: Baerbock: Ukraine-Hilfe und Soziales trennen

15.07.2023 | 13:25 Uhr
Armut im Land bei zeitgleicher Unterstützung der Ukraine? Annalena Baerbock mahnt, dies nicht gegeneinander auszuspielen: Für sie habe "das eine mit dem anderen nichts zu tun".
Annalena Baerbock im gemeinsamen Interview mit Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko.Quelle: dpa
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat davor gewarnt, die Hilfen für die Ukraine und das Leid in dem Land gegen Sozialleistungen in Deutschland auszuspielen. "Das nützt niemandem hier in Deutschland, der wenig Geld hat. Und es wäre ein Hohn für die Menschen in der Ukraine", sagte die Grünen-Politikerin in einem gemeinsamen Interview mit Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko für "Bild", "Welt" und "Politico" am Freitagabend.
Auf den Hinweis, dass die Bundesregierung gerade ein weiteres militärisches Hilfspaket für die Ukraine von 700 Millionen Euro beschlossen habe, während viele Familien aufgrund der hohen Inflation nicht wüssten, ob sie in den Sommerurlaub fahren könnten, sagte Baerbock, dass sie das "natürlich schmerzt". Sie betonte aber:
Für mich hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.
Annalena Baerbock (Grüne), Bundesaußenministerin
Tweet von Annalena Baerbock

Baerbock: Bei Ukraine "nicht wegsehen"

Nur weil der "brutale russische Angriffskrieg" nicht spurlos an Deutschland vorübergegangen sei, dürfe man "nicht anfangen wegzusehen von dem, was in der Ukraine passiert". Der Krieg sei nicht nur Ursache für das Sterben in der Ukraine, sondern auch für die Rezession in Europa. Allen, die jetzt forderten, dass etwas gegen die Inflation getan werden müsse, sage sie auch:
Deswegen muss dieser brutale russische Angriffskrieg aufhören.
Annalena Baerbock (Grüne), Bundesaußenministerin
Wladimir Klitschko sagte in dem Interview zu Berichten über die schleppende Gegenoffensive der Ukraine: "Skepsis bringt nichts weiter. Wir sind im Kampf. Da gibt es nur nach vorne schauen, nur kämpfen! Wir verteidigen unser Leben und vor allem auch das von unseren Partnern."

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat die Erwartungen an die laufende Offensive der Armee seines Landes gedämpft. Russland werde alles Mögliche tun, um den Vormarsch aufzuhalten.

15.07.2023 | 00:24 min

Baerbock besorgt wegen Landminien

Mit Sorge blickt Baerbock auf die weitflächige Verminung im ukrainischen Kriegsgebiet durch Russland. "Es ist unglaublich, in welcher Größe das Gebiet vermint worden ist", betonte die Grünen-Politikerin.
"Das heißt, wir brauchen Material, was über diesen Minengürtel rübergeht, damit man dahinter die Menschen befreien kann. Welches Gerät braucht es jetzt, um über diesen Minengürtel darüber hinwegzukommen? Auch das sind Gespräche, die wir gemeinsam vertraulich führen, damit das dann auch gemeinsam erreicht wird", sagte die deutsche Außenministerin.
Quelle: dpa, AFP

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