: Sudan erlaubt Evakuierungen von Diplomaten

22.04.2023 | 19:14 Uhr
Der sudanesische de-facto-Präsident, Abdel Fattah al-Burhan, hat Evakuierungen ausländischer Diplomaten erlaubt. Die Bundeswehr bereitet sich darauf vor, Deutsche auszufliegen.
Sudans De-facto-Präsident und Oberbefehlshaber der Armee, Abdel Fattah al-Burhan, hat der Evakuierung von Bürgern und diplomatischen Vertretern aus dem umkämpften Land zugestimmt.
Im saudiarabischen Dschiddah kam bereits am Samstag ein Schiff mit 50 eigenen Staatsbürgern "und einer Reihe von Staatsangehörigen befreundeter Länder" an, weitere sollten folgen, wie das Staatsfernsehen in dem Königreich berichtete. In Berlin tagte der Krisenstab des Auswärtigen Amtes zur Lage im Sudan.

Bundeswehr bereitet sich auf Evakuierung vor

Derweil trifft die Bundeswehr nach Angaben des Verteidigungsministeriums Vorbereitungen für einen neuen Anlauf zur Evakuierung deutscher Staatsbürger. Am Mittwoch war der Versuch einer diplomatischen Evakuierung mit Maschinen der Luftwaffe, aber ohne größeren Einsatz von Soldaten, abgebrochen worden.

Sudans Hauptstadtflughafen umkämpft

Der Flughafen in Khartum steht seit Beginn des Konflikts im Zentrum der Kampfhandlungen und war deshalb unzugänglich. Diplomaten bemühen sich seit Tagen um eine belastbare Feuerpause für die Evakuierung.
Aufgrund der Kämpfe im Nordosten Afrikas hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am späten Freitagnachmittag erklärt, dass man sich auf verschiedene Optionen zur Evakuierung vorbereite:
Wir haben einige Truppen in das Land entsandt, um sicherzustellen, dass wir so viele Optionen wie möglich haben, falls wir zum Handeln aufgefordert werden.
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin
John Kirby, der Sprecher für nationale Sicherheit im Weißen Haus, sagte, US-Präsident Joe Biden habe diese Woche einen Plan zur Verlegung von US-Streitkräften genehmigt, falls sie für die Evakuierung amerikanischer Diplomaten benötigt würden.

US-Regierung in Kontakt mit US-Bürgern im Sudan

Das amerikanische Außenministerium hatte am Freitag (Ortszeit) den Tod eines US-Bürgers im Sudan bestätigt. Washington hatte zuvor erklärt, dass amerikanische Privatpersonen im Sudan nicht mit einer von der US-Regierung koordinierten Evakuierung aus dem Land rechnen sollten.
Dem stellvertretenden Sprecher des Außenministeriums, Vedant Patel, zufolge, steht die Regierung derzeit in Kontakt mit mehreren hundert US-Bürgern, die sich im Sudan aufhalten.

Weitere Kämpfe trotz vereinbarter Waffenruhe

Seit fast einer Woche kämpfen die Armee und die paramilitärische Miliz RSF um die Macht im Sudan. Am Freitag hatte sich die Armee zu einer dreitägigen Feuerpause bereiterklärt, damit das muslimische Fest zum Fastenbrechen nach dem Ramadan begangen werden kann. Wie ein Reuters-Reporter berichtete, war es in der Hauptstadt Khartum jedoch trotz der vereinbarten Waffenruhe wieder zu heftigen Schusswechseln und vereinzelten Luftangriffen gekommen.
Quelle: AP, AFP, Reuters

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