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: Welche Schlafposition ist am besten?

von Anne-Kathrin Dippel
15.03.2024 | 06:09 Uhr
Unsere Schlafposition kann Schlafqualität und Gesundheit beeinflussen. Dabei kommt es nicht nur auf Vorerkrankungen, sondern auch auf individuelle Präferenzen an. Ein Überblick.

Schlafen in Seitenlage hat mehrere gesundheitliche Vorteile. Außerdem spielt die Hygiene eine Rolle für guten Schlaf - mehr dazu im Video.

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Auf der Seite, auf dem Rücken oder auf dem Bauch? Europäische Forschende haben untersucht, wie Menschen schlafen. Die Studie wurde von der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens geleitet und in Dänemark durchgeführt. Besonders beliebt ist demnach das Schlafen auf der Seite. Je höher der Body-Mass-Index und je älter die Probanden, desto mehr Zeit im Bett verbringen sie auf der Seite. Im Schnitt drehen sich die Schlafenden 1,6 Mal pro Stunde um.
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Christine Blume, Schlafwissenschaftlerin am Zentrum für Chronobiologie an der Universität Basel, erklärt, dass es nicht die eine empfehlenswerte Schlafposition gibt, die gesünder ist als andere. Welche Position wir beim Einschlafen einnehmen, sei vielmehr abhängig von persönlichen Präferenzen. "Im Schlaf wechseln wir unbewusst mehrmals unsere Position. Das ist auch wichtig, da es sonst zu Druckstellen und Durchblutungsstörungen kommen kann."
Je nach Schlafposition wirke die Schwerkraft unterschiedlich auf den Körper, was bestimmte Körperfunktionen erschwere oder begünstige.

Positive gesundheitliche Effekte durch Seitenlage

Für Menschen mit unterschiedlichen Vorerkrankungen und Beschwerden nennt Blume mehrere Vorteile der Seitenlage als Schlafposition: "Für Menschen mit Herzproblemen ist es häufig günstiger, auf der rechten Seite zu schlafen." Die rechte Seite sei darüber hinaus empfehlenswert, wenn Medikamente eingenommen werden, da sie in dieser Position schneller verstoffwechselt werden können.
Menschen, die unter Sodbrennen leiden, werde hingegen empfohlen, auf der linken Seite zu liegen. Dies erschwere das Aufsteigen der Magensäure.

Schlafapnoe durch Rückenlage

Zwar gelte das Schlafen auf dem Rücken als besonders entspannend, begünstige aber auch Atemaussetzer, sogenannte obstruktive Schlafapnoe, so die Schlafwissenschaftlerin. In Rückenlage komme es dabei zu einem Kollabieren der oberen Atemwege, was den Luftstrom in die Lunge einschränke oder unterbreche. "Dies geht häufig auch einher mit starkem Schnarchen", sagt Blume.
Schwangeren werde ebenfalls davon abgeraten, in Rückenlage zu schlafen. In einem fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft drücke das ungeborene Kind auf Gefäße und Venen, was Durchblutungsstörungen bei Mutter und Kind zur Folge haben könne.
Damit Schwangere im Schlaf nicht ungewollt auf den Rücken rollen, könne die Seitenposition mit speziellen Kissen stabilisiert werden.

Bestimmte technische Geräte sollen das Einschlafen fördern

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Bauchlage fördert Nackenschmerzen

Um auf dem Bauch zu schlafen, muss die Halswirbelsäule besonders stark gedreht werden, damit der Kopf seitlich liegt und wir atmen können. Auf Dauer sei dies vor allem für Menschen unangenehm, die unter Nackenproblemen oder Verspannungen leiden, sagt Blume.
"In vielen Fällen nehmen Menschen unbewusst bereits die Position zum Schlafen ein, die für sie gut und angenehm ist. Zum Beispiel wurde beobachtet, dass Menschen mit Herzerkrankungen häufig automatisch eher auf ihrer rechten Seite liegen."

Gesunder Schlaf wird begünstigt durch weitere Faktoren

  • Im Schlafzimmer Umgebung zum Abschalten schaffen: Ein Schreibtisch kann arbeitsbezogene Gedanken fördern, die das Einschlafen erschweren.
  • Kühlere Raumtemperatur als am Tag: Empfohlen werden 16 bis 18 Grad Celsius.
  • Gegen kalte Füße im Bett: Wollsocken oder Wärmflasche fördern schnelleres Einschlafen.
  • Spezielle Kissen und Polster: Können Schlafpositionen verbessern und das Rollen auf den Rücken verhindern, Beratung im Fachgeschäft wird hierfür empfohlen.
  • Helligkeit reduzieren; bei elektronischen Geräten Nachtmodus aktivieren.
  • Circa drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen keine schweren Mahlzeiten einnehmen.
Redaktion: Kathrin Wolff

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