: Peeling richtig gemacht

von Jennifer Gesslein
06.04.2024 | 07:44 Uhr
Ein Peeling im Gesicht oder am Körper soll das Hautbild verbessern und bei verschiedenen Hautproblemen helfen. Was Sie bei der Auswahl und Anwendung beachten sollten.

Wann und wie oft ein Peeling sinnvoll ist, welche Rolle der Hauttyp spielt und wann man es besser nicht machen sollte. Tipps von der Hautärztin.

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Ein Peeling entfernt abgestorbene Hautschüppchen und beschleunigt die Erneuerung der Hautzellen. Es kann im Gesicht, aber auch am Körper angewendet werden. Hautärztin Jennifer Quist kann Peelings generell empfehlen. Dadurch werde die oberste Hautschicht wieder aufnahmefähiger und es sei nachweislich mehr Kollagen vorhanden.
Feine Falten und Linien sind weniger sichtbar und die Haut fühlt sich glatt und geschmeidig an.
Dr. Jennifer Quist, Dermatologin
Peelings haben auch eine reinigende Wirkung und können Mitesser und Akne reduzieren. Sie verkleinern große Poren, öffnen trockene Haut für Feuchtigkeit und glätten sogar kleine Fältchen. Wichtig ist, bei dem großen Angebot an Produkten das richtige Peeling zu finden.

Mikroplastik und Duftstoffe im Peeling vermeiden

Wer Mikroplastik vermeiden möchte, achtet darauf, dass im Peeling kein Polyethylen und Polypropylen, aber auch keine Silikone enthalten sind. Silikone sind unter anderem durch Wortendungen wie -cone, -conol, -oxane und -glycol erkennbar.

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Bedenklich können auch Duft- und andere Zusatzstoffe sein, vor allem wenn eine Unverträglichkeit oder Allergie besteht.

Mechanisches oder chemisches Peeling: Die Unterschiede

Für die Anwendung zu Hause werden mechanische und chemische Peelings angeboten.
Bei mechanischen Peelings werden abgestorbene Hautschuppen mithilfe natürlicher oder synthetischer Mikropartikel abgetragen. Gesichtsbürsten oder Peeling-Schwämme haben den gleichen Effekt.
Anders ist das bei einem chemischen Peeling. Hier werden abgestorbene Hautschuppen durch leichte Säuren wie Fruchtsäuren oder Enzyme abgelöst.

Was sind AHA-, BHA- und PHA-Peelings?

Handelt es sich um ein chemisches Peeling, stehen oft die Bezeichnungen AHA, BHA und PHA auf der Verpackung. Es handelt sich um Abkürzungen für verschiedene Säurearten.

  • AHA steht für Alpha-Hydroxysäure. Gemeint sind verschiedene Fruchtsäuren. Mit einem Säuregrad von bis zu sechs Prozent sind sie frei verkäuflich. Hochdosierte Fruchtsäuren sind zwar effektiver und können sogar leichte Fältchen reduzieren, dafür ist das Risiko einer Verätzung größer. Sie dürfen daher nur von kosmetischem Fachpersonal oder Dermatologen eingesetzt werden.
  • BHA steht für Beta-Hydroxysäure. Es handelt sich um Salizylsäuren. Sie sind im Unterschied zu Fruchtsäuren fettlöslich. Daher können sie in die Talgdrüsenfolikel eindringen. Bei empfindlicher Haut sind BHAs nicht empfehlenswert. Sie können aber gut bei Akne angewendet werden.
  • PHA steht für Poly-Hydroxysäure. Diese Säuren bestehen aus Gluconolacton oder Lactobionicsäuren. Peelings mit dieser Bezeichnung sind besonders mild und auch für die empfindliche Haut geeignet.

Bei Peeling verschiedene Hauttypen beachten

Bei trockener und empfindlicher Haut sind Enzym-Peelings ohne Salizylsäure und leichte Fruchtsäure-Peelings empfehlenswert. Sinnvoll ist der Verzicht auf Duftstoffe, die Allergien auslösen können. Die Ärztin empfiehlt das Peeling vor der Anwendung auf der Haut zu testen.
Am besten das Produkt an der Stirn ausprobieren und sehen wie die Haut darauf reagiert.
Dr. Jennifer Quist, Hautärztin
Bei fettiger Haut, Mischhaut und Akne können mechanische Peelings oder Fruchtsäuren mit AHA und BHA verwendet werden. Wer unter Akne leidet, sollte entzündete Bereiche nicht reizen und daher auch nicht peelen. Besser ist, eine fachärztliche Behandlung zu beginnen, um Narben zu vermeiden.

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Richtige Anwendung und Pflege

Ein Peeling sollte auf die gereinigte Haut aufgetragen werden. Je nach Methode gibt es unterschiedliche Anwendungsempfehlungen. Sie sollten beachtet werden, um Hautirritationen zu vermeiden. Insbesondere Fruchtsäure- und Enzym-Peelings haben Einwirkzeiten, die nicht überschritten werden dürfen. Sie können die Haut sonst schädigen. Bei Rötungen, juckenden Stellen oder wenn sich gar die oberste Hautschicht ablöst, rät Hautärztin Quist zur ärztlichen Abklärung.
Nach jedem Peeling sollte die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werden. Weil sie empfindlicher reagiert, ist auch ein entsprechender Sonnenschutz wichtig. Make-up ist kein Problem. Es trägt sich sogar leichter auf, da abgestorbene Hautschuppen entfernt wurden. Grundsätzlich gilt: Nach dem Peeling braucht die Haut immer ein paar Tage Zeit zur Regeneration.

Peeling für den Körper

Grundsätzlich können für den Körper bei fast allen Hauttypen mechanische Peeling-Produkte verwendet werden. Dazu gehören Dusch-Peeling, Peeling-Öle, Körperbürsten oder Peeling-Handschuhe. Sie befreien den Körper von abgestorbenen Hautschüppchen. Ein Körperpeeling lässt sich auch einfach und kostengünstig selbst herstellen.

Körper-Peeling selbst machen

  • Ein Zucker-Peeling ist feuchtigkeitsspendend. Dafür zwei Esslöffel Olivenöl mit zwei Esslöffel Zucker vermischen. Wer möchte, kann wenige Tropfen ätherisches Öl wie Lavendel- oder Orangenöl dazugeben. Der Zucker soll den Aufbau der natürlichen Schutzschicht der Haut unterstützen. Das Peeling ist daher eher für empfindliche Hauttypen geeignet.
  • Ein Salz-Peeling wirkt stimulierend. Dafür drei Esslöffel Olivenöl und vier Esslöffel (grobes) Salz vermischen. Auch hier können ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzugefügt werden. Salz soll eine reinigende und desinfizierende Wirkung haben. Das Peeling eignet sich daher für fettige Haut und Mischhaut.

Dann bitte kein Peeling

Ist die Haut entzündet, bei Sonnenbrand oder Bläschen, spannt sie, juckt oder brennt, sollte sie nicht gepeelt werden. Menschen mit besonders empfindlicher Haut etwa bei Diabetes und mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder aktiver Akne sollten vorher ärztlich abklären, ob ein Peeling sinnvoll ist. Das Hautbild oder die Erkrankung könnten sich dadurch eher verschlimmern.

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