: Verdi-Warnstreik: Viele Flüge fallen aus

01.02.2024 | 17:16 Uhr
An elf Flughäfen ist der Streik beim Sicherheitspersonal angelaufen und hat zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Der Flughafenverband rechnet mit 200.000 betroffenen Passagieren.

Der Warnstreik des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen ist zu Ende. Dafür will am Freitag das Bodenpersonal am Hamburger Flughafen streiken.

02.02.2024 | 00:18 min
Ein Warnstreik der Luftsicherheitskräfte hat am Donnerstag die Pläne tausender Passagiere durcheinandergewirbelt, die an deutschen Flughäfen starten wollten. Dem Flughafenverband ADV zufolge mussten mehr als 200.000 Menschen ihre Reisepläne ändern, weil rund 1.100 Flüge streikbedingt abgesagt wurden. 
Am meisten Betrieb war noch am Frankfurter Flughafen, wo laut Betreiber Fraport von 1.120 an diesem Tag geplanten Flugbewegungen 325 bis zum Nachmittag abgesagt waren. Der Hauptkunde Lufthansa hatte angekündigt, den Großteil seines Programms in Frankfurt einschließlich der Fernflüge insbesondere für die Umsteiger aufrechtzuerhalten. Zusteigen konnte man am größten deutschen Airport hingegen nicht. 

Welche Flughäfen sind betroffen?

  • Frankfurt/Main
  • Hauptstadtflughafen BER
  • Düsseldorf
  • Köln/Bonn
  • Stuttgart
  • Hannover
  • Hamburg
  • Bremen
  • Dresden
  • Leipzig/Halle
  • Erfurt

Streik geht in Hamburg auch am Freitag weiter

Bereits vor dem geplanten Ende des Ausstandes legte Verdi am Flughafen Hamburg nach, wo für diesen Freitag die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste zum Warnstreik aufgerufen wurden. Hier drohen erneut zahlreiche Flugausfälle. Außerdem fahren am Freitag in vielen Städten keine öffentlichen Busse und Bahnen, weil die Fahrerinnen und Fahrer ebenfalls unter der Ägide von Verdi die Arbeit niederlegen.
An anderen Flughäfen waren die Auswirkungen unterschiedlich: In Berlin etwa wurden alle Starts und viele Ankünfte gestrichen. Das Terminal war menschenleer. In Düsseldorf fiel ein Drittel der Starts und Landungen aus. In Köln/Bonn, wo bereits seit Mittwochabend gestreikt wird, ging fast nichts mehr. "Nahezu alle Flüge fallen aus", sagte eine Sprecherin.

Die Gewerkschaft Verdi hat das Sicherheitspersonal an Flughäfen zum Streik aufgerufen. Warum Verdi nach dem Lokführerstreik aktuell viel Druck macht, berichtet Valerie Haller.

30.01.2024 | 01:30 min

ADV: Hunderttausende Passagiere betroffen

Nach Schätzung des Flughafenverbandes ADV werden insgesamt rund 1.100 Flüge ausfallen oder verspätet starten. Betroffen seien damit rund 200.000 Passagiere. ADV-Geschäftsführer Ralph Beisel sagte:
Der Streik ist eine schlechte Nachricht für die deutschen Flughäfen und die knapp 200.000 Fluggäste.
Ralph Beisel, ADV-Geschäftsführer
Insgesamt hatte Verdi die Beschäftigten an elf Flughäfen aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen, um höhere Gehälter für die rund 25.000 Mitarbeiter privater Sicherheitsdienstleister durchzusetzen, die im Auftrag der Bundespolizei oder des Flughafens Passagiere, Personal und Gepäck kontrollieren.
Im Bundesland Bayern sind diese Kräfte im Öffentlichen Dienst angestellt, für den ein anderer Tarifvertrag gilt. Auch an kleineren, nicht von Lufthansa angeflogenen Flughäfen, gab es am Donnerstag Starts anderer Gesellschaften. Teilweise hatten Fluggesellschaften ihre Abflüge auf benachbarte, nicht bestreikte Airports verlagert.

Die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften ist schwer, auch am Frankfurter Flughafen. Fraport, der Betreiber des Flughafens, hat sich deshalb etwas einfallen lassen.

31.01.2024 | 01:30 min

Was Verdi in dem Tarifstreit fordert

Die Nachtschicht des Flughafens Köln/Bonn nahm geschlossen zu 100 Prozent am Streik teil, wie die Gewerkschaft Verdi, die zu dem Ausstand aufgerufen hatte, mitteilte. Gewerkschaftssekretär Özay Tarim sagte, man wolle ein deutliches Zeichen setzen.
Wir werden jetzt mit Beschäftigten Druck ausüben auf die Arbeitgeber, damit wir am Verhandlungstisch endlich weiterkommen.
Özay Tarim, Gewerkschaft Verdi
Verdi fordert für die bundesweit rund 25.000 Branchenbeschäftigten 2,80 Euro mehr Lohn pro Stunde, höhere Funktionszulagen und Mehrarbeitszuschläge ab der ersten Überstunde. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Diese Forderungen würden nach Darstellung der Arbeitgeber 250 Millionen Euro zusätzliche Kosten allein im laufenden Jahr bedeuten. Die Tarifparteien wollen am Dienstag weiterverhandeln.
Quelle: dpa

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