.
Er telefoniere manchmal mit Soldaten, deren Stimmung und Einstellung ihn überrascht hätten. "(Die Anrufe) geben mir allen Grund zu sagen, dass sie Helden sind", sagte Putin.

Die russische Armee opfere schlecht ausgebildete und ausgerüstete Soldaten, um Zeit zu gewinnen, sagt Russland-Experte Nico Lange. Besonders ethnische Minderheiten würden verheizt.

25.11.2022 | 22:12 min
Der Präsident traf nach Angaben seines Büros mehr als ein Dutzend Mütter von Soldaten im Kriegseinsatz. Unbestätigten russischen Medienberichten zufolge waren einige der Frauen Mitglieder von kremltreuen Organisationen, der Regierungspartei Vereintes Russland oder sind lokale Beamtinnen, die die Regierung unterstützen.

Soldatenmütter fordern Gespräch mit Putin

Andere Angehörige beschwerten sich, dass sie nicht zu dem Treffen mit
Putin eingeladen worden seien, unter ihnen Valentina Melnikowa von der Union der Soldatenmütterkomitees, wie das unabhängige Medium "Werstka" berichtete.

Der Krieg in der Ukraine wird nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Worten geführt. Propagandisten versuchen auch in Deutschland, die öffentliche Meinung zu manipulieren.

10.03.2023 | 29:02 min
"Wir sind hier in Moskau, bereit uns mit Ihnen zu treffen. Wir warten auf Ihre Antwort", sagte Olga Zukanowa vom Rat der Mütter und Ehefrauen einberufener Soldaten in einer an Putin gerichteten Videobotschaft auf Telegram. Die Behörden hätten ihre Fragen und Bitten ignoriert. Auf der einen Seite stünden mächtige Männer in Verteidigungsministerium, Militärstaatsanwaltschaft und Präsidialverwaltung, auf der anderen Mütter.
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Olga Zukanowa, Rat der Mütter und Ehefrauen einberufener Soldaten

Viele Ehefrauen und Mütter der 300.000 russischen an die Front geschickten Soldaten wollen wissen, wie es den Männern geht. Das Recherchenetzwerk Astra berichtet von den Zuständen.

25.11.2022 | 02:45 min

Medienberichte: Bei Teilmobilmachung viele unerfahrene Männer einberufen

Putin hatte im September unter Druck militärischer Niederlagen eine Teilmobilmachung verkündet, die inzwischen für beendet erklärt wurde.
Berichte der Nachrichtenagentur AP, unabhängiger russischer Medien und von Aktivisten legen nahe, dass die Einberufenen unerfahren sind, Grundausrüstung wie Schutzwesten und Medizin selbst mitbringen mussten und ohne angemessene Ausbildung in den Kampf geschickt wurden, in dem einige nach wenigen Tagen fielen.
Verwandte einberufener Soldaten haben seit Oktober Proteste in mehr als einem Dutzend Regionen organisiert. Sie verlangen, dass ihre Angehörigen vom Fronteinsatz befreit, angemessen verpflegt, untergebracht und ausgerüstet werden. Außerdem besteht die Sorge, dass der Kreml wegen weiterer Erfolge der Ukraine zusätzliche Reservisten zu den Waffen ruft.
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Quelle: AP

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